Automobil Revue | 03.02.2026
Es dauert noch rund vier Jahre, bis die nächste Generation des Marco Polo auf Basis der neuen Mercedes Van-Architektur auf den Markt kommt. Deshalb haben die Schwaben das aktuelle Modell jetzt in vielen Details überarbeitet.
Ausgeliefert wird das Facelift-Modell ab Mitte 2026. Die Verwandlung der nackten V-Klasse in ein Freizeitmobil mit (Marco Polo) oder ohne Küchenblock (Marco Polo Horizon) findet nicht mehr bei Westfalia statt, sondern im Mercedes-Werk Ludwigsfelde bei Berlin.
Man muss schon sehr genau hinschauen, um die Unterschiede zum noch aktuellen Camper zu erkennen. Der bedeutsamste sitzt ganz oben: Das Hubdach ist nicht mehr aus GFK, es besteht jetzt aus einer Alu-Doppelschale. Das sorgt laut Andreas Zygan, Leiter Entwicklung Mercedes-Benz Vans, für mehr Stabilität und eine bessere Isolierung.
Was noch wichtiger ist: Der Faltenbalg hinten ist zehn Zentimeter höher. Das bietet mehr Platz und ermöglicht sogar eine Liegeposition mit dem Kopf nach hinten ohne akute Beklemmungsgefühle. Wie gehabt kann das Hubdach manuell oder gegen Aufpreis elektrisch geöffnet und geschlossen werden. Auf Wunsch gibt es auch ein Schiebedach, das den nächtlichen Blick auf den Sternenhimmel freigibt.
Ausserdem wurde innen rund ums Dach eine LED-Ambientebeleuchtung integriert. Neues gibt es auch von der Markise: Die lässt sich jetzt, etwa für den Besuch der Waschanlage oder die Zeit zwischen zwei Camping-Ausflügen, zu zweit mit wenigen Handgriffen abnehmen und wieder aufstecken. Praktisches Detail: Die Kurbel zum Aus- und Einfahren steckt jetzt direkt in der Halterung.
Ebenfalls hilfreich ist das neue Verdunkelungskonzept mit magnetischen Abdeckungen. Dazu kommt noch ein neues Soundsystem mit acht Lautsprechern und einem Subwoofer – Musik gibt es dank Bluetooth-Konnektivität auch bei ausgeschaltetem Infotainment-System.
Durch die Weiterentwicklung des Mercedes-Benz Advanced Control Systems (MBAC) lassen sich die Neuerungen wie Beleuchtung, Sound und Schiebedach jetzt smart per Display im Fahrzeug oder über die MBAC-App auf dem Smartphone steuern.
Verbessert wurden auch die Klapptische, die Schubladenführungen, das Bedienpanel an der Sitzbank und die Kühlbox, die nach wie vor 40 Liter fasst und auf Wunsch bis minus 18 Grad abkühlt, aber 25 Prozent weniger Energie verbraucht als das bisherige Modell.
Das Facelift-Modell ist ab März bestellbar, die Auslieferung soll Mitte des Jahres starten. Zu den Preisen äusserte sich der Hersteller noch nicht. Aktuell beginnt die Preisliste für beide Varianten bei rund 80‘000 Franken. SP-X/AR