Mehr geht kaum

Nicht ohne Grund ist er seit Jahren das beliebteste Auto der Schweiz und von halb Europa. Die vierte Generation bietet noch mehr Platz für eine innige Beziehung.

Der Škoda Octavia, im Bild der RS, wird in der Schweiz nur als Kombi angeboten.

Unscheinbarer Biedermann war gestern. Heute ist er selbstbewusster Gentleman, der sich etwas traut. Im Innern des Škoda Octavia übernimmt das Mäusekino. Der zentrale Bildschirm ist bis zu zehn Zoll gross, das virtuelle Cockpit noch einen Tick grösser. All das sieht nicht nur hübsch aus, sondern lässt sich in der Škoda-Konfiguration auch gut bedienen. Hinzu kommen Touch-Schieberegler für die Lautstärke und das grosse Panoramadach. Das Smartphone wird dank induktiver Ladeschale, USB-Anschlüssen und optimaler Vernetzung standesgemäss umsorgt. Mit einer E-Sim ist der Octavia immer online. Detaillösungen wie die liebevollere Materialauswahl (im Vergleich zur konzerninternen Konkurrenz) oder die Simply-clever-Fea­tures machen den Octavia zum angenehmen, durchdachten und zuvorkommenden Begleiter.

Äusserlich wurde der Tscheche kantiger, markanter, ausdrucksstärker, womit er seinem Standing nun auch optisch gerecht wird. Zumindest handelt es sich hierbei um das beliebteste Auto der Schweiz. Das war 2020 so, 2019, 2018 und – man ahnt es – auch 2017. Den MQB-Plattformpartner, Ideengeber und Teilelieferanten VW Golf hat der Octavia seit Lancierung der dritten Generation im Griff. Das ist insofern beeindruckend, weil es ein Abbild vieler europäischer Märkte ist. Das wird sich auch mit dem neuen Modell kaum ändern.

Weiter gewachsen

Mehr als sieben Millionen Octavia wurden seit 1996 weltweit verkauft. Mitunter ein Grund dafür ist die Tatsache, dass der neue Octavia in 34 (!) verschiedenen Grundausführungen erhältlich und so für beinahe jeden etwas dabei ist. Als Antriebe stehen in unterschiedlichen Leistungsstufen drei reine Benziner (110–245 PS), ein Zweiliter-Diesel (115–200 PS) und ein Erdgasmotor (130 PS) zur Wahl. Hinzu kommen mildhybridisierte Varianten und zwei Plug-in-Hybride (204 und 245 PS). Geschaltet wird manuell oder via Doppelkupplungsgetriebe, die Kraft wird auf die Vorderachse oder bei den stärkeren Dieseln auf alle Räder verteilt.

Dass der Octavia derart gut ankommt, liegt aber nicht nur am üppigen Motorangebot. Škodas ehemaliger Vorstandsvorsitzender Bernhard Maier bezeichnet den neuen als besten Octavia aller Zeiten. Womit er definitiv recht hat. Die wenigen Kritikpunkte wurden mit jeder Generation stetig verbessert. Neu bietet der Tscheche moderne Features wie ein Head-up-Display, eine Drei-Zonen-Klimaautomatik und einen schlüssellosen Fahrzeugzugang an allen vier Türen. Für die Sicherheit kommen erstmals bei Škoda neue Systeme wie die Assistenten für das Ausweichen, Abbiegen, Aussteigen und die lokale Gefahrenwarnung zum Einsatz. Mit der 360-Grad-Kamera wird das Parkieren zum Kinderspiel. Wichtig ist das, weil der Octavia gewachsen und jetzt rund zwei Zentimeter länger (4689 mm) und breiter (1829 mm) ist als der Vorgänger. Das Ladevolumen beim Kombi hat um 30 auf 640 bis 1700 Liter zugelegt. Damit bietet er den grössten Kofferraum der Klasse, wobei sich der Octavia definitiv am nächsthöheren Segment orientiert. Den Kunden freut es, vier Personen finden in allen Dimensionen uneingeschränkt Platz vor.

Bereit für den grossen Titel

Die Komforteigenschaften wurden ohnehin angenehm umgesetzt. Das Chassis wirkt hervorragend austariert und findet den passenden Mix aus Gemütlichkeit und Reaktionsfreudigkeit, Filterung und Rückmeldung. Anlässlich des Vergleichs aller COTY-Finalisten hat uns der RS positiv mit seiner Agilität überrascht. Der lediglich frontgetriebene Topbenziner bietet eine zu jeder Zeit hervorragende Traktion bei vergleichsweise wenig Seitenneigung. Dem adaptiven Fahrwerk gelingt eine in dieser Klasse beinahe einzigartige Spreizung.

Mit seinem Gesamtpaket ist der Octavia nun definitiv bereit für den ganz grossen Titel. 2014 musste sich die dritte Octavia-Generation im ­COTY-Finale noch geschlagen geben. In der Zwischenzeit konnte der Octavia allerorten Preise abräumen. Apropos: Die Preise reichen von ab 29 030 Franken für den Einliter-Benziner mit Handschaltung bis zu ab 49 930 Franken für den Plug-in-RS. Mit Blick auf die Konkurrenz ein guter Deal!

Die wichtigsten Fakten im Überblick
Karosserie
Kombi, Limousine (nicht in der Schweiz).
Motorisierung Benzin: 1.0 TSI (81 kW/110 PS), 1.5 TSI (110 kW/150 PS), 2.0 TSI (180 kW/245 PS). Diesel: 2.0 TDI (85 kW/115 PS, 110 kW/150 PS, 147 kW/200 PS). Erdgas: 1.5 TSI G-Tec (96 kW/130 PS). Plug-in-Hybrid: 1.4 TSI (150 kW/204 PS, 180 kW/245 PS). Preis Škoda Octavia ab Fr. 29 030.–, RS ab Fr. 46 390.–, Scout ab Fr. 46 870.–.

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