- Gebaut 1953/54
- 21 oder 22 Exemplare produziert
- Nicht Colombo, sondern Lampredi
Ferrari 250 Europa - der Anfang
Peter Ruch | 10.03.2024
Die Ferrari 250 GT in ihren verschiedensten Formen gehören zu den legendärsten Modellen aus Maranello. Doch alles braucht einen Anfang.
12 x 250 = 3000. Also: 3 Liter Hubraum. Einfach, damit das schon mal geklärt wäre mit der Nomenklatur der 250er-Ferrari. Wir werden uns auf unserer Zeitreise durch die Ferrari-Geschichte noch ausführlich mit den 250 GT befassen, also: V12, 3 Liter Hubraum, der Colombo-Motor. Doch der kam ja erst 1954. Hier geht es um die 53er 250 Europa, und die hatten zwar schon den richtigen Namen und auch den richtigen Designer, also (zumeist) Pinin Farina. Doch noch nicht die Colombo-Maschine, sondern noch den klassischen Lampredi-V12, 68 x 68 Millimeter Bohrung x Hub, ca. 200 PS bei 7000/min. Der 250 Europa, von dem 21 Stück (oder doch 22, wie jüngste Forschungen ergeben haben wollen?) gebaut wurden, gehört also nicht wirklich zu den legendären 250ern, doch er ist eine gute Einstimmung auf das Thema. (Bilder unten: #0305EU, ein Pinin-Farina-Coupé.)
Also, 22 Exemplare, vier Coupé und ein Cabriolet von Vignale, ein weiteres Cabriolet von Pinin Farina (damals noch so geschrieben), dazu noch 17 Coupé. Alle kamen sie mit dem langen Radstand von 2,8 Metern - und das ist so ein bisschen ihr Problem, so richtig elegant wirken sie nicht, weder als Pinin Farina und schon gar nicht als Vignale. Und klar, Starrachse hinten. Zu den Kunden gehörten unter anderem Roberto Rossellini (#0299EU), auch Schweizer gehörten zur Kundschaft, etwa Graf Herbert Fritz Somsky aus Genf (#0331EU). (Bilder unten: ein Vignale-Coupé, #0313EU.)
Zu den richtig teueren Ferrari-Modellen gehören die 250 Europa nicht, aber ganz günstig ist die Anschaffung selbstverständlich nicht, es ist auf jeden Fall eine siebenstellige Summe fällig. Neuer Rekordhalter ist seit kurzem ein Vignale-Coupé (#0295EU - Bilder unten), das für 4,3 Millionen Dollar zugeschlagen wurde - und das original über einen Colombo-Motor verfügt haben soll. Womit ja dann quasi alles, was wir oben geschrieben hatten, obsolet wäre.
In der monatlich erscheinenden Klassik-Beilage der AUTOMOBIL REVUE finden Sie immer schöne Old- und Youngtimer. Abos gibt es: hier. Ansonsten entsteht hier eine sonntägliche Reihe von Ferrari, da haben wir eine Liste mit diesen schönen Geschichten erstellt, zu bewundern: hier.
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