Sportlicher

Škoda hat im Kodiaq RS den Diesel durch einen Benzinmotor ­ersetzt. Dieser passt gut zum Charakter des Fahrzeugs, der irgendwie doch sportlich ist.

Dass Škoda eine junge Marke ist, ist nichts Neues. Wie jung aber, zeigt sich erst deutlich bei einem Blick auf die Geschichte des Kodiaq. Als dieser 2016, also vor gerade einmal sechs Jahren, auf den Markt kam, war er das erste echte SUV der Marke – den unsäglichen Yeti lassen wir einmal aussen vor. Nach einer leichten Überarbeitung 2017 gab es 2021 ein grösseres Facelift und eine markante Änderung beim Antrieb des Topmodells Kodiaq RS: Der bisherige 240-PS-Diesel durfte einem Benziner Platz machen. Mit dem 2.0 TSI mit 180 kW (245 PS) unter der Haube, dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, adaptivem Fahrwerk und viel Alcantara und falschem Karbon im Innenraum ist der Škoda Kodiaq RS jetzt im Grunde auch nichts anderes als ein grösserer Octavia RS.

Der VW EA888 ist ja ohnehin so etwas wie die Allzweckwaffe im Konzern, er befeuert in der 245-PS-Abstimmung auch den Golf GTI, den VW Tiguan oder den Cupra Leon. Über die Bedeutung der RS-Varianten im Line-up von Škoda wurde schon viel diskutiert, aber auch wenn RS nie etwas mit Rennsport zu tun hatte, so passt der Benziner sicher besser zum Charakter als ein Selbstzünder. Der Zweiliter-Turbo spricht direkt an, das Drehmoment von 370 Nm liegt bereits ab 1600 U/min an. Im oberen Drehzahlbereich lässt der Durchzug etwas nach, was in einem Kodiaq aber deutlich weniger negativ auffällt als in einem Golf GTI oder einem Cupra. Mit gemessenen 7.2 Sekunden von 0 auf 100 km/h kann der Kodiaq RS trotz seines Mehrgewichts auch fast mit einem Octavia RS mithalten. Dass der Kodiaq im Unterschied zum Octavia serienmässig mit Allradantrieb kommt, verhilft ihm zu einer guten Traktion auf den ersten Metern.

Allrad und adaptives Fahrwerk sind Serie

Dank des Allradantrieb – der bei allen Motorisierungen des Kodiaq serienmässig mit dabei ist – lässt sich der Kodiaq RS auch zügig durch längere Kurvenkombinationen bewegen, zum Sportwagen wird er dadurch aber nicht. Bei zu heftigem Gasgeben schiebt das SUV dann doch über die Vorderachse. Das serienmässig adaptive Fahrwerk fängt in der Sportstellung einen Teil der Karosseriebewegungen auf und hilft zusammen mit dem Allradantrieb, das Fahrzeugheck zu stabilisieren. Trotz ansehnlicher Dimensionen wird der Kodiaq so beinahe agil. Klar ist, dass der Verbrauch unter dem Motoren-Upgrade leidet. Liess sich der RS bisher mit deutlich unter sieben Litern Diesel pro 100 Kilometer bewegen, sind es jetzt klar über neun Liter Benzin.

Optisch bringt die Modellpflege einige dezente Änderungen wie die LED-Scheinwerfer, die neue Frontschürze oder die aerodynamisch optimierten Felgen. Geblieben sind der dunkle Kühlergrill und die RS-Logos rund ums Auto. Die finden sich auch im Innenraum wieder, wo als erstes das neue Lenkrad auffällt. Ansonsten gibt es wenig Überraschendes: Bezüge teilweise in Alcantara, Plastik in Karbonoptik und rote Kontrastnähte. Der Wählhebel verrät, dass das Auto eben doch noch aus einer anderen Generation stammt, schliesslich gibt es noch nicht den Shift-by-Wire-Stummel wie in den neuen Modellen. An den Abmessungen des Autos hat sich mit der Modellpflege nichts verändert und somit auch nichts am Platzangebot. Dieses ist grosszügig, optional gibt es sogar noch eine dritte Sitzreihe sowie eine elektrisch ausklappbare Anhängerkupplung für 2.3 Tonnen Zuglast. Der Kodiaq RS ist vielleicht doch etwas mehr als bloss ein grösserer Octavia RS.

Testergebnis

Gesamtnote 74.5/100

Antrieb

Bewertung: 4 von 5.

Der 2.0 TSI mit 245 PS ist ein bewährtes Aggregat, kräftig und linear, das besser zum Kodiaq RS passt, als bisher der Diesel.

Fahrwerk

Bewertung: 3.5 von 5.

Der Kodiaq ist auch als RS völlig alltagstauglich und bietet mit den adaptiven Dämpfern eine gewisse Spreizung zwischen Komfort und Sport.

Innenraum

Bewertung: 4 von 5.

Viel Platz, bis zu sieben Sitze und gewisse sportliche Anleihen, wie die Alcantarabezüge sind die Stärken des Kodiaq.

Sicherheit

Bewertung: 4 von 5.

Das übliche, umfangreiche Paket an Assistenz- und Sicherheitssystemen, dazu gibt es echte Knöpfe für die Klimabedienung.

Budget

Bewertung: 4 von 5.

Škoda lässt sich die Topvariante des Kodiaq ordentlich bezahlen. Dafür gibt es aber serienmässig Allradantrieb. 

Fazit 

Mit der RS-typischen, sportlichen Optik und dem dynamischen 245-PS-Benziner ist der Kodiaq RS ein attraktives SUV, das erst noch viel Nutzwert bietet mit bis zu sieben Plätzen und 2.3 Tonnen Anhängelast.

Die technischen Daten und unsere Messwerte zu diesem Modell finden Sie in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper der AUTOMOBIL REVUE.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.