EDITORIAL: ZWEI, DIE FÜREINANDER BESTIMMT WAREN

Playstation, Handy und TV in einem.

Es gab vor der «Auto Zürich» kritische Stimmen, die monierten, was das mit der «Unterhaltungs-Elektronik-Messe» im Rahmen der Auto-Messe soll? Nach dem Motto: Was bitte schön sollen wir mit Playstations und Simulatoren, was mit 4K-Fernseher mit Oled-Displays, die kristallklar und farb­intensivst auflösen, was ich da auf dem Screen sehe und dazu einen Sound liefern, wie ich ihn sonst nur von der Wiener Staatsoper her kenne? Was soll ich mit Drohnen und Virtual-Reality-Brillen?
Nun, es ist sakrosankt: Autos müssen heute – und künftig noch viel mehr – die gleichen digitalen Dienstleistungen erbringen, wie wir es vom Arbeitsplatz, dem Handy, dem PC und dem Tablet kennen. Musik streamen, alles erkennen, was auf der Strasse geht und steht, autonom fahren, einparken und transportieren, hochwertig navigieren, Smartphones übers Lenkrad bedienen, E-Mails von Schatz und Chef vorlesen und solche übers Mikro diktieren lassen ohne dabei im Idealfall den Adressaten zu verwechseln, im Internet surfen, mit Drohnen und anderen Autos kommunzieren usw. Grenzen gibt es fast keine. Führt man sich all die Features einmal vor Augen, die da von einem Auto verlangt werden, und zwar zuverlässig und selbstverständlich bedienerfreundlich, liegt die Verbindung zur Unterhaltungselektronik sehr nahe. Zu jener «Fakultät» also, die sich schon viel länger mit Bildschirmen und deren Auflösung, Stereoskopie, Linsenrastern, Grafiken, Verstärkern, Lautsprechern, Receiver und Ähnlichem beschäftigt.
Da haben sich im 21. Jahrhundert also zwei gefunden, die füreinander bestimmt waren und die nun in eine hoffentlich erspriessliche und positive Zukunft marschieren. Zwei, für die eine «Hochzeit» bis vor noch nicht allzu langer Zeit undenkbar gewesen wäre. Farbfernsehen gibt es in der Schweiz seit 1968 – schon 1913 war es Henry Ford, der mit dem Ford Modell T die Fliessbandproduktion von Autos einführte. Ein 50 kg schwerer Röhrenfernseher in einem VW Käfer von damals – das hätte irgendwie ulkig ausgesehen und keinem genützt. Heute ist das freilich total anders.
Ähnlich wie der Motorsport schon lange  einen wertvollen Technologietransfer zwischen der Entwicklung von Renn- und Serienfahrzeugen liefert, findet jetzt der Austausch auch zwischen der Unterhaltungselektronik und der Autobranche statt. Das macht Sinn und gehört darum an jede moderne Automesse.


 

INHALT
AR 46/2016

AKTUELL
Auto Zürich: Gut gelaufen
Trump: Europas Autoindustrie

TITELTHEMA
Atomausstieg: Atom der Zwietracht
Expertenstimmen: Zu Aspekten der Atomausstiegs-Initiative

TESTS UND FAHRBERICHTE
Citroën C3: Fahrbericht
Porsche 718 Cayman S: Test
Honda Civic: Fahrbericht

PRÄSENTATIONEN
VW Golf 7 Facelift

SPORT
Formel 1: Sauber punktet
Formel E: Buemi top
GP3: Kevin Joerg

RUBRIKEN
Impressum, Leserbriefe, Agenda

2016_46_titelblatt

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