Hybrid im Transit

ELEKTRISIERT Als erster Hersteller bringt Ford mit dem Transit einen Plug-in- oder Mild-Hybrid-Transporter. Der Van eignet sich aber nicht nur für den umweltfreundlichen ­Nahverkehr, sondern macht auch auf der Langstrecke Sinn.

Die Briten präsentierten den neuen, in Dunton (GB) entwickelten und im Werk Kocaeli in der Türkei gebauten Hybridvan im Land der E-Autos – Schweden. Nicht zuletzt, weil es dort mehr Ladestationen gibt als anderswo. «Wir hatten bei der Entwicklung nicht nur null Emissionen im Fokus, sondern auch Treibstoffersparnis und Nutzlast», erklärte Ford-Manager Matt Jenkins. Der Plug-in hat eine Reichweite von über 500 Kilometern.

Der Transit 350 wurde dazu abgespeckt: um 5.5 Kilogramm an der Kühlerhaube durch die Verwendung von Alu statt Stahl, die Achse des Heckantriebs wurde um 14.7 Kilogramm leichter, die Trennwand aus Verbundwerkstoffen wiegt 4.4 Kilogramm weniger, und bei den Felgen wurden nochmals 5.5 Kilogramm eingespart.

Bis jetzt ist vor allem die Antriebseinheit Alleinstellungsmerkmal von Ford: Ein kleiner Benzinmotor (Einliter-Ecoboost-Dreizylinder) mit 93 kW (126 PS) Leistung dient ausschliesslich dazu, Strom zu generieren und eine Lithium-Ionen-Unterflurbatterie (13.6 kWh) zu speisen, die wiederum den Elektromotor der Antriebsachse antreibt. 

Ausgeklügelte Fahrmodi
Mit vier Fahrprogrammen kann man beeinflussen, wie und wann die verfügbare Akkuladung genutzt wird: Mit EV Auto (EV: Electric Vehicle) wird automatisch zwischen E-Modus und Range-Extender-Nutzung gewechselt. Im Modus EV Jetzt wird das rein elektrische Fahren priorisiert und der Range-Extender deaktiviert, bis der Akku leer ist. Der Modus EV Später fährt mit aktiviertem Range-­Extender und hält den Ladezustand des Akkus hoch. Der Modus EV Aufladen nutzt den Range-Extender, um den Akku bis auf 75 Prozent aufzuladen und das Fahrzeug anzutreiben. So sind weitere Fahrten im EV-Jetzt-Modus möglich. Nachteil: Der Spritverbrauch steigt.

Das Rekuperieren kann man zusätzlich beeinflussen, indem man im Low- statt im Drive-Modus fährt. Dann rekuperiert das System stärker, sobald man den Gasfuss hebt. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer werden durch das Aufleuchten der Bremslichter gewarnt, sobald das Fahrzeug verzögert. Das Rekupera­tionsbremsen ist vor allem bei der Annäherung an eine Kreuzung, an eine Ampel oder beim Auffahren auf einen Stau effizient. 

Über den vorne links in die Stossstange integrierten Stromanschluss kann der Van aufgeladen werden. Dazu genügt eine 230-Volt-Haushaltssteckdose, die Batterie ist nach 4.3 Stunden aufgeladen. Mit einem Typ-2-Ladestecker für Wechselstrom reichen sogar 2.7 Stunden.

Ein Geräuschgenerator sorgt dafür, dass ­Fussgänger den leisen Stromer nicht überhören.

Der milde Hybrid
Ein alternatives System ist der mHEV, der Mild-Hybrid, der mit einem Zweiliter-Ecoblue-Diesel gekoppelt ist. Ein riemengetriebener Starter/Generator ist am Motor angeflanscht. Er nutzt beim Schubbetrieb und beim Verzögern die kinetische Energie, um eine 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie zu laden. Dieser Batteriestrom erhöht das Drehmoment des Diesels und treibt die Nebenverbraucher an. Der Effekt: weniger Dieseleinspritzung und grössere Treibstoffersparnis im Stop-and-Go-Verkehr. Der Hersteller spricht von etwa drei Prozent weniger Treibstoffverbrauch, im Stadtverkehr sogar von bis zu acht Prozent weniger (WLTP).

Neue Motoren und Getriebe
Alle Zweiliter-Ecoblue-Turbodiesel von Ford wurden überarbeitet. Die neuen kraftvolleren, aber sparsameren Leistungsstufen beginnen bei 77 kW (105 PS) und reichen über 95 kW (130 PS) bis zu 125 kW (170 PS). Neu ist eine 185-PS-Variante (136 kW) mit einem maximalen Drehmoment von 415 Nm. Aktuell sind alle Dieselvarianten mit manuellem Sechsgang- oder automatischem Getriebe mit Frontantrieb verfügbar. Für das Frühjahr 2020 kündigt Ford eine Zehngang-Automatik für die heckgetriebenen Varianten an. Und der batterieelektrisch betriebene Ford Transit folgt 2021. 

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