AUTOSALON GENF: SPORTLICH IN JEDER ECKE

Klar, dass der Motorsport auch am Salon in Genf immer und überall Thema ist. Von Stewart bis Zola reicht das Spektrum, das einem in den Hallen begegnet.

 

Selbstverständlich: Sportwagen finden sich am Autosalon in Genf in Hülle und Fülle. Und zwar in jeder Preis- und Exklusivitätsklasse. Da jagt ein High-light das andere. Aber auch der effektive Motorsport – und andere Sportarten – begegnen einem auf einem Rundgang auf Schritt und Tritt: Nach dem Erfolg in den letzten drei Jahren stellt TAG Heuer heuer im vierten Jahr in Folge mehrere ruhmreiche Fahrzeuge aus (s. Seite 31). Gleich neben der TAG-Welt kann sich Mann und Frau als Boxen-Crew-Mitglied versuchen und einen virtuellen Radwechsel bei Renault vornehmen. Gar nicht so einfach, wie die kryptischen Verrenkungen der Probanden zeigen.

 

Yong-Won Cho, Marketingverantwortlicher bei Kia, besiegelte in Genf einen hoch­dotierten Sponsoringvertrag mit der Uefa. Aber auch der Motorsport, ob durch Rebellion, Toyota oder VW, begegnet einem in Genf überall.

Kia am Ball

Kia seinerseits feierte in Genf nicht nur mit dem Ceed, dem Optima und dem Rio GT Line Welt­premiere, sondern machte sich auch für den Fussball stark. Der südkoreanische Autobauer, der sich seit Jahren auf der Erfolgsspur befindet, unterzeichnete mit dem Europäischen Fussball Verband (Uefa) einen mehrjährigen Sponsorvertrag für die Europa League. Das Sponsoring eines der pres­tigeträchtigsten europäischen Klubwettbewerbe beginnt mit der Saison 2018/2019 und läuft bis zum Endspiel 2021. Yong-Won Cho, Senior Vice President und Marketingverantwortlicher bei Kia, sagt:   «Die Uefa Europa League bietet uns eine perfekte Plattform, um enger mit Fans rund um den Globus in Verbindung zu treten und die Sichtbarkeit von Kia als spannende, dynamische Marke für Junggebliebene zu verstärken.» Mit der ersten weltweiten Kia-Trophy-Tour der Uefa Europa League wolle man gemeinsam für Überraschungen sorgen. «Sie wird uns die Gelegenheit bieten, den Wettbewerb und die wichtigsten Markenwerte von Kia zu bewerben. Jede Saison erreicht die Europa League eine Milliarde TV-Zuschauer, von denen 45 % ausserhalb von Europa leben», so Peter Willems, Leiter Marketingaktivitäten und Sponsoring bei der Uefa Events SA. Apropos Fussball: Am Stand von Yokohama tauchte heuer in Genf ­Gianfranco Zola als Stargast auf. Der 51-jährige Italiener erzielte in 312 Spielen 80 Tore für den FC Chelsea. Seit 2015 ist Yokohama Sponsor des vierfachen englischen Meisters und Champions-League-Siegers von 2012. Anno dazumal unter dem in Schaffhausen geborenen Roberto di Matteo als Trainer.

 

Toyota Gazoo Racing

 

Plan und Gegenwart

Toyota, sprich dessen Sportabteilung Gazoo Racing (GR), lässt in Genf mit dem TS050 Hybrid für die Langstrecken-WM, dem Yaris WRC für die Rallye-WM, dem Hilux Pick-up von der Rallye Dakar und dem GR Supra Racing Concept die sportlichen Muskeln spielen. Klares Ziel des TS050 ist heuer der Sieg in Le Mans (F). Auf dem Papier dürfte das kein Problem werden, da Toyota nach dem Rückzug von Porsche und Audi das einzige übrig gebliebene Werksteam in der Langstrecken-WM (LMP1) ist. Pilotiert wird der Renner unter anderem vom Waadtländer Sébastien Buemi. Mit dem legendären Supra kehrt Toyota nach rund 20 Jahren auf die Strasse und Rennstrecke zurück.  Eine Motorisierung ist noch nicht festgelegt.  Wann und wo es für dieses Auto losgeht, ist ebenfalls noch unklar. Gegenwart und brandaktuell ist dagegen die zweite Generation der Formel-E-Boliden, die ab der kommenden fünften Saison in Grossstädten dieser Welt auf Punktejagd geht. Ein Roboterarm von Titelsponsor ABB enthüllte am Salon das neue spektakuläre Auto, das von Spark und Dallara gebaut wurde. Dank der doppelten Batteriekapazität als bisher kommen die Formel-E-Rennen der neuen Saison ohne Fahrzeugwechsel aus. «Ich bin sehr stolz darauf, dass die FIA bei der Entwicklung federführend war. Das ist für den Verband etwas ganz Neues. Das Projekt ist ein grosser Erfolg», sagt FIA-Präsident Jean Todt.

 

Patrick Tambay beim Signieren seiner Bücher am Automobil Revue-Stand.

Stewart und Villeneuve

Im Dezember 2017 wurde in Paris die erste Hall of Fame des Automobilsport-Weltverbandes FIA eröffnet. Nun folgte im Rahmen des Salons in Genf Nummer 2. Pate standen bei der Einweihung unter anderem die Formel-1-Weltmeister Jacky Stewart und Jacques Villeneuve sowie der neue Boss der Formel 1, Chase Carey, von Liberty Media. «Nach der Eröffnung der ersten FIA-Hall-of-Fame-Galerie in Paris freut es mich, diese Ausgabe hier in Genf zu eröffnen, um die Errungenschaften derer zu würdigen, die einen so grossen Beitrag zum Motorsport geleistet haben», sagte Todt. Einer, der auch viel in diesem Sport geleistet hat, ist Patrick Tambay. Der 68-jährige Franzose, der am Stand der «Automobil Revue» kräftig für sein Buch warb und Autogramme verteilte, gewann zwei seiner 114 GP. Das britisch-helvetische Rebellion-Team seinerseits ist in Genf mit dem Siegerauto der LMP2-WM 2017 vor Ort. Den neuen LMP1-Boliden für die WEC-Supersaison 2018/2019 konnten die Romands in Genf nicht präsentieren. Die Zielsetzung indes ist trotzdem klar: Man will in Le Mans gewinnen und es gegen die Werksarmada von Toyota aufnehmen. Der Coup soll über die Zuverlässigkeit gelingen. Beim Rebellion R13 handelt es sich um einen im Vergleich zum LMP2-Chassis zu 80 % neuen Wagen. Angetrieben wird er von einem 780-PS-Gibson-V8-Motor. Gelingt es, wird der Rebellion nächstes Jahr auf dem Salon in Genf bestimmt ein Superstar sein.

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