Damit wurden im Vergleich zu 2024 rund 6000 Autos weniger abgesetzt, das ist ein Rückgang um 2.4 Prozent. Wenn man das Pandemiejahr ausklammert, ist das «der tiefste Stand seit mehr als 25 Jahren», bilanziert der Branchenverband Auto-Schweiz. Die Importeurs-Vereinigung warnt auch davor, die positiven Dezember-Zahlen überzuinterpretieren. Der Dezember «wiederholt ein saisonales Muster und darf nicht als Trendwende missverstanden werden».
Automarkt Schweiz 2025: Gute Dezember-Verkaufszahlen retten das Jahr nicht
Klaus Justen | 06.01.2026
Zum Jahresende hatten Garagisten und Strassenverkehrsämter noch einmal reichlich zu tun: Mit 26’744 Autos neu zugelassenen Autos legte der Markt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5.5 Prozent zu und erwies sich als verkaufsstärkster Monat des Jahres. Die Jahresbilanz liess sich damit nicht retten. Unter dem Strich stehen 233‘737 Neuzulassungen.
Bestseller 2025: VW Tiguan vor Tesla Model Y und Mercedes GLC
Der Schweizer Gesamtmarkt bleibe somit, anders als das restliche Europa, weiterhin deutlich unter dem langjährigen Vorkrisenniveau von rund 300’000 Neuzulassungen pro Jahr. Für die Branchenvertretung resultieren die Minuszahlen «aus marktfremden CO2-Vorgaben, überdurchschnittlich hohen Energiepreisen und konjunkturellen Unsicherheiten».
Die Erneuerung des Wagenparks verzögere sich dadurch weiter. Die jüngste Erhebung des Bundesamts für Statistik zeige ein Durchschnittsalter von 10.5 Jahren, während es vor 25 Jahren (2000) noch 7.4 Jahre betrug, so Auto-Schweiz.
Zum Jahresende zogen die Verkaufszahlen von vollelektrischen Fahrzeugen (BEV) an und erreichten einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent
Antriebsarten: Elektroautos mit Schub zum Jahresende
Aufs Jahr gesehen erreichten Steckerfahrzeuge 34 Prozent Marktanteil. Davon entfallen 22.8 Prozent auf vollelektrische Fahrzeuge (BEV), Plug-in-Hybriden erzielten 11.2 Prozent Marktanteil. Damit haben Steckerfahrzeuge das Ziel verpasst, Ende 2025 einen Anteil von 50 Prozent zu erreichen.
Allerdings hat in der zweiten Jahreshälfte und vor allem im Dezember der Absatz von vollelektrischen Fahrzeugen Schwung aufgenommen. Im Dezember erreichten BEV bereits einen Marktanteil von 32.1 Prozent, praktisch jedes dritte verkaufte Auto war also ein Elektroauto. Mit rund 8500 ausgelieferten Elektroautos im Dezember wurden die Ergebnisse der Vormonate nahezu verdoppelt, im Vergleich zum Januar 2025 sogar nahezu verdreifacht.
Zwei Drittel der Neuzulassungen sind Verbrenner: Hybride und Mildhybride erreichen 35.3 Prozent, Benziner 23.8 und Diesel 6.8 Prozent Marktanteil
Der steigenden Akzeptanz für elektrifizierte Antriebe steht ein deutlicher Rückgang bei den klassischen Verbrennern gegenüber. Diesel verbuchen ein Minus von rund 30 Prozent, Benziner einen Rückgang von rund 20 Prozent. Stärkstes Segment sind Hybride inklusive Mildhybriden, die gut 35 Prozent Marktanteil haben.
VW bleibt Marktführer in der Schweiz vor Skoda und BMW
An der Markenhierarchie hat sich im laufen Jahr nichts geändert. Marktführer bleibt VW, das mit 25‘607 verkauften Autos um 6.4 Prozent besser abschnitt als im Vorjahr und einen Marktanteil von 11 Prozent hat.
Auf Rang zwei hat sich Skoda platziert, die tschechische Volkswagen-Tochter verkaufte 22‘290 Autos. Während Skoda noch tiefschwarze Zahlen schreibt mit einem Plus von 5.6 Prozent, musste der drittplatzierte Federn lassen. BMW setzte 20‘466 Fahrzeuge ab, das ist ein Minus von 6.2 Prozent.
Jetzt den Newsletter der AUTOMOBIL REVUE abonnieren!
Den gleichen Minuswert musste auch Mercedes-Benz verbuchen, die Marke mit dem Stern verkaufte 19‘101 Fahrzeuge. Auf Rang fünf schliesslich Audi mit 17‘225 Einheiten, damit rutschte der Ingolstädter Premiumanbieter ab Spätsommer in die roten Zahlen, am Ende des Jahres steht ein Minus von 4.2 Prozent.
Die Erfolgsgeschichten des Jahres schrieben die neuen chinesischen Hersteller mit hohen Zuwachsraten – resultierend natürlich aus dem niedrigen Startniveau, etwa bei BYD, das 2024 noch 44 Autos verkaufte und 2025 knapp an der 1000 kratzte.
Aber auch in absoluten Zahlen sind speziell die Verkaufszahlen von MG bemerkenswert. Der Hersteller hat mit 3673 Einheiten (Vorjahr: 679) etablierte Marken wie Mini (3624) und Opel (3348) hinter sich gelassen – wobei beide in diesem Jahr wieder Boden gutmachen konnte, Mini verbuchte ein Plus von knapp 18 Prozent. Erholung war 2025 auch bei Alfa Romeo angesagt, die 1177 neu immatrikulierten Fahrzeuge bedeuten ein Plus von 37 Prozent. Über die 1000 ist auch Polestar gesprungen, das ist ein Plus von knapp 78 Prozent.
Tesla hat mit einem überragenden Dezember (76 Prozent Plus zum Vorjahr) Schadensbegrenzung betrieben, mit 6448 Fahrzeugen unterbot man das Vorjahr um rund 28 Prozent – zwischenzeitlich im Jahr lag das Minus bei über 50 Prozent.
Top Ten Schweiz 2025
1. (1.) VW Tiguan 5181
2. (3.) Tesla Model Y 5080
3. (2.) Mercedes GLC 4299
4. (5.) VW Golf 3985
5. (4.) Skoda Kodiaq 3895
6. (6.) Skoda Karoq 3452
7. (10.) Skoda Elroq 3448
8. (8.) BMW X1 3428
9. (9.) Audi Q3 3416
10. (7.) Toyota Yaris 3313
Kumulierte Neuzulassungen für das Jahr 2025, in Klammern Platzierung Vormonat
Meistverkauftes Modell: VW Tiguan vor Tesla Model Y und Mercedes GLC
Bei den meistverkauften Modellen gab es im Dezember Verschiebungen. Dem im November schon als Jahressieger scheinbar feststehenden VW Tiguan rückte das Tesla Model Y noch einmal gefährlich nahe, obwohl im Dezember mehr als 700 Tiguan immatrikuliert wurden.
Die Amerikaner lieferten von ihrem Elektrocrossover im Dezember fast 1400 Exemplare aus und überholten so noch den Mercedes GLC, der sich Rang 3 sicherte. Einige Plätze nach oben sprang auch der Skoda Elroq, der im Dezember fast 600 neue Besitzer fand.
Top Ten Schweiz elektrisch
1. (1.) Tesla Model Y 5080
2. (2.) Skoda Elroq 3448
3. (3.) Skoda Enyaq 2859
4. (4.) Volvo EX30 2117
5. (5.) Audi Q4 1910
6. (7.) BMW iX1 1631
7. (6.) Renault R5 1627
8. (8.) VW ID.3 1618
9. (9.) Audi Q6 1485
10. (–) Cupra Tavascan 1243
Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), kumulierte Neuzulassungen für das Jahr 2025, in Klammern Platzierung Vormonat
Fotos: Mercedes-Benz, Tesla, VW
Kommentare
Keine Kommentare