E-SUV-Coupé von VW

Mit dem ID 5 GTX stellt VW das erste elektrische SUV-Coupé vor. Technisch ist er eng mit dem ID 4 verwandt – und die elegante Linie hat auch einen praktischen Vorteil.

VOLKSWAGEN ID.5 GTX Covered Drive

Mit Volkswagen und den SUV ist es ja so eine Sache. Während andere Hersteller mit drei oder vier Modellen je einen Vertreter pro Segment stellen, sind es bei VW weltweit mehr als ein Dutzend. Mit dem ID 5 kommt schon bald noch einmal ein weiteres Modell dazu. Die finale Version soll erst an der IAA München Anfang September präsentiert werden, aber die AUTOMOBIL REVUE durfte bereits ein erstes Mal mit einem getarnten, seriennahen Prototyp fahren.

Eigentlich ist der ID.5 auch nichts anderes als ein ID.4 Coupé, entsprechend auffällig sind auch die Ähnlichkeiten zwischen den Modellen. Anders ist ganz offensichtlich die Dachlinie. Mit dem ID.5 folgt VW dem Trend der SUV-Coupé, und, ob man den Trend mag oder nicht, man muss zugeben: Das Heck sieht deutlich eleganter aus als das des ID.4. Die Hoffnungen von VW in den ID.4 sind gerade in der Schweiz gross, auch wenn er gegenüber Volkswagens Dauerbrenner, dem Tiguan, noch deutlich zurückliegt. Bloss 683 Exemplare des ID.4 wurden bis und mit Juli eingelöst, während es vom Tiguan 2751 waren. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, und mit dem Allradantrieb im GTX wird der ID.4 auch noch einmal zulegen können.

Mit dem ID 5 startet VW direkt als GTX, bei dem der Permanentmagnet-Motor der Hinterachse mit einem Asynchronmotor an der Vorderachse ergänzt wird. Dieser hat den Vorteil, dass er bei Nichtgebrauch weniger Schleppverluste verursacht, schliesslich wird er nur im Bedarfsfall zu­geschaltet und liefert bis zu 80 kW (110 PS). Die Regelung übernimmt der Fahrdynamikmanager. Gemeinsam erbringen die Motoren eine Leistung von 220 kW (299 PS) und ein Drehmoment von 460 Nm. Die Motoren werden aus der bisher grössten bei VW verfügbaren Batterie mit 77 kWh gespiesen. So soll die Reichweite nach WLTP ganze 497 Kilometer betragen. Wie das in der Realität aussieht, war auf der rund einstündigen Probefahrt nicht abzuschätzen.

Bessere Aerodynamik

Auf dem Papier kommt der ID 5 somit zehn Kilometer weiter als der ID.4. Designer Felix Schell sieht vor allem die optimierte Aerodynamik dafür verantwortlich, wie er erklärte: «Dank der abfallenden Dachlinie konnten wir die ohnehin schon gute Aerodynamik noch weiter verbessern.» Dabei integrierte VW noch einen dezenten Heckspoiler, der sich bogenförmig über die Heckscheibe spannt. «Das ist anders als bei vielen Konkurrenten, bei  denen der Spoiler hinten die Scheibe zweiteilt. Wir haben uns beim ID.5 dafür entschieden, die Heckscheibe unter dem Spolier durchlaufen zu lassen. Es ist der erste integrierte Heckspoiler seit dem Scirocco», führt Schell aus. Ihm persönlich gefalle das besser, weil es zu den männlichen Linien, wie er es nennt, passe. Da muss man ihm Recht geben, denn mit der hohen Schulterlinie, den kurzen Überhängen und den monströsen 21-Zoll-Rädern wirkt das SUV tatsächlich ordentlich muskulös.

Trotz der eleganten Dachlinie: Der ID.5 bietet ausreichend Platz. Auf den Rücksitzen ist die Kopffreiheit kaum eingeschränkt, und der Kofferraum ist mit mindestens 543 Litern Fassungsvermögen in seinem Segment auch akzeptabel.

Wenig Unterschiede zum ID.4

Auf den ersten Metern der Ausfahrt mit dem fast finalen Prototyp zeigt sich bereits, dass sich die technische Gemeinsamkeiten mit dem ID 4 auch im Fahrverhalten niederschlagen. Im Spurt zeigt sich der allradgetriebene ID.5 GTX souverän, sowohl beim Sprint aus dem Stand wie auch beim Überholen auf der Landstrasse. Und das trotz der beachtlichen Masse von rund 2.2 Tonnen. Aber gerade auf unebenen Landstrassen macht sich diese dann doch bemerkbar, das Fahrwerk könnte sich komfortabler zeigen. Und die Geräuschkulisse wird dominiert vom Poltern der Achsen, was natürlich auch mit dem nicht vorhandenen Motorengeräusch zusammenhängt.

Ein offizieller Einführungstermin steht für den ID.5 GTX noch nicht fest, und auch der Preis ist noch unbekannt. Es darf davon ausgegangen werden, dass er leicht über dem des ID.4 GTX von 57 450 Franken liegt.

Die technischen Daten zu diesen Modellen finden Sie in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper der AUTOMOBIL REUVE.

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