Automarkt Schweiz im Januar: Fulminanter Fehlstart ins neue Jahr

Klaus Justen | 03.02.2026

Ein Festival der roten Zahlen: Das Autojahr 2026 beginnt mit einem fulminanten Fehlstart. Gerade einmal etwas mehr als 14'000 neue Personenwagen sind im Januar in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein immatrikuliert worden. Das ist der schlechteste Zulassungsmonat in diesem Jahrhundert.

Bmw x1 m35i

Schweizer Bestseller im Januar: der BMW X1

Die 14'027 Neuzulassungen entsprechen einem Minus von 5.1 Prozent gegenüber Januar 2025. Auffällig ist natürlich die Diskrepanz zum letzten Monat im vergangenen Jahr. Gegenüber Dezember 2025 gingen die Neuzulassungen im Januar um 47.6% zurück.

Rückläufige Januarzahlen bei den Personenwagen sind zwar «eine typische Gegenbewegung zum Jahresendgeschäft», wie der Branchenverband Auto-Schweiz bilanziert. Aber die drohenden Strafen für zu hohe CO2-Werte in den Flotten hätten diese «Marktverzerrung markant verstärkt».

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Das lasse sich an den BEV-Neuzulassungen gut ablesen: Im Januar 2026 wurden mit 2913 Fahrzeugen zwei Drittel oder 66 Prozent weniger reine Elektroautos in Verkehr gesetzt als im Dezember 2025 (8584). Damit sank der Marktanteil der Elektroautos von rund 32 Prozent im Dezember auf 20.8 Prozent im Januar – das ist ein guter Prozentpunkt mehr als im Januar 2025.

Die Schweizer Autoimportwirtschaft und die Händler und Garagisten hatten im Dezember alles unternommen, um die CO2-Sanktionen zu vermeiden oder zu minimieren. Dadurch kam es im Jahresendgeschäft zu unnatürlichen Effekten, so der Verband.

Die Januarzahlen seien grundsätzlich nur bedingt aussagekräftig für den weiteren Jahresverlauf, aber das Minus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr mache deutlich, dass für die CO2-Rahmenordnung dringender Anpassungsbedarf bestehe.

Peter Grünenfelder, Präsident von Auto-Schweiz: «Bundesrat und Parlament sind angesichts dieser Zahlen mehr denn je gefordert, die CO2-Rahmenbedingungen rasch anzupassen und die Klima- und Verkehrspolitik endlich an der Markrealität auszurichten, um weitere Schäden zu vermeiden.»

Top 10 Schweiz 2026

1. BMW X1 266
2. Skoda Kodiaq 256
3. Toyota Yaris 254
4. BMW X3 251
5. Renault Clio 247
6. VW Tiguan 218
7. Mercedes-Benz GLC-Klasse 216
8. Audi Q3 211
9. VW Golf 207
10. Skoda Elroq 199

Neuzulassungen für das Jahr 2026

Schaut man auf die einzelnen Antriebsarten, haben allein Modelle mit Plug-in-Hybrid markant zugelegt, 1709 Autos wurden im Januar zugelassen, das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Minimale Zuwächse hatten BEV und Hybride (inklusive Mildhybride), Diesel verzeichnet weiter rote Zahlen.

Bei den einzelnen Marken verzeichnet BMW ein sattes Minus von 20 Prozent, ist aber aktuell noch auf Platz 1 vor VW und Skoda. Danach folgen Mercedes-Benz und Audi.

Grosse prozentuale Zuwächse verbuchen die neuen Marken aus China wie BYD, Leapmotor und MG. Solide unterwegs waren auch Honda, Mitsubishi und Toyota, die jeweils mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegten.

Top 10 Schweiz elektrisch

1. Skoda Elroq 199
2. Skoda Enyaq 189
3. Volvo EX30 164
4. Kia PV5 87
5. Porsche Macan 85
6. Audi Q4 81
7. BMW iX1 70
8. Toyota bZ4X 64
9. Renault R5 59
10. Kia EV5 57

Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), Neuzulassungen für das Jahr 2026

Bestverkauftes Modell im Januar war der BMW X1, der sich knapp vor den Skoda Kodiaq und Toyota Yaris platzierte. Bestverkauftes Elektromodell war der Skoda Elroq vor Skoda Enyaq und Volvo EX30.

Der Besteller des vergangenen Jahres, das Tesla Model Y, taucht in den Top 10 überhaupt nicht auf – Tesla als Marke stürzte mit einem Minus von mehr als 65 Prozent im Januar ab, gerade einmal 47 Model Y fanden einen Käufer.

Tiefrote Zahlen schrieben auch Mazda (minus 42 %), Hyundai (minus 39.3 %), Seat/Cupra (minus 34.4 %) oder Peugeot (minus 21.4 %).

Foto: BMW

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