TANKTOURISMUS

Ausländer tanken heute viel weniger in der Schweiz als noch vor acht Jahren. Das hat Auswirkungen auf die Bundeskasse.

Im Jahr 2008 haben ausländische Konsumenten Benzin im Umfang von 450 bis 500 Mio. Litern in der Schweiz eingekauft. Bis 2015 ist dieser Tanktourismus fast auf null zurückgegangen.

Wie sich die Zeiten ändern. Man erinnert sich noch an die Zeiten, da die ausländischen Autofahrer in Scharen in die Schweiz fuhren, um bei uns billig Treibstoff zu tanken. Seit der Aufhebung des Euromindestkurses vom 15. Januar 2015 wurde Benzin erstmals seit vielen Jahren in Deutschland, Frankreich und Italien günstiger als in der Schweiz. Damit wurde der Benzinpreis in der Schweiz für im Ausland Wohnende schlagartig um rund 25 Rappen teurer. Das hat sich laut einer von der Erdöl-Vereinigung (EV) in Auftrag gegebenen Studie unmittelbar auf den Absatz von Treibstoffen und in der Folge auch auf die Mineralölsteuererträge ausgewirkt.

Im Jahr 2008 haben ausländische Konsumenten Benzin im Umfang von 450 bis 500 Mio. Litern in der Schweiz eingekauft. Bis 2015 ist dieser Tanktourismus fast auf null zurückgegangen. Noch augenfälliger sieht es beim Diesel aus. Während im 2008 die Ausländer noch 75 Mio. Liter bei uns einkauften, haben die Schweizer anno 2015 90 Mio. Liter Diesel im Ausland getankt.

Insgesamt beträgt der Rückgang des Tanktourismus seit 2008 rund 625 Mio. Liter. Bei durchschnittlichen Treibstoffpreisen von 2015 entspricht dies einem Umsatzrückgang von nahezu einer Milliarde Franken, wobei fast 40 Prozent des Rückgangs auf die Periode 2014/2015 entfällt. Das hat Folgen auf die Mineralölsteuererträge wegen des nicht mehr existenten Tanktourismus. Zum einen für die Mineralölunternehmen und zum andern für den Bund. Im Vergleich zu 2008 bezahlte der Tanktourist 2015 460 Mio. Franken weniger in die Bundeskasse gemäss der Untersuchung. Es ist daher absehbar, dass bei starkem Franken eine nächste einseitige Erhöhung der Treibstoffpreise in der Schweiz nach Ansicht von EV-Geschäftsführer Roland Bilang zu einer weiteren Erosion des Konsums im Inland führen wird.

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