Alles begann – mit Graber

AR-KATALOG Zwischen 1947 und 1955 zierte ein von Hermann Graber aus Wichtrach eingekleidetes Fahrzeug das Titelbild des «Katalog der Automobil Revue». Es war eine schöne Zusammenarbeit.

Es war eine ausgezeichnete Idee des Redaktionsteams der «Automobil Revue», damals unter der Leitung von Robert Braunschweig, 1947 zum ersten Nachkriegs-Salon einen Automobil-Katalog herauszugeben. Diese Tradition wird bis heute fortgeführt, trotz der immer stärker werdenden elektronischen Medien und Plattformen. Und noch immer behauptet der AR-Katalog als Standardwerk seinen langjährigen Platz in vielen Bücherregalen.

Zwischen dem damaligen Chefredaktor der «Automobil Revue», Robert Braunschweig, und dem wohl bekanntesten Schweizer Autodesigner, Hermann Graber aus Wichtrach BE, muss die gegenseitige Wertschätzung gross gewesen sein. Wir nehmen heute an, dass dies mit ein Grund war, weshalb während neun Jahren auf der Titelseite des Salon-Kataloges ein Fahrzeug aus der Werkstatt des bekanntesten Schweizer Carrossiers abgebildet war. Als Auftakt zu dieser Serie war auf dem Titelblatt des AR-Kataloges 1947 ein Peugeot 402 B Graber Cabriolet abgebildet.

Der Delahaye 135 MS mit Graber-Karosserie, der im Jahr 1949 auf dem Titel des AR-Kataloges abgebildet wurde.

«Graber Cabriolets – ein Begriff» steht unter der Abbildung des Delahaye 135 MS Cabriolets, dass die Titelseite des AR-Katalogs von 1949 ziert. Im Katalog, in dem die technischen Angaben zur französischen Marke Delahaye zu finden sind, ist eben dieser Delahaye 135 MS auch noch mit geschlossenem Verdeck abgebildet. 1948 betrug der Katalogpreis für einen Delahaye 135 M mit Graber-Karosserie 41 500 Franken, das 135-M-Chassis allein mit drei Vergasern, Cotal-Getriebe und Rudge-Speichenrädern, aber ohne Karosserieaufbau war für 21 253 Franken zu haben. Im Vergleich: 1948 kostete ein VW Käfer 6200 Franken. Design und Handwerk hatten goldenen Boden.

Für Hermann Graber und die anderen Carrossiers war die Präsentation ihrer neuesten Kreationen am Genfer Automobil-Salon jeweils der Höhepunkt des ganzen Jahres. Gleichzeitig mehrere Fahrzeuge wurden in der Regel als Einzelstücke entweder am eigenen Graber-Stand ausgestellt oder dann am Stand des Chassis-Herstellers mit entsprechender Kennzeichnung. Unterschriebene Kaufverträge für das ausgestellte Fahrzeug und Folgeaufträge wurden dabei meist mit grossem Erfolg angestrebt.

Im AR-Katalog 1949 ist der Delahaye 135 MS Cabriolet Graber vom Titelblatt ebenfalls zweimal im Kapitel «Das Schweizer Cabriolet» als besonders gelungenes Beispiel abgebildet. Der Bildlegende kann man entnehmen: «Eines der schönsten je gebauten Cabriolets, ein Clou des Genfer Salons 1947, war diese Schöpfung von Graber auf dem Delahaye 135 MS.» Erstaunlich ist, dass ein Vorjahresmodell derart prominent auf und im AR-Katalog 1949 abgebildet wurde, auch wenn es sich um einen äusserst gelungenen Wurf Hermann Grabers handelt, dessen Linien an Eleganz kaum zu überbieten sind. 

Hier können Sie ein Exemplar bestellen: www.katalog2020.ch

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