Lelouch kehrt zurück zum «Grand Rendez-vous»

Während der GP von Monaco dieses Jahr aus bekannten Gründen nicht ausgetragen werden konnte, bekamen die Monegassen trotzdem Gelegenheit, zwei schnelle Ferrari durch die Strassen des Fürstentums jagen zu sehen. Am vergangenen Sonntagmorgen war die Strecke des berühmten Rundkurses für rund zwei Stunden gesperrt, sodass ein Ferrari SF90 Stradale, Rennfahrer Charles Leclerc und Regisseur Claude Lelouch die Grand-Prix-Strecke für sich hatten. Das Ziel? Ein Remake von Lelouchs berühmtem Kurzfilm von 1976 mit dem Namen «C’était un rendez-vous», bei dem ein Ferrari 275 GTB während acht Minuten mit irrwitziger Geschwindigkeit durch die Strassen von Paris jagt. Der neue Kurzfilm mit dem Titel «Le Grand Rendez-vous» hat einen grossen Unterschied zum Original: Die Fahrt ist von den Behörden genehmigt. «Für ‹C’était un rendez-vous› konnten wir Paris nicht absperren lassen. Ich hatte es versucht, aber man sagte mir sofort, dass das unmöglich sei», erklärte Lelouch im französischen Privatsender BFM TV.

Was damals von den Kritikern einstimmig positiv bewertet wurde, würde heute zweifelslos als höchst fahrlässig und kriminell gewertet werden; eine solche Jagd auf nicht abgesperrten öffentlichen Strassen wäre schlicht unmöglich. «Die Bewilligung für den Dreh und die Tatsache, dass die Strecke zwei Stunden lang gesperrt war, sind definitiv ein Unterschied zu früher», resümiert Claude Lelouch. Und: Es sitzt nicht mehr der Regisseur selber am Steuer, sondern mit Charles Leclerc ein bewährter Rennfahrer. «Leclerc ist das Auto gefahren, ich war für die Dreharbeiten verantwortlich. Ich habe die Kameras montiert, und ich sass während des ganzen Nervenkitzels neben ihm. Ich hoffe, das kommt im Film auch so hinüber.»

Der dritte Unterschied zu damals ist der Kamerawagen.  Der Ferrari 275 GTB, der im Film von 1976 die Hauptrolle spielte, war nicht geeignet für die Aufnahmen, sodass Lelouch einen Mercedes 450 SEL einsetzte und in der Postproduktion das Geräusch des deutschen 6.9-Liter-V8 durch den Sound des italienischen V12 ersetzte. Der Grund für den Tausch war, dass die Stossdämpfer des Ferrari die Vibrationen des Kopfsteinpflasters zu direkt auf die Kameras übertrugen, die Bilder wären unbrauchbar gewesen. Auf den feinst geteerten Strassen von Monaco sollte dies nicht zum Problem werden.

Noch unbekannte Handlung
Über das Drehbuch des neuen Kurzfilms ist noch nichts bekannt. Claude Lelouch gab nur ein knappes Statement ab: «Wir wollen versuchen, eine Botschaft der Hoffnung zu vermitteln und zu zeigen, dass trotz Virus und trotz Krise das Leben weitergeht – und die Autos weiter fahren.» Die Veröffentlichung von «Le Grand Rendez-vous» ist für 13. Juni 2020 vorgesehen. 

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