Porsche 911 Targa – das Beste aus zwei Welten?

PORSCHE Es war klar, dass die jüngste 911er-Generation (992) auch als Targa kommen würde. Ab August steht er bei den Händlern.

«Der Targa ist weder ein Cabriolet noch ein Coupé, weder ein Hardtop noch eine Limousine, sondern etwas völlig Neues»:  Mit diesen Worten stellte Porsche 1965 den ersten 911 Targa auf der Frankfurter IAA vor. Er war die Antwort auf das Drängen der amerikanischen Porsche-Händler, auch eine offene Version des 911 anzubieten, nachdem das Vorgängermodell 356 in den USA vor allem als Cabriolet sehr erfolgreich war. Andererseits wurden gerade in den USA die Sicherheitsvorschriften für Cabriolets immer restriktiver, so dass mehr und mehr Hersteller diese Variante vollständig aus ihrem Programm strichen. Aus der Not eine Tugend zu machen, war die Lösung von Porsche dazu, auch wenn sie zunächst mehr Kopfschütteln als Bewunderung verursachte. Denn was Porsche den Journalisten als genialen Streich verkaufen wollte, wurde zunächst als wenig ästhetischer Kompromiss wahrgenommen, so quasi weder Fisch noch Vogel.

Der immer in Naturfarbe von Edelstahl belassene breite Überrollbügel hinter den Sitzen wurde von Porsche als Schutzschild bezeichnet, in Anlehnung an die Übersetzung der italienischen «targa» für Schild. Tatsächlich wurde aber der Name dem sizilianischen Strassenrennen Targa Florio entlehnt, wo Porsche schon 1956 erstmals Gesamtsieger wurde und in der Folge bis 1973 noch weitere zehn Mal gewinnen sollte. Auch wenn Puristen den Targa nicht als Cabriolet akzeptieren wollten, konnte man durch Entfernung des vorderen Dachteils und bis zum Modelljahr 1969 auch des Stoffverdecks hinter dem Bügel genügend frische Luft schaffen, um echte Cabrio-Gefühle zu erwecken. Die Teile werden mit wenigen Handgriffen zusammengefaltet und im Kofferraum untergebracht. Jedenfalls bestand das von Porsche als «Sicherheitscabriolet» bezeichnete Fahrzeug die strengen Auflagen für die Zulassung in den USA und die Ästhetik tat der Beliebtheit keinerlei Abbruch: bereits Anfang der Siebziger Jahre lag der Targa-Anteil der 911-Baureihe bei rund 40 Prozent.

Ganz so gut wird sich der neue Porsche 911 Targa nicht verkaufen, auch deshalb nicht, weil es den 911 ja längst wieder auch als Cabrio gibt. Doch es gibt halt auch viele Targa-Freude, weil dieses Modell optisch viel hergibt. Das Dach öffnet übrigens in 19 Sekunden vollautomatisch. Ansonsten gibt es den neuen Targa (vorerst) nur mit Allradantrieb, wie bei den anderen 911er als Basis-Modell mit 385 PS oder dann als S mit 450 PS. Ab August 2020 stehen die ersten Autos bei den Händlern. Noch sind die Schweizer Preise nicht bekannt, in Deutschland sind für den 4er 128’486 Euro fällig, für den 4S 143’956 Euro. In der Ausgabe 21/2020, die erst am Freitag erscheinen wird, erfahren Sie mehr.

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