Minimale Evolution

Der überarbeitete CX-30 behält die Stärken, die ihn erfolgreich machen. Die kleinen Änderungen sieht man nicht wirklich, machen aber ein ansprechendes SUV noch besser.

Der CX-30 ist Mazdas erste Wahl im Kampf gegen starke Wettbewerber auf dem Markt für Kompakt-SUV, sodass eine grosse Verantwortung auf ihm lastet. Er war das meistverkaufte Modell der Japaner im letzten Jahr und wird es wohl auch in den ersten sechs Monaten 2022 sein. Im Kampf gegen den Peugeot 3008, den Nissan Qashqai und vor allem den VW Tiguan konnte er sich im selben Zeitraum besser verkaufen als der Franzose (466 Exemplare) und sein japanischer Konkurrent (346). Dagegen liegt er weit hinter dem deutschen Bestseller weit (496 Einheiten gegenüber 1404). Dass der CX-30 gut abschneidet, liegt daran, dass er mit einer Reihe von Trümpfen aufwartet. Damit er seinen Platz auf dem Siegerpodest auch weiterhin behauptet, hat Mazda ihm ein kleines Facelift verpasst, wobei klein eher untertrieben ist.

Die Motorisierungen wurde insbesondere durch die E-Skyactiv-Mildhybrid-Technologie und den Verzicht auf das Dieselaggregat weiterentwickelt. Was die stärkste Version, den E-Skyactiv X, betrifft, so legt sie um sechs PS zu. Ansonsten sind die Unterschiede sowohl aussen wie auch innen gering, es gibt eine neue Karosseriefarbe und einen zentralen USB-Anschluss, der neu platziert wurde.

Doch auch ohne grosse Veränderungen macht das Interieur einen soliden Eindruck. Das Armaturenbrett aus braunem, unterschäumtem Kunstleder und die perforierten Nappaledersitze sehen ansprechend aus. Es kommen viel Kunststoff, das sich aber je nach Einsatzbereich im Aussehen unterscheidet, und verchromte Zierelemente zum Einsatz. Das Ganze wirkt etwas heterogen, aber durchaus gelungen, die Verarbeitung ist sehr ordentlich. Gerade die Verarbeitungsqualität ist traditionell ­eine von Mazdas Stärken im Vergleich zu einigen seiner Konkurrenten. Auch die Sitzposition ist sehr gut, wenngleich man sich aufgrund der hohen Gürtellinie und der niedrigen Fenster etwas eingeengt fühlen kann. Die Ergonomie ist gut, alle Bedienelemente einschliesslich der Klimaanlage lassen sich leicht und effizient bedienen. Die Steuerung des Infotainmentsystems erfolgt mittels Drehrad, was den Vorteil hat, dass man beim Fahren weniger abgelenkt ist. Wir bedauern jedoch einige Unzulänglichkeiten des Systems wie etwa beim Navigationssystem, das ab und zu die Orientierung verlor, oder die manchmal abwegige Verkehrszeichenerkennung. Ein weiterer Kritikpunkt ist die eingeschränkte Sicht nach hinten. Das Platzangebot wiederum, insbesondere auf den Rücksitzen, ist gut.

Vorbildlich auf der Strasse

Unser Testmodell war mit dem I-Activ-Allrad­antrieb ausgestattet, der mit einem G-Vectoring-­Control-System zusammenarbeitet. Dieses bremst die kurvenäusseren Räder ab und sorgt so für mehr Stabilität am Ausgang. Im Alltag macht sich das jedoch kaum bemerkbar, ebenso wenig wie die zusätzlichen PS. Grund zum Klagen besteht jedoch nicht, denn die Fahrleistung ist etwas behäbig, aber überzeugend. Sie fühlt sich zwar nicht nach 137 kW (186 PS) und 240 Nm an, doch der Motor erweist sich in den meisten Situationen als recht dynamisch. Die Karosseriebewegungen halten sich in Grenzen, und das Fahrverhalten ist ordentlich. Autobahnfahrten absolviert der CX-30 leise und komfortabel, nur auf holprigen Strassen wird man aufgrund der etwas straffen Dämpfung etwas durchgeschüttelt. Angesichts des wettbewerbsfähigen Preises und seiner Qualitäten hat der CX-30 gute Chancen, ein Dauerbrenner zu werden. 

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