Schaut man sich die bestverkauften Automodelle in der Schweiz an, so schafften es im ersten Halbjahr des Jahres nur zwei Nicht-SUV unter die Top 10: der VW Golf und der Skoda Octavia. Alle anderen Bestseller sind SUV – vom Kompakt-Segment bis zu ausgewachsenen Familien-SUV. Ein Trend, der nicht neu ist. Schon im vergangenen Jahr war gut jeder zweite Neuwagen ein SUV. Besteller war der VW Tiguan.
Unumstritten sind SUV nicht – der Verbrauch und damit der CO2-Ausstoss ist konzeptbedingt höher als bei einer Limousine oder einem Kombi, die nicht zwangsweise weniger Platz für Personen und Gepäck bieten müssen. Dass allerdings ein kompaktes SUV sogar deutlich weniger Verkehrsfläche in Anspruch nimmt als ein Mittelklassekombi, wird in der Diskussion gerne übersehen.
Deshalb werden in der politischen Diskussion immer wieder Zusatzsteuern für SUV gefordert. Das Fahrzeugportal Autoscout24 hat in einer Umfrage den Schweizer Autofahrerinnen und Autofahrern auf den Zahn gefühlt – und erhielt eine (wenig überraschende) Antwort: Die deutliche Mehrheit der 759 Befragten lehnt die Zusatzsteuer ab. 68 Prozent sagen nein, eher überraschend ist es, dass immerhin 23 Prozent eine solche Steuer befürworten.
Über die Hälfte der Befragten (56.1%) schreibt SUV eine stärkere Umweltbelastung im Vergleich zu anderen Fahrzeugtypen zu. Dennoch gaben 65.6 Prozent an, sich beim nächsten Autokauf wieder für ein SUV zu entscheiden - selbst wenn eine Abgabe eingeführt würde. 26.9 Prozent würden auf ein kleineres, umweltfreundlicheres Modell ausweichen.
Ein möglicher finanzieller Beitrag für SUV wird mehrheitlich abgelehnt. 49.8 Prozent der Befragten geben an, gar nichts für eine potenzielle SUV-Zusatzsteuer zahlen zu wollen. Eine Minderheit wäre bereit, jährlich bis zu 100 Franken (7.2 %), 300 Franken (6.7 %) oder 500 Franken (4.4 %) zu entrichten. Zwei Drittel (66.2 %) würden ihr Fahrzeug auch bei Einführung einer Zusatzsteuer behalten, 11.2 Prozent würden es verkaufen.
Deutlich wird die Bindung an die Fahrzeugklasse bei den Nutzungsmotiven: 56.2 Prozent nennen den praktischen Platzbedarf für Familie oder Freizeit als Hauptgrund, gefolgt von Status-Aspekten (31.5 %) und Sicherheitsbedürfnis (29.4 %).
Bei der Frage nach geeigneten Massnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen zeigt sich eine Präferenz für marktwirtschaftliche Anreize: 49.9 Prozent wünschen keine staatlichen Eingriffe und sprechen sich dafür aus, dass der Markt Lösungen hervorbringen soll. Belohnungen für umweltfreundliche Fahrzeuge (24.2 %) erhalten etwa gleich viel Unterstützung wie ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs (24 %). Fahrverbote für schwere Autos in Städten stossen auf wenig Zuspruch (14.1 %).