«MEISTER PROPER» IN DEN TANK!

Das neu lancierte Additiv «Active Technology» soll BP- und Aral-Treibstoffen die Motorreinigungswirkung eines «Meister Proper» verleihen.

Split-Engine-BMW mit Blick hinter die Einlassventile mit (links) und ohne «Active Technology».

Der Erdölkonzern BP (British Petroleum) ist dabei, in seinen Kernmärkten seine Treibstoffe mit der sogenannten «Active Techology» auszurüsten. Das gilt sowohl für die «Ultimate»-Linie als auch für die Standard-Versionen, und dies gleichermassen bei Benzin und Diesel. In der Schweiz sind übrigens bereits alle BP-Kraftstoffe mit der Active Technology an den Tankstellen ausgerüstet.

Active Technology ist ein in der Raffinerie hinzugefügter Wirkstoff, welcher auf molekularer Ebene wirkt und den Motor – von der Einspritzdüse bis in die Brennkammer – «mit dem Appetit von 1000 hungrigen Piranhas» (so BP) von Schmutz und Ablagerungen befreien und die Neubildung dieser Rückstände verhindern soll. Der Motor würde damit in denjenigen Zustand zurückversetzt bzw. im Zustand erhalten, wie ihn der Hersteller für das Fahrzeug im Sinn gehabt habe, so Constantin Cronenberg, Leiter Tankstellengeschäft Schweiz und Österreich bei BP.

Nebst einer besseren Werterhaltung der Motorkomponenten und einem runderen Lauf, ergebe sich durch ihr Additiv eine rund neunprozentige Treibstoffersparnis, verspricht BP weiter. Konkret komme man mit einem Tank (ausgelegt für normalerweise 650 km) voll BP Ultimate bleifrei 98 mit Active Technology bis zu 44 Kilometer weiter und mit einem Tank (ausgelegt für normalerweise 850 km) voll BP Diesel Ultimate mit Active Technology sogar bis zu 56 Kilometer weiter als mit herkömmlichem Treibstoff, welcher die Schweizer Minimalstandards SN EN 228 für bleifreies Benzin 95 und SN EN 590 für Standard-Diesel erfüllt, bewirbt der Hersteller den neuen Treibstoffzusatz.

Wie funktioniert Active Technology?

So wirklich bis ins Detail wollte mir Dr. Norbert Neumann, Fuel Expert bei BP, nicht verraten, wie das neue Additiv diese erstaunliche Reinigungsleistung im Motor und damit die versprochenen Verbrauchseinsparungen zustandebringt. Die chemische Zusammensetzung sei natürlich Betriebsgeheimnis. Verständlich.

Bei Active Technology handle es sich um ein sogenanntes bi-funktionales Detergent (Reinigungssubstanz), welches sich an die abgelagerten Schmutzpartikel anhafte, diese ablöse und dann zusammen mit ihnen im Zylinder zu unproblematischen Abbauprodukten verbrannt und ausgestossen werde. Zudem lagerten sich die Additiv-Moleküle an die nunmehr sauberen Metallflächen im Motor an und bildeten eine Schutzschicht, welche den Motor vor neuerlicher Verschmutzung bewahre. Dies sei ein kontinuierlicher Prozess, welcher – je nach Funktionsanforderung an die Wirkung des aufgebrezelten Treibstoffs – zur Entfaltung seines vollen Effekts bis zu 10 000 Kilometer benötigen würde. Und zum Aufrechterhalten der erwünschten Wirkung müsse natürlich dauerhaft mit den neuen BP-Treibstoffen gefahren werden, so Neumann.

Die Effektivität von Active Technology habe BP in einem strengen Testprogramm mit 110 unterschiedlichen Prüfverfahren und mehr als 50 000 Stunden auf Motorenprüfständen und in Fahrzeugen – was einer ununterbrochenen Fahrzeit von fünf Jahren entspricht – verifiziert.

Funktioniert es auch?

BP hat sich einen wirklich innovativen Versuchsträger zum Testen der Wirksamkeit ihres neuen Additivs gebaut: einen mit 34 000 km beschafften BMW mit Split-Engine (geteiltem Motor), in welchem je drei Zylinder 6000 km weit mit herkömmlichem Benzin und die anderen drei gleichzeitig mit BP Ultimate mit Active Technology betrieben worden sind. Wenn man nun den Bildern aus den in die Zylinder-Vorräume blickenden Endoskopkameras Glauben schenkt, dann hat der brandneue Treibstoff tatsächlich einen komplett verschmutzten Benzineinlass und Brennraum in eine funkelnde Halle blanken Metalls verwandelt (siehe Titelbild).

Wie viel kostet es?

Interessanterweise bleiben die Preise der durch Active Technology kampfwert-gesteigerten BP-Treibstoffe gleich wie vor der Einführung dieser Technologie. BP will sein Geld also nicht durch eine Preiserhöhung erwirtschaften, sondern strebt einen generell grösseren Marktanteil im rückläufigen Treibstoffmarkt durch Neukundengewinnung und Kundenbindung an.

Too good to be true?

Ob Active Technology die versprochenen Verbesserungen tatsächlich so erbringt, wie es der geteilte BMW vermuten lässt, werden wir erst erfahren, nachdem ein unabhängiger Tester das Split-Engine-Experiment nachvollzogen und die Resultate veröffentlicht hat. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie es weitergeht.

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