DS N°7: Endlich Premium?

Olivier Derard | 17.03.2026

Der DS N°7 führt die neue Nomenklatur der Marke ein und basiert auf der STLA-Medium-Plattform von Stellantis. Das französische SUV ist grösser geworden und wird sowohl als Hybrid als auch in vollelektrischen Versionen angeboten. Es unterstreicht damit klar seine Premium-Ambitionen, auch wenn gewisse Details diesen Anspruch noch etwas relativieren.

Der 2017 eingeführte DS7 hat sich ohne Zweifel als das SUV-Flaggschiff des französischen Herstellers etabliert. Nun kehrt es in einer zweiten Generation zurück.

Gemäss der neuen Nomenklatur der Marke trägt das SUV künftig die Bezeichnung N°7. Diese Namensgebung soll die Premium-Ambitionen der Marke unterstreichen – das Symbol «N°», eine offensichtliche Anspielung auf die Welt von Chanel, erinnert klar an die Codes des Luxus.

Bleibt die Frage, ob das SUV diesen gehobenen Ansprüchen tatsächlich gerecht wird…

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Der Dreizylinder-Mildhybrid im DS N°7 liefert 145 PS

Der DS N°7 baut auf der STLA-Medium-Plattform auf. Deshalb übernimmt er die verschiedenen Antriebssysteme, die für diese Architektur vorgesehen sind.

Die Einstiegsversion wird daher als 48-Volt-Mildhybrid angeboten. Sie kombiniert die Leistung eines 1.2 Liter grossen Dreizylinder-PureTech-Motors mit dem Drehmoment einer kleinen Elektromaschine und entwickelt 145 PS sowie 230 Nm. Zwei Werte, die ehrlich gesagt wenig mit einem Premiumanspruch zu tun haben.

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DS N°7: Drei Elektroversionen mit bis zu 740 Kilometern Reichweite

Glücklicherweise schneiden die drei Elektrovarianten besser ab. Die erste davon ist ein Fronttriebler mit einem Verbrauch von 16 kWh/100 km. Die Batterie speichert 74 kWh und bietet damit eine Reichweite von 543 km nach WLTP. Der Elektromotor an der Vorderachse leistet 169 kW (230 PS, kurzzeitig bis zu 260 PS) und 343 Nm.

Die zweite Variante entwickelt das gleiche Drehmoment, nämlich 343 Nm. Die Leistung ist hingegen höher. 180 kW (245 PS, 280 PS in der Spitze). Dies liegt nicht an einem anderen Elektromotor, sondern an der grösseren Batterie: 97 kWh. Da der Verbrauch dieser Version mit 16.2 kWh/100 km angegeben wird, liegt die theoretische Reichweite nach ersten Angaben des Herstellers bei rund 740 km.

Schliesslich gibt es noch die leistungsstärkste Version mit Allradantrieb. Die beiden Elektromotoren liefern eine Leistung von257 kW (350 PS, kurzzeitig 375 PS), ein Drehmoment von 509 Nm. Bei einer Batteriekapazität von 97 kWh und einen Verbrauch von 16.9 kWh/100 km ergibt das nach WLTP eine Reichweite von 679 km.

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Der DS N°7 ist auf 4.66 Meter gewachsen und bietet 560 Liter Kofferraum

Die Länge des neuen DS N°7 beträgt 4.66 Meter, das sind sieben Zentimeter mehr als beim Modell der ersten Generation. Eine Weiterentwicklung, die ihm auch in praktischer Hinsicht Vorteile verschafft.

So sorgt der um fünf Zentimeter verlängerte Radstand für mehr Platz auf den Rücksitzen. Das Kofferraumvolumen wird mit 560 Litern angegeben.

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Das Armaturenbrett, das vom DS N°8 übernommen wurde, ist schön verarbeitet und mit edlen Materialien verkleidet, zumindest was den oberen Teil betrifft. Im unteren Bereich des Innenraums sind jedoch einige Materialien von minderer Qualität zu beklagen, wie beispielsweise die Hartkunststoffe an der Unterseite der Türverkleidungen – ein Element, das man beispielsweise auch in einem Peugeot 208 findet.

Ein weiteres gemeinsames Element: der Schalthebel, den Stellantis in fast allen seinen Modellen verwendet. Doch während der in einem Kleinwagen nicht stört, fühlt er sich in einem Fahrzeug der Premiumklasse deplatziert an.

Und nicht zuletzt weist das Äussere einen unverzeihlichen Mangel auf: Was auf den ersten Blick wie eine echte Metallfelge aussieht, ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Kunststoff-Radkappe.

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Bislang hat die Automobil Revue das Fahrzeug nur statisch begutachtet. Auf Eindrücke vom Fahrverhalten müssen Sie also noch ein wenig warten. DS legt aber offenbar den Schwerpunkt auf Komfort, da der N°7 mit der aktiven Federung DS Active Scan Suspension ausgestattet sein soll, die dank Sensoren und einer Kamera Unebenheiten auf der Strasse vorhersagen kann.

Zudem betont DS, dass sich das Fahrzeug im One-Pedal-Modus fahren lässt, Bremsen in alltäglichen Situationen also nicht nötig ist, weil der Elektromotor durch erhöhte Rekuparation das Fahrzeug verlangsamt und dabei Energie in die Batterie speichert. Das soll auch die Reichweite im Stadtverkehr optimieren.

Umfangreich gearbeitet haben die DS-Entwickler nach Ausagen des Herstellers an der Geräuschdämmung, zu den Assistenzsystemen gehört die Nachtsicht-Funktion.

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Die Motoren und Batterien werden in Frankreich hergestellt. Die Montage des Fahrzeugs erfolgt hingegen im süditalienischen Apulien im Werk Melfi. Das entspricht der Globalisierungsstrategie von Stellantis, verwehrt dem DS N°7 aber das Label «Made in France».

Die Preise für das Fahrzeug hat DS noch nicht kommuniziert.

Fotos: DS Automobiles

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