Der EH216-S stammt vom chinesischen Technologieunternehmen EHang und ist für zwei Personen ausgelegt.
Anders als bei Flugzeugen oder Helikoptern braucht es keinen Piloten an Bord. Start, Navigation und Landung laufen komplett automatisiert ab.
Automobil Revue | 01.04.2026
In der Schweiz beginnt ein neues Kapitel der Mobilität. Ab Sommer 2026 soll in Grenchen erstmals ein autonomes, elektrisch betriebenes Luftfahrzeug im realen Betrieb getestet werden. Mit dem EH216-S betritt die Schweiz technologisches Neuland und positioniert sich als Vorreiter der urbanen Luftmobilität in Europa.
Der EH216-S stammt vom chinesischen Technologieunternehmen EHang und ist für zwei Personen ausgelegt.
Anders als bei Flugzeugen oder Helikoptern braucht es keinen Piloten an Bord. Start, Navigation und Landung laufen komplett automatisiert ab.
Gewinnen Sie einen Rundflug mit dem EH216-S
Am heutigen Nachmittag um 15 Uhr können Sie am Flughafen Grenchen den EH216-S zum ersten Mal im Einsatz erleben. Die ersten fünf Interessenten, die sich am Info-Point der AUTOMOBIL REVUE direkt vor der Anmeldung der Flugschule Grenchen melden, können einen Rundflug mit dem EH216-S gewinnen. Erleben Sie das Mittelland um Solothurn, die Aussicht auf Jura und Alpen, aus einer komplett neuen Perspektive!
Zentrale Steuerung statt Cockpit
Die Steuerung erfolgt über eine zentrale Plattform am Boden. Dort werden Flugdaten in Echtzeit ausgewertet, Routen abgestimmt und sicherheitsrelevante Entscheidungen getroffen.
Das Ziel ist ein effizienter und sicherer Betrieb, auch in einem komplexen Luftraum. Der EH216-S hat etwa 30 Kilometer Reichweite und erreicht rund 130 Kilometer pro Stunde. Damit eignet er sich besonders für kurze und mittlere Strecken, etwa innerhalb von Städten, zwischen urbanen Zentren und anderen Verkehrsknotenpunkten.
Flughafen Grenchen, Tower
Sicherheitskonzept mit Redundanz
Das Fluggerät verfügt über mehrere unabhängig arbeitende Rotoren. Diese Bauweise sorgt dafür, dass der EH216-S auch bei Ausfällen einzelner Komponenten stabil bleibt. Der elektrische Antrieb ermöglicht einen leisen, emissionsfreien Betrieb und ist damit besonders für dicht besiedelte Regionen interessant.
Obwohl die Sicherheit im Mittelpunkt steht, bleibt das Projekt vorerst ein Testbetrieb. Erste Testflüge laufen entlang der Aare und alle Abläufe werden schrittweise geprüft.
Eine grosse Herausforderung ist die Integration in den bestehenden Luftraum. Interessierte können sich bereits als Testpassagiere über ein Online-Formular anmelden. Voraussetzung ist, dass sie sich der möglichen Risiken bewusst sind.
Mit der Anmeldung bestätigen sie, auf eigene Verantwortung mitfliegen und im Falle von Zwischenfällen selbst zu haften. Die Verantwortlichen setzen damit auf Transparenz und freiwillige Teilnehmende, die diese neue Art der Mobilität früh erleben möchten.
EH216-S im Testbetrieb. Zum Vergrössern anklicken!
Grenchen als europäischer Pilotstandort
Grenchen bietet mit seiner bestehenden Luftfahrtinfrastruktur gute Voraussetzungen für das Projekt. In der ersten Phase soll der Standort als operativer Knotenpunkt dienen, von dem aus Testflüge geplant und ausgewertet werden.
Laufen die Tests erfolgreich, könnten ab Anfang 2027 erste kommerzielle Flüge für die Öffentlichkeit möglich werden. Die Schweiz würde damit zu den ersten Ländern Europas gehören, die autonome Luftfahrzeuge im Alltag einsetzen.
Auch die Leitung des Flugplatz Grenchen befürwortet das Projekt. Flugplatzleiter Michael Steinbach betont, dass Grenchen ideale Voraussetzungen bietet.
Zwischen Innovation und Akzeptanz
Trotz vieler technologischer Fortschritte bleiben Fragen zu Regulierung, Luftraumorganisation und gesellschaftlicher Akzeptanz offen. Autonome Systeme im Personenverkehr werfen nicht nur technische, sondern auch rechtliche und ethische Themen auf.
Auch auf Bundesebene wird das Projekt aufmerksam verfolgt. Albert Rösti liess auf Anfrage verlauten, dass autonome Luftmobilität «eine interessante Ergänzung zum bestehenden Verkehrssystem» darstellen könnte.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Bevölkerung auf diese neue Mobilitätsform reagiert. Klar ist: Mit dem Projekt in Grenchen setzt die Schweiz ein deutliches Zeichen. Die Fortbewegung der Zukunft könnte bald nicht nur am Boden, sondern verstärkt auch in der Luft stattfinden.
Flughafen Grenchen
Fotos: ARRA
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