Er hat dieses Etwas

MIKLAS BORN Das ging zackig. Der 18-jährige Basler stieg vom Kart ins Auto um – und gewann den ersten Titel. Es passt: Seine Idole sind zwei Renngiganten.

Nach vier von fünf Läufen der europäischen 24H-Rennserie steht der Titelgewinner in der Fahrerwertung der TCE-­Klasse fest: Es ist der erst 18-jährige Miklas Born. Der Teenager aus Basel sicherte sich den Gesamtsieg am vorletzten Wochenende mit dem ersten Platz bei den 12 Stunden von Sizilien (I), der Coppa Florio. So beeindruckend der vorzeitige Titelgewinn ist, so beeindruckend liest sich die Geschichte seiner Saison. Auch vor dem Sizilien-Lauf stand Born auf dem Podest, und zwar ausnahmslos. Er wurde Zweiter bei den 12 Stunden von Monza (I) und den 16 Stunden von Hockenheim (D), begonnen hatte er die Meisterschaft als Sieger der 24 Stunden von Portimão (P). Und wie wenn das nicht genug wäre, fuhr Born sein erstes Rennen in einem Tourenwagen, einem VW Golf GTI TCR des Motorsportteams Autorama Wetzikon ZH, im Januar bei den 24 Stunden von Dubai – und beendete es auf Platz drei. Teamchef Stefan Tanner ist ob der Resultate des Rohdiamenten beeindruckt und schwärmt: «Miklas hat vom ersten Rennen in Dubai bis heute praktisch keinen Fehler gemacht und war auch in sehr schwierigen Situation immer extrem abgeklärt. Es macht wahnsinnig viel Spass, mit einem so jungen und talentierten Fahrer den Titel zu holen.»

Miklas Born stieg vom Kart in den VW Golf GTI TCR um – und holte gleich im Tourenwagen-­Premierenjahr den Titel in der europäischen TCE.

Dankbar und gläubig
Irgendetwas hat dieser Junge, zweifellos. Er wird von Förderprogrammen unterstützt, seit 2014 von Basel Talents, die unter anderem die Mountainbike-Welt- und Europameisterin Katrin Leumann betreuen, und seit letztem Jahr von der Swiss Rookies Motorsport Academy. Deren Präsident Markus Häfliger war es auch, der dem Kartfahrer Born Ende letztes Jahr eine erste Testfahrt in einem Formel-BMW ermöglichte und schliesslich den Kontakt zum Autorama-Rennstall herstellte. Miklas Born ist sehr dankbar für diese Unterstützung. Fast demütig fragt er im Gespräch mit der AUTOMOBIL REVUE nach, ob es möglich sei, dass er seine treuen Sponsoren, Aichele Medico in Aesch BL und Citton in Basel, erwähne. Er ist dankbar, dass er viele Helfer zur Seite hat, das merkt man.

Eines seiner Rennfahreridole ist der achtfache Motorrad-Weltmeister Marc Márquez, «weil sich der Rennsport gleicht, egal, ob auf zwei oder vier Rädern, und ich mir von Márquez viel abschauen kann, wie er seinen Weg geht oder wie er sich in den Medien präsentiert.» Aber am Anfang war vor allem Ayrton Senna Borns Lichtgestalt: «Ein grandioser Rennfahrer. Aber was mich an Senna auch sehr fasziniert, ist sein Glaube an Gott.» Miklas Born sagt über sich, dass er sehr christlich sei, obwohl er weiss, «dass das weniger zum Bild der lauten, schnellen Motorsportwelt passt». Umso beeindruckender ist es, dass er ohne Umschweife dazu steht.

Der relativ einfache Umstieg
Scheinbar fast genauso einfach fiel es ihm, als er vor rund einem Jahr vom Kart in den Rennwagen umstieg. «Klar war die Umstellung gross. Ein Auto ist sehr viel schwerer als ein Kart. Aber im Grossen und Ganzen habe ich mich rasch sehr wohl gefühlt. Ein Kart ist nervös, es reagiert sehr direkt auf eine Lenkbewegung. Im Rennwagen und mit Fahrhilfen läuft dagegen alles sehr viel ruhiger und träger ab», erinnert sich Miklas Born an seiner ersten Kilometer im VW Golf GTI TCR auf dem Rundkurs von Anneau du Rhin (F) nahe seiner Basler Heimat. Und wieder sagt er es nicht einfach so dahin, sondern fast demütig: «Das Team von Autorama hat mir bei diesem Umstieg sehr geholfen. Beim ersten Rennen in Dubai war ich noch nervös, ich hatte ja nicht viel Erfahrung. Aber die Jungs haben einen super Job gemacht, ich habe mich auch dank ihnen entwickelt – und schliesslich den Titel geholt.»

Aber bei diesem grossen Umstieg ist ja nicht nur das Fahrzeug ein komplett anderes. Früher, beim Kartfahren, war vor allem Vater Christian Born an seiner Seite. Nun, beim Rennstall von Autorama, ist es ein ganzes Team, eine grosse Organisation. Aber auch das macht Miklas Born rückblickend wenig zu schaffen: «Beim Kartsport sass ich alleine hinter dem Lenkrad. Jetzt, im Langstreckenrennsport, sehe ich viele neue, interessante Dinge, die mich als Rennfahrer weiterbringen.» Weil er sich das Cockpit des Tourenwagen mit Teamkollegen teilt, müsse er beim Set-up, beim Einstellen des Autos, Kompromisse eingehen: «Ich kann über eine lange Renndistanz sehr viel mehr lernen als bei einem Sprintrennen. Beispielsweise, wie ich meine Reifen schone.»

Zu lernen sei ihm wichtig, sagt Born. Denn er will Rennfahrerprofi werden, «wohl im GT-Sport». Wie es nach seinem Titelgewinn weitergeht, ist unklar, «es ist auch eine Frage des Budgets». Aber der nächste Helfer steht schon an seiner Seite. Yannick Mettler, ein routinierter Racer mit viel Tourenwagen-, GT- und Langstreckenerfahrung, sei sein Mentor. Auch er wird erkannt haben, dass an Miklas Born wohl etwas dran ist.

2 Kommentare

  1. Obwohl ich zum Erfolg meines Enkels Miklas nichts beigetragen habe ,bin ich stolz auf seine Leistungen. Weiterhin viel Erfolg ,lieber Miklas und allzeit gute und unfallfreie Fahrt. Dein Grosspappi.

  2. Das macht richtig freude ein Junger Rennfahrer wo Talent hat und sich zum Glauben an unseren Grossen Gott bekennt.
    Werde ein Fan von im….
    Hoffe ich dürfe in mal persönlich Kennen lernen …als Motorsportfan und Hobby-Formelpilot würde ich mich gerne mal mit im Unterhalten.
    MfG Boumi

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