Renault Arkana: Crossover mit viel Platz

Mit dem Arkana stellt Renault seinen Kompakt-SUV einen eleganten und geräumigen Crossover mit Coupéheck zur Seite.

Renault Arkana vor Weinreben

Kenner der internationalen Autoszene dürfen sich nicht verwirren lassen: Mit dem Modell Arkana, das der französische Hersteller seit mehr als zwei Jahren in Russland anbietet, hat der neue Renault Arkana wenig zu tun. Das Russland-Modell basiert auf Dacia-Technik und ist eher ein solider Geländewagen. Der Arkana für den westeuropäischen Markt basiert auf der CMF-B-Plattform und wird im südkoreanischen Werk Busan gebaut. Er bedient sich also der gleichen Plattform wie Clio oder Captur. Damit steht auch fest: Allradantrieb wird es für den Arkana nicht geben.

Viel mehr bringt Renault mit dem Arkana ­einen Crossover mit schnittigem Coupéheck für das immer weiter wachsende C-Segment. Das optisch gefällig verpackte, knapp 4.60 Meter lange SUV-Coupé hat trotz der abfallenden Dachlinie seine Geräumigkeit und Praxistauglichkeit bewahrt, und es finden auch grösser gewachsene Personen im Fond ausreichend Platz. Unter der Heckklappe bietet der Arkana 513 bis 1296 Liter Kofferraumvolumen. Entscheidet man sich für den am Namenskürzel E-Tech erkennbaren Vollhybrid, schrumpft der Platz wegen der im Heck untergebrachten Lithium-Ionen-Batterie auf 480 Liter. Mit abgeklappten Rücksitzen ergibt sich eine weitgehend ebene Ladefläche. Über einen verstellbaren Ladeboden lässt sich der Kofferraum anpassen.

Hybrid statt Diesel – und kein Plug-in

Die Zeiten des Diesel sind auch für den Arkana vorbei, Renault setzt durchgehend auf Benzinmotoren, die elektrisch unterstützt werden. In vier Jahren sollen 65 Prozent aller Modelle der Marke elektrifiziert sein, bis 2030 soll die Quote bei 90 Prozent liegen. Dabei werde es aber für den Arkana keinen Plug-in-Hybrid geben, sagte François Laurent, Direktor des Arkana-Projekts.

Die beiden Mildhybride leisten 103 kW (140 PS) und 118 kW (160 PS), wobei die stärkere Version erst im Oktober auf den Schweizer Markt kommt. Der 1.3 Liter grosse Direkteinspritzer-Turbo erhält von dem Zwölf-Volt-Hybridsystem über den Startergenerator Unterstützung. Laut WLTP kommt der TCe 140 EDC mit 5.8 l/100 km aus. Dabei lässt sich der knapp 1500 Kilogramm schwere Arkana flott bewegen. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist gut an den Turbomotor angepasst.

Wer elektrisch fahren können will, benötigt den Vollhybrid E-Tech 145. Renault Schweiz erwartet, dass diese Motorisierung einen Anteil von rund 60 Prozent an den Verkaufszahlen haben wird. Den Verbrennerpart übernimmt ein 1.6 Liter grosser Saugmotor mit 69 kW (94 PS). Neben dem Startergenerator mit 15 kW sorgt vor allem das 36 kW starke E-Aggregat für Vortrieb. Dieser Elektromotor ist in das Getriebe integriert, das zwei Gänge für den E-Antrieb und vier weitere für den Verbrenner bietet. Das Klauengetriebe wird ohne Kupplung und Synchronringe geschaltet, diesen Part übernimmt der E-Motor durch Anpassung der Drehzahl. Angefahren wird elektrisch, und vor allem in der Agglomeration spielt der Vollhybrid seine Stärken aus. Dann summt der Arkana im Stromermodus, solange die Energie der 1.2-Kilowattstunden-Batterie reicht. Geht es schneller als Tempo 70, schaltet sich der Verbrenner dazu.

Die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen und Verzögern lässt sich in zwei Stufen am Gangwahlhebel einstellen. Dabei erwies sich während der ersten Testfahrten die Stufe B, also stärkere Rekuperation, als bessere Wahl. Beim Cruisen arbeitet das System sehr harmonisch und sparsam, selbst im städtischen Stop-and-go-Verkehr sind Verbrauchswerte um fünf Liter pro 100 Kilometer machbar. Beim sportlichen Fahren auf bergigen Strassen wirkt das Getriebe hingegen unentschlossen bis hektisch. Wenn Beschleunigungsleistung gefordert ist, arbeitet es mit entsprechender Motorgeräuschkulisse oft in zu tiefen Gängen – vor allem dann, wenn die E-Maschine wegen leerer Batterie nicht genug Antriebsleistung beisteuern kann. Stellt man sich, etwa durch die stärkere Rekuperation, darauf ein und fordert den Arkana nicht ganz so sportlich, wie es das Fahrwerk mit seiner komfortabel-straffen und agilen Grundabstimmung erlaubt, ist man angenehm unterwegs. Am Ende der zügigen Testfahrt durch das Hügelland meldete der Bordcomputer 4.9 l/100 km.

Preisliste beginnt bei 31 800 Franken

Den Renault Arkana TCe 140 gibt es ab 31 800 Franken, der Vollhybrid kostet 1500 Franken mehr. Den TCe 160 wird es erst ab der höherwertigen Ausstattungsversion Intense im Angebot geben. Bereits die Basismodelle haben eine umfangreiche Serienausstattung inklusive Assistenzsysteme und eines Infotainments mit Apple Carplay und Android Auto. Der Vollhybrid in der Topausstattung R.S. ­Line mit weiteren Assistenzsystemen sowie Lederausstattung und 9.3-Zoll-Touchscreen kostet 38 500 Franken. 

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