Das beste Auto des Jahres

Am Ende wurde es ganz eng auf den drei ersten Plätzen um den Titel des Auto des Jahres. Der Kia EV6 setzte sich durch vor dem Renault und dem Hyundai.

Mit 279 Punkten sicherte sich der Kia EV6 am vergangenen Montag den Titel Car of the Year 2022. Zum ersten Mal stand damit ein Koreaner zuoberst auf dem Podest, fast wäre ihm die landesinterne Konkurrenz aber noch zum Verhängnis geworden. «Ich denke, der Kia EV6 und der Hyundai Ioniq 5 nehmen sich gegenseitig einiges an Punkten weg», beurteilte Frank Janssen, Jurypräsident von The Car of the Year, die Situation vor der Wahl. Diese Einschätzung war nicht ganz unbegründet, wie sich am Ende zeigte: Während einige der rund 60 Jurymitglieder einem der beiden Konkurrenten deutlich mehr Punkte erteilten als dem anderen, um sicherzustellen, dass ihr Favorit die Nase vorne hat, verteilten andere Juroren ihre Punkte weniger taktisch und bewerteten beide Modelle ähnlich gut. So verlor der Hyundai nicht nur den ersten, sondern auch den zweiten Platz. Von den sieben Finalisten reichte es am Ende dem Renault Megane E-Tech Electric mit 265 Punkten auf den zweiten Platz, sehr knapp vor dem Hyundai Ioniq 5 mit 261 Punkten. Auf den weiteren Plätzen folgen der Peugeot 308 (191 Punkte) als einziger Verbrenner im Feld, der Škoda Enyaq iV (185 Punkte), der Ford Mustang Mach-E (150 Punkte) und der Cupra Born (144 Punkte).

Starke Plattform

Der Kia EV6 überzeugte die Jury vor allem mit seiner starken Plattform, die der Hyundai-Kia-Konzern entwickelt hatte. Die 800-Volt-Technologie, Laden mit bis zu 270 kW und V2X, also das Versorgen von Verbrauchern direkt aus dem Auto, überzeugten die Jury. «Der Kia EV6 macht State-of-the-Art-Technologie für den Massenmarkt verfügbar. Er bietet ein grosses Mass an Innovation zu einem vernünftigen Preis», beurteilt eines der Jurymitglieder, während er für ein anderes «schlichtweg eine beeindruckende Plattform» ist. Etwas mehr zu reden gab aber das extravagante Design des Kia. Während es von den einen als wegweisend empfunden wurde, heisst es – bei den konservativeren unter den Juroren –, es sei «schwer zu verstehen». Kaum für Diskussionen sorgte derweil das Fahrwerk, das durchgängig als sehr sportlich bewertet wurde. Während das für einige ein Pluspunkt ist, sind andere der Meinung, es sei nicht mehrheitsfähig und gehöre nicht in ein Familien-­SUV.

Die Sportlichkeit war auch einer der Punkte, die dem Ford Mustang Mach-E letztlich zum Verhängnis wurden. Über diesen war nämlich der Grundtenor ganz klar: Das Teil ist richtig geil. Aber das reicht halt eben noch nicht, um Auto des Jahres zu werden – dazu muss das Gesamtpaket stimmen. Sonst hätte auch der Škoda Enyaq gewinnen können, der mit seinem Preis überzeugte, oder der Peugeot 308, der sich mit seinem breiten Spektrum an Motorisierungen Pluspunkte bei der Jury holte.

Preisverleihung in Genf

Wie bereits im vergangenen Jahr fand die Preisverleihung in den Hallen des Palexpo in Genf statt. Unter anderen Umständen würden in diesen Tagen die Vorbereitungen für den Autosalon Genf auf Hochtouren laufen. Aber mit der Absage der GIMS 2022 stehen die Hallen leer und konnten als Studio für die grosse Wahl von The Car of the ­Year genutzt werden. Die Veranstaltung wurde ohne Publikum durchgeführt und live im Internet übertragen. Die Hoffnung bleibt bestehen, dass die Übergabe der begehrten Trophäe schon im nächsten Jahr wieder im Rahmen des Autosalons durchgeführt werden kann, wie GIMS-Präsident Sandro Mesquita in seiner Ansprache erneut betonte

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