CEO-Beben bei Seat Cupra und Volvo: Wayne Griffiths und Jim Rowan nicht mehr im Amt

Automobil Revue | 01.04.2025

Überraschende Personalentscheidungen bei zwei Autoherstellern, die im Vergleich zur Branche auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken: Volvo hat seinen CEO Jim Rowan gefeuert, bei Seat Cupra hat Wayne Griffiths sein Amt niedergelegt.

Wayne Griffiths Jim Rowan

Wayne Griffiths, Jim Rowan

Bei Wayne Griffiths kommt der Abschied besonders überraschend, denn der 59 Jahre alte Brite war so etwas wie das Gesicht der jungen Marke Cupra, die er nach Übernahme des Vorstandspostens bei Seat 2020 aufbaute und als erfolgreiche neue Marke positionierte. Noch vor zwei Wochen meldete das Unternehmen einen Rekordumsatz für 2024.

Wie der Volkswagen-Konzern mitteilte, verlässt Griffiths zum 31. März 2025 auf eigenen Wunsch das Unternehmen, um sich «neuen Herausforderungen zu stellen». Ob damit eine andere Führungsaufgabe in der Automobilbranche gemeint ist, ist aktuell offen.

«Wayne Griffiths hat beim Aufbau der Marke Cupra und der Restrukturierung des Unternehmens grossartige Arbeit geleistet. Sein Verständnis für die Marke ist bemerkenswert», sagte Volkswagen-Vorstand Thomas Schäfer, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender von Seat und Cupra. Wer Nachfolger an der Spitze der beiden spanischen Marken wird, steht noch nicht fest. Markus Haupt, Vorstand für Produktion und Logistik bei Seat, wird das Unternehmen interimistisch leiten.

Der Knall an der Spitze des schwedischen Herstellers Volvo wurde indes vom chinesischen Mutterkonzern Geely ausgelöst. Obwohl Jim Rowan 2024 den höchsten Gewinn in der fast hundertjährigen Geschichte des Unternehmens eingefahren hat und auch bei der Transformation zur Elektromobilität mit Volvo sehr gut dasteht, hat ihm der Verwaltungsrat das Vertrauen entzogen.

«Angesichts rasanter technologischer Veränderungen, wachsender geopolitischer Unsicherheiten und zunehmendem Wettbewerb in verschiedenen Märkten ist der Vorstand der Ansicht, dass das Unternehmen von einer Führungspersönlichkeit mit umfassender Industrieerfahrung, tiefgehender Kenntnis der Unternehmensgruppe und einer nachgewiesenen Fähigkeit zur Umsetzung in herausfordernden Umfeldern profitieren wird», heisst es in einer Erklärung.

Was umgekehrt heisst: Geely-Gründer und Volvo-Verwaltungsratschef Eric Li traute dem britischen Manager Rowan offenbar nicht zu, die nächsten Schritte mit Volvo im schwierigen Marktumfeld zu gehen – und griff auf einen alten Vertrauten zurück.

Hakan Samuelsson, der Volvo zehn Jahre führte und vor drei Jahren von Rowan abgelöst wurde, kehrt an die Volvo-Spitze zurück – im Alter von 74 Jahren. «Die Autoindustrie steht von vielen Seiten unter Druck. Ich fühle mich geehrt, zu einem so entscheidenden Zeitpunkt für Volvo Cars zurückzukehren», so der Volvo-Veteran.

Fotos: Seat/Cupra, Volvo

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