TVR – eine unendliche Geschichte

TVR Der neue TVR Griffith hätte 2017 auf den Markt kommen sollen. Dann 2018. Dann 2019. Dann 2020. Und jetzt?

Es war doch alles gut. TVR, die englische Marke mit den wohl am meisten unterschiedlichen Besitzern, war 2013 in die Hände des britischen Unternehmers Les Edgar gelangt. Er ging für TVR-Verhältnisse äusserst seriös vor, baute nicht einfach einen viel zu grossen Motor in ein nie erprobtes Chassis ohne vernünftiges Fahrwerk ein, sondern suchte die Zusammenarbeit mit Gordon Murray, konnte Cosworth und Ford als Motorenlieferant gewinnen. Und liess dann in aller Ruhe ein Fahrzeug konstruieren, das 2017 die ersten Auftritte hatte. Und eigentlich bereit schien für eine Serienfertigung, zumal schon 2016 ein Fabrikgelände in Wales erstanden werden konnte.

Aber: Wir schreiben das Jahr 2020 – und die Renovationsarbeiten auf dem Firmengelände in Ebbw Vale sind noch immer nicht abgeschlossen. Das heisst, um etwas genauer zu sein: man hat noch gar nicht damit begonnen, TVR streitet wohl noch mit dem walischen Staat darüber, wie gross der Aufwand für den Auf- und Umbau werden könnte. Nun denn, ohne Produktionsstätte dürfte ein Serienanlauf etwas schwieriger werden.

Leider ist es so, dass weiterhin nur genau ein Fahrzeug existiert, jenes von 2017. Das ist zwar ein Vieh, der etwa 500 PS starke 5-Liter-Ford-Coyote-Motor, gekoppelt an ein manuelles 6-Gang-Getriebe und von Cosworth mit einer Trockensumpfschmierung ausgestattet, macht einen wunderbaren Lärm. Damit sollten heuer weitere potentielle Kunden beeindruckt werden, doch Corona liess keine Auftritte zu. Und man muss davon ausgehen, dass Brexit den Geschäftsbemühungen von TVR auch keine grosse Hilfe ist – wie man so hört nicht nur in Nebensätzen, geht es auch anderen britischen Herstellern nicht besonders gut. Die Probleme von Aston Martin ziehen sich schon länger hin, doch jetzt scheint auch McLaren massive Geldsorgen zu haben.

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