Der Nutz-Golf

GANZ NEU Neben der Bodengruppe und den Technologien, die er vom Golf ­übernommen hat, bietet der neue VW Caddy zahlreiche Innovationen.

Das 1978 in Nordamerika auf den Markt gekommene Fahrzeug namens Rabbit Pick-up war ursprünglich gar nicht für den Verkauf auf dem europäischen Markt vorgesehen. Nur aufgrund seines Erfolgs jenseits des Atlantiks beschloss Volkswagen 1982, ihn unter dem Namen Caddy auch in Europa zu vermarkten. Im Rahmen der Überarbeitung des Golf 1 (Rabbit in den USA) wurde das zum Kleintransporter umgebaute Fahrzeug als Volkswagen Caddy erstmalig vorgestellt (1978–1992, 207 000 produzierte Einheiten). Im gleichen Zuge gab Volkswagen das Golf-Fahrgestell auf und stellte die Produktion auf die Plattform des Polo um. Das neue Konzept kam offenbar gut an, immerhin wurden im spanischen Werk in Martorell insgesamt 520 000 Einheiten des Caddy produziert. Da man mit dem Modell der dritten Generation höher gesteckte Ziele verfolgte, gab Volkswagen Nutzfahrzeuge das Fahrgestell des Kleinwagens erneut auf und wechselte auf die Plattform des Kompaktfahrzeugs, und zwar auf die PQ35-Bodengruppe des Golf 5. Ein voller Erfolg: Zwischen 2003 und 2014 wurden im VW-Werk im polnischen Poznan mehr als 1.6 Millionen Caddy gebaut. 2015 stellte Volks­wagen das Modell der vierten Generation vor (2015–2019, 722 000 verkaufte Einheiten). Dieses Modell, das auf der gleichen Plattform wie das Vorgängermodell gebaut wurde, war nichts anderes als ein grosses Facelift der dritten Generation. Dies dürfte auch der Grund sein, warum VW nur fünf Jahre nach Einführung dieses Modells eine neue Version seines Caddy vorstellt.

Endlich: MQB
Acht Jahre nach dem Golf wird der Caddy – endlich! – auf der MQB-Plattform gebaut, eine Bodengruppe, die ihm laut Pressemitteilung von Volkswagen zu einem wesentlich besseren Fahrverhalten verhelfen wird: «Die bisher eingesetzten Blattfedern wurden durch eine Schraubenfederkonstruktion ersetzt, um den Komfort zu verbessern». Neben Komfortüberlegungen ermöglicht die Bauweise dieser Baugruppen eine grössere Ladebreite, wie Volkswagen erläutert: «Der Abstand zwischen den Radkästen vergrössert sich um 60 auf 1230 Millimeter.» Darüber hinaus konnte der Radstand dank der MQB-Plattform um 73 auf 2755 Millimeter verlängert werden. Dies kommt dem Platzangebot insgesamt zugute: Das maximale Ladevolumen des Caddy mit kurzem Radstand beträgt nun 3.3 Kubikmeter. Ausserdem wurde die Türöffnung um 51 Millimeter (1234 mm) verbreitert, sodass eine Europalette (800×1200 mm) quer hineinpasst. Zu beachten ist auch, dass der kleine Bruder des Transporters wahlweise mit Heckklappe oder Flügeltüren sowie einer oder zwei seitlichen Schiebetüren geordert werden kann.

Wer noch mehr Ladevolumen als beim Caddy mit kurzem Radstand braucht, wird zu der angekündigten und zu einem späteren Zeitpunkt verfügbaren Version des Caddy Maxi greifen, die über einen um 215 Millimeter verlängerten Radstand (2970 mm) und ein Ladevolumen von vier Kubikmetern verfügt. Das Fahrzeug wird mit neuen, von 701 auf 840 Millimetern verbreiterten Schiebetüren ausgestattet und ermöglicht den Transport ­einer zweiten Europalette. Sowohl in der kurzen als auch in der langen Version bietet der Caddy Platz für bis zu sieben Passagiere.

Vier Motoren zum Verkaufsstart
Das Motorenprogramm besteht aus drei TDI-Motoren mit 75, 102 und 122 PS. Dabei wird nur die stärkste Dieselvariante mit einem DSG7-Doppelkupplungsgetriebe beziehungsweise dem 4Motion-­Allradantrieb (in Kombination mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe) angeboten. Was die Benziner betrifft, so ist nur ein Motor im Angebot, der 116 PS starke 1.5 TSI. Später werden noch eine Erdgasversion (TGI 130) und ein Hybridantrieb nachgereicht. Eine E-Version «wird es nicht geben», wie uns VW zu verstehen gab. «Das wird erst mit der Serienversion des ID Buzz kommen, dessen Ladevolumen dem des Caddy entspricht und der die Nachfrage nach elektrisch betriebenen Fahrzeugen abdecken wird.»

Während man bei der äusseren Form des Caddy auf einen, um es positiv auszudrücken, gefälligen Stil setzt, gibt sich der Innenraum innovativ. Der Caddy verfügt über die kürzlich beim Golf vorgestellten Technologien wie das Fahrassistenzsystem Travel Assist, USB-C-Anschlüsse, ein mit Sensoren ausgestattetes Multifunktionslenkrad, ein digitales 10.25-Zoll-Cockpit und ein Touchscreen-Infotainmentsystem. 

Unabhängig von der Länge seines Radstandes kann der Caddy bis zu sieben Personen befördern. Im Inneren wird das Kombiinstrument vollständig digital, genau wie der zentrale Touchscreen, den man bereits vom Golf 8 kennt.

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