Cupras Aufstieg im VW-Konzern flacht seit der Markengründung vor acht Jahren nicht ab. Neuster Streich ist der elektrische Kleinwagen Raval. Nicht nur, dass man er und seine Schwestermodelle Skoda Epiq, VW ID.Polo und ID.Cross in Spanien entwickelt wurden. Als Lohn dafür darf Cupra den Raval nun als erstes vorstellen. Auf Basis der MEB+-Plattform haben die Spanier ein Stadtauto entwickelt, das sich in Sachen Sportlichkeit und Design merklich von seinen Konzerngeschwistern abhebt. Auf den Markt kommt der Cupra Raval im Sommer 2026, bestellbar ist er schon jetzt. Die Preise beginnen bei 26'700 Franken für das Basismodell.
Cupra Raval: Mit 226 PS und Vollschalensitzen
Moritz Doka | 09.04.2026
Der Cupra Raval läutet die neue Generation von elektrischen Kleinwagen des VW-Konzerns ein. Markentypisch ist der Spanier von sportlich bis extrasportlich zu haben – mit mehr dynamischen Zutaten, als man es einem kleinen Stadtauto zutraut. Der Startpreis liegt bei 26'700 Franken.
Stämmiges Design
Die Abmessungen des Cupra Raval sind Kleinwagentypisch: 4.05 Meter lang, 1.78 Meter breit, 1.52 Meter hoch. Damit ist er rund 30 Zentimeter kürzer als der Born, wirkt aber viel bulliger. Die Radhäuser sind ausgestellt, die Spur dank Felgen mit geringerer Einpresstiefe zehn Millimeter breiter als beim ID.Polo. Ebenfalls nicht Kleinwagentypisch ist der lange Radstand von 2.6 Metern, der den Fondpassagieren viel Bewegungsfreiheit beschert.
Die angriffslustig gespitzten Scheinwerfer sind serienmässig in LED-, optional in Matrix-LED-Technik ausgeführt. Auch das beleuchtete Markenlogo an der Front ist eine Option. Rund um das Auto finden sich die markentypischen kupferfarbenen Akzente, die aber wohl nur den stärksten Modellen vorbehalten sind. Abgesehen davon werden alle Leistungsstufen das gleiche Karosseriedesign tragen. Unterschiede gibt es bei den acht verfügbaren Felgendesigns zwischen 17 und 19 Zoll. Ein Unterschied zu den Konzerngeschwistern sind die versenkbaren Türgriffe. Epiq und Co. setzen auf herkömmliche Bügelgriffe.
Endlich ein richtiges Digitalcockpit
Im Cockpit weht frischer Wind in Form neuer Bildschirme und Software. Das 12.9-Zoll-Infotainment läuft jetzt auf einer Android-Basis und hat Google-Funktionen standardmässig integriert. Ein neues Layout mit grösseren Kacheln vereinfacht die Bedienung, wobei die Touchslider unterhalb des Bildschirms – wenn auch beleuchtet – noch immer nicht das Gelbe vom Ei sind. Dafür gibt es am Lenkrad wieder echte Tasten statt Touchflächen.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist das neue 10.25-Zoll-Digitalcockpit, das die bisherige 5.3-Zoll-Einheit ersetzt. Darauf kann man nun endlich etwas erkennen. Zudem ist es voll konfigurierbar und zeigt von den Assistenzsystemen bis zur Navikarte alles an.
Immer top informiert mit dem AR-Newsletter!
Sportlichkeit hält in mehrerlei Formen Einzug. Einerseits mit dem Lenkrad mit Bediensatelliten (Cupra-Modus und Fahrmodi) sowie den Sportsitzen. Dort gibt es gleich mehrere Optionen vom Basisgestühl bis hin zu überraschend kompromisslosen Vollschalensitzen, die man in so einem kleinen Auto nicht erwarten würde. Weiter aufgepeppt wird das Cockpit von einer animierten Lichtprojektion auf die Türtafeln, bei der verschiedene Designs wählbar sind.
Viel Ausstattung, ...
Schon in der Basis – zumindest jener, die zum Marktstart verfügbar ist – ist eine Menge Ausstattung an Bord. Sie reicht von der Einparkhilfe mit Rückfahrkamera über beheizte und elektrisch verstellbare Sportsitze bis zur Induktionsladeschale fürs Smartphone. In der Topversion gibt es sogar einen adaptiven Tempomaten mit automatischem Spurwechselsystem. Zudem kann man den Raval von aussen per Smartphone autonom parkieren lassen.
... viel Platz
Bei einer ersten Begegnung im Studio wirkte der Raval auf allen Plätzen schön geräumig. Vier Erwachsene transportieren? Kein Problem. Selbst deren Gepäck kann man mitnehmen, 441 Liter Kofferraumvolumen im Kleinwagen sind ein Wort. Das rührt auch daher, dass durch die Verschiebung des Elektromotors aus dem Heck nach vorne mehr Bauraum zur Verfügung steht.
Stärkstes MEB+-Modell – vorerst
Alle MEB+-Modelle haben nämlich Vorderradantrieb. Insgesamt werden vier Leistungsstufen erhältlich sein: 116 PS, 135 PS, 211 PS und 226 PS. Die Topversion ist zumindest bis zum Erscheinen des ID.GTI der stärkste MEB+-Vertreter, beschleunigt in 6.8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und schafft 175 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Damit die rund 1.5 Tonnen Leergewicht gut um Kurven gehen, hat das Fahrwerk 15 Millimeter Tieferlegung erfahren, ist sportlicher ausgelegt, steifer und besitzt (je nach Ausstattung optional) adaptive Dämpfer. Zudem wurde das ESP neu abgestimmt und die Vorderachse verfügt über ein Sperrdifferenzial. Addiert man 235er Reifen, mehr negativen Radsturz und eine progressivere Lenkabstimmung dazu, ergibt das zumindest auf dem Papier das Potenzial für sehr viel Fahrspass.
Bis zu 450 km Reichweite
Zwei Akkus sind verfügbar: eine Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP) mit 37 kWh für die beiden schwächeren Leistungsstufen und ein Nickel-Mangan-Kobalt-Akku (NMC) mit 52 kWh für die beiden stärkeren. Das bedeutet zwischen 300 und 450 Kilometern Reichweite. Aufgeladen werden können sie mit 11 kW bei Wechselstrom. Bei Gleichstrom verträgt die kleine Batterie maximal 88 kW (das Einstiegsmodell mit 116 PS sogar nur 50 kW), die grosse 105 kW, womit sie in bestenfalls 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden kann. Notiz am Rande: Der Raval beherrscht echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand, was der VW-Konzern seinen E-Auto-Kunden bisher kategorisch vorenthielt.
Günstige Basis
Bestellen kann man den Cupra Raval ab sofort, Marktstart ist im Sommer 2026. Der Preis für das Einstiegsmodell liegt bei 26'700 Franken. Löblich, aber mit ein paar Kreuzen in der Optionsliste und einer stärkeren Motorisierung wird es wie immer schnell teurer. Das Topmodell VZ Extreme dürfte nicht unter 40'000 Franken zu haben sein. Gebaut wird der Cupra Ravel in Spanien, genau wie seine Konzerngeschwister.
Bildergalerie Cupra Raval
Bilder: Cupra
Kommentare
Keine Kommentare