In der Stadt daheim

SPARSAM Mit dem Škoda Citigo-e iV testen wir den zweiten Stromer aus dem VW-Konzern-Trio. Er trumpft im Stadtverkehr auf.

Solange es die Kompakten noch nicht gibt, müssen es eben die Kleinstwagen richten. Während der VW ID 3 noch auf sich warten lässt, versucht man im Volkswagenkonzern den Flottenverbrauch mit dem Elektrotrio Seat Mii, Škoda Citigo und VW E-Up zu senken. 

Mit dem Škoda Citigo-e iV sind wir den zweiten aus dem oben erwähnten Volkswagen-Trio gefahren – und die Unterschiede zu seinem Konzernbruder Mii (AR 16/2020) sind minimal. Andere Lackierungen gibt es und andere Zierelemente, ausserdem ist die Aufmachung des Tschechen noch etwas spartanischer als die des Spaniers, wie sich im Kofferraum zeigt. Anders als der Seat, der einen zweiten Ladeboden bietet, um das Ladekabel zu verstauen, gibt es beim Škoda nur die nackte Blechwanne mit einem Stück Teppich – fast schon anachronistisch im Vergleich mit den heutigen, sauber mit Kunststoff ausgekleideten Koffer-
räumen.

Nicht gerade spartanisch, aber doch sehr basic sind die Assistenzsysteme: Es gibt einen nicht-adaptiven Tempomaten, einen Spurassistenten und Verkehrszeichenerkennung. Das ist alles – aber auch alles serienmässig. An Infotainment gibt es ebenfalls nicht viel zu sehen: Man richtet sich mit der Vermarktung an eine junge, urbane Zielgruppe, die am liebsten das eigene Smartphone braucht. Entsprechend gibt es auch im Citigo die festinstallierte Smartphonehalterung mittig auf dem Armaturenbrett – Navigation und Musik laufen dann direkt übers Handy.

Urban ist auch die Reichweite. Die 36.8-kWh-­Batterie ist in der Theorie gut für 250 Kilometer,  die Praxis liegt nicht weit daneben. Im Gegensatz zum Mii haben wir uns mit dem Citigo auf den Einsatz in der Stadt konzentriert, der Verbrauch ist dadurch klar tiefer ausgefallen, 13.3 kWh/100 km waren es im Schnitt (Seat Mii 19.2 kWh/100 km).

Ein sparsames Stadtkind
Im Stadtverkehr reichen 10 kWh/100 km aus, sodass Reichweiten von 300 Kilometern drinliegen sollten. Wer das Auto also nur für den Arbeitsweg in der Stadt und zum Shoppen am Wochenende braucht, kommt durchaus mit einmal Einstecken pro Woche aus. Es zeigt sich wieder einmal, dass ein sinnvolles Einsatzgebiet nicht lange Autobahnfahrten sind, sondern Kurzstrecken und vor allem tiefe Geschwindigkeiten – ein typisches Stadtauto eben. Da stört man sich denn auch nicht an der leichtgängigen, indirekten Lenkung.

Ansonsten überzeugt der Kleine mit viel Platz dank grossen Radstands und Quader-Designs. Das kommt der Kopffreiheit zugute, sodass vorne wie hinten kein beengendes Gefühl aufkommt, wenn auch die Beinfreiheit im Fond gar gering ausfällt.

Mit einem Preis von 27 676 Franken ist der Citi­go eines der günstigsten Elektroautos auf dem Markt. Und wer ein emissionsfreies Stadtauto sucht, das keine Probleme macht bei der Parkplatzsuche, hat damit eine vernünftige Lösung. Verglichen mit andere Modellen im A-Segment ist das Volkswagen-Trio aber nicht günstig: Ähnliche Autos mit Verbrennungsmotor gibt es locker für die Hälfte. Wie sein iberischer Bruder ist auch der Škoda Citigo-e iV für dieses Jahr bereits ausverkauft. 

Die Farbe ist auffällig, innen ist er aber ganz schlicht. Es gibt viel Blech zu sehen – und das Infotainment übernimmt das Smartphone.

FAZIT
Wer damit leben kann, dass sein Auto weder Hightech-Fahrassistenten noch -Infotainment bietet, dem bietet der Škoda Citigo-e iV alles, was von einem typisches Stadtauto erwartet wird: viel Innenraum bei kompakten Abmessungen, eine leichtgängige Lenkung, einen sauberen Antrieb und einen günstigen Preis. Wobei günstig hier relativ ist: Für ein Elektroauto ja, für einen Kleinstwagen eher nein. Für den Preis von unserem Testwagen gibt es auch schon ein schön ausgestattetes Modell aus dem B-Segment, aber halt eben nicht mit Elektroantrieb.

Die technischen Daten und die AR-Testdaten zu diesem Modell finden Sie in der gedruckten Ausgabe der Automobil Revue.

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