Die Schweiz ist Cupra-Weltmeister

AUF DER ÜBERHOLSPUR Die junge Seat-Tochter Cupra, die sportlich, stylisch und individuell sein will und es auch ist, fliegt förmlich durch den Markt. Gerade auch in der Schweiz.

Starke Motorisierung, SUV, top ausgestattet, Allradantrieb und apart – das ist das Profil von des Schweizers derzeit liebstem Automobil. Da passt Cupra wie Faust zu Goethe. «Diese Übereinstimmung ist sicher ein Hauptgrund unseres Erfolges», ist Marc Geiss-mann überzeugt. Geissmann ist seit Kurzem erster Manager Cupra and Business Development, ein neu geschaffener Job, um den durch die grösser werdende Modellpalette und den Erfolg der Marke zusehends umfangreicher werdenden Ansprü-chen und Koordinationsaufgaben gerecht zu wer-den. Vor rund 18 Monaten als eigenständige Marke gegründet, ist Cupra seither mit Caramba und Karacho auf der Überholspur unterwegs. Nicht umsonst schlossen die Spanier heuer mit dem glamourösen FC Barcelona eine Partnerschaft als Au-to- und Mobilitätspartner ab. Bei diesem Fünfjahrespakt war nicht nur die gemeinsame Heimat Barcelona matchentscheidend. «Das Streben nach Er-folg und Performance auf eigenwillige Art steht auch als Verbindung», so Geissmann. Tiki-Taka etwa heisst der Spielstil, der den FC Barcelona weltberühmt gemacht hat, das schnelle Dreiecksspiel mit kurzen Reaktionszeiten. Das Logo von Cupra ist quasi die Tiki-Taka-Grundstellung.

Dreistellige Zuwachsrate
Der Cupra Ateca, eine scharfe Version des Seat, ist mit seinen 300 PS und dem Allradantrieb hauptverantwortlich für die mächtige Steigerung der Verkaufszahlen in der Schweiz (s. Grafik). «Wir konnten seit letztem Herbst rund 1300 Verträge abschliessen», sagt Branddirektorin Sandra Grau. Bis Ende September wurden in der Schweiz 1393 Einheiten verkauft, was einer Steigerung von 118 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Inter-national sind es 18 700 Einheiten (+75% gegenüber 2018). Was die Hauptmärkte in Europa betrifft, so figuriert die Schweiz mit 7.4 Prozent Anteil an vierter Stelle noch vor Frankreich (5.7%). Der Haupt-markt für Cupra freilich ist und bleibt Deutschland mit 42 Prozent gefolgt von England mit 15.7 und Spanien mit 11.0 Prozent. «Gemessen am Gesamt-markt haben wir in der Schweiz den höchsten Cupra-Anteil der Welt», sagt Geissmann. Damit das so bleibt, gibt es inzwischen elf Cupra-Corner in der Schweiz, zwei weitere sollen folgen. Mit diesen stilvollen Verkaufsecken will man die Exklusivität und den Lifestyle der Marke – nebst der Sportlichkeit, die das dominierende Gen in der DNA bildet – unterstreichen. «Cupra-Kunden wollen anders behandelt werden als der Seat-Kunde. Sie wollen erfahren, dass sie etwas Besonderes kaufen», so Geissmann. Wobei man auch in jeder Seat-Verkaufsstelle einen Cupra ordern kann. Lifestyle, Racing und Experience sind Pfeiler, die die Cupra-Welt ausmachen. Dazu passen Kooperationen mit Herstellern von Lifestyle-Accessoires und Events.

Rennstrecken-Gen in der DNA
Der Name Cupra stammt von Cup Racer. Und so steht denn die sportlich-elegante Flotte der Seat-Tochter auf der Rennstrecke in Anneau du Rhin (F). Der Seat Cupra Ateca mit 300 PS, der Leon Cupra mit 290 PS und der Leon Cupra Sports Tourer ST mit ebenfalls 300 PS, alle bereit, den Teilnehmern am diesem von Fredy Barth organisierten Trackday zu beweisen, was unter ihrer Haube steckt. Und das ist nicht wenig. Wo Sportlichkeit draufsteht, ist in dem Fall auch Sportlichkeit drin, und es macht mächtig Spass, die spanischen Vollblüter über den Asphalt zu jagen. Motor, Fahr-werk, Lenkung, Bremse – die Cupra sind auf allen Positionen Ready for Take-off. Barth ist als Cupra-Botschafter auch Macher der Autoscout24 und Cupra Young Driver Challenge, die seit 2017 jährlich das Motorsporttalent des Jahres kürt. Diese Innovation und Förderung junger Talente verbindet Cupra auch stark mit dem FC Barcelona. Apropos Innovation: 2020 soll die elektrische Tourenwagen-Serie E-TCR starten. Seat hat schon 2018 in Genf den Cupra E-Racer mit 300 kW Dauer- und 500 kW Spitzenleistung präsentiert, und dieser soll nun in der rein elektrischen Tourenwagen-Serie zum Einsatz kommen. Dazu hat sich Cupra Allround-Champion Mattias Ekström (DTM-Champion und Rallycross-Weltmeister) gekrallt. Die E-TCR soll eine starke Plattform für Cupra werden. Nicht nur technisch, sondern auch um die Zielgruppen anzusprechen.

Marc Geissmann ist Manager Cupra and Business Development.

Formentor vor dem Tor
Was Cupra bisher zeigte, war aber nur der Aufgalopp. 2020 folgt die neue Leon-Generation, aus der Cupra sein Model ableiten wird. Schon Anfang Jahr gibt es eine Ateca Special Edition, die in der Schweiz unter anderem mit 350 PS, Alcantara-Interieur, Karbon-Dekoreinlagen mit Kupferakzenten und 20-Zoll-Rädern auf den Markt kommt. Die Serie ist auf 251 Stück limitiert. Der Höhepunkt steht Ende Jahr an – die Einführung des ersten eigenständig entwickelten Cupra. Der Formentor wird ein SUV und High-Performance-Plug-in-Hybrid mit 245 PS Systemleistung und 50 Kilometern elektrischer Reichweite. Darüber hinaus verspricht Geissmann «später weitere Modelle». Mehr könne er dazu allerdings noch nicht sagen. Das in Frankfurt (D) vorgestellte SUV-Coupé Vision Tavascan ist zweifellos ein deutlicher Hinweis. «Man sieht klar, wohin der Trend geht», hatte CEO Wayne Griffiths in Frankfurt gesagt. Auch von einem Modell unterhalb des Leon im B-Segment auf Polo-GTI-Basis wird gemunkelt. Sicher ist: Cupra passt wie Tell zur Schweiz.


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