Mercedes S-Klasse: Beim Flaggschiff ist die Hälfte aller Komponenten neu

Automobil Revue | 29.01.2026

Nach knapp sechs Jahren Bauzeit erhält die aktuelle Generation der Mercedes S-Klasse ein umfangreiches Facelift. Mehr als die Hälfte aller Bauteile wurde überarbeitet oder neu entwickelt. Die Sechszylinder-Diesel und -Benziner wurden ebenso wie der V8 elektrifiziert – als Mild- oder Plug-in-Hybrid.

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Seit 2020 ist die Baureihe W223 auf dem Markt, Zeit, sie für die zweite Hälfte des Lebenszyklus fit zu machen. Der schwäbische Premiumhersteller hat weit mehr als nur ein Facelift abgeliefert angesichts einer Vielzahl an technischen Änderungen.

Auffällig ist aber in der Tat in erster Linie die veränderte Optik des Fahrzeuggesichts. Der Kühlergrill wuch ums 20 Prozent in der Fläche und ist nun beleuchtet, auf Wunsch kann auch erstmal der Mercedes-Stern beleuchtet werden, und in Kombination mit den neuen Micro-LED-Scheinwerfern (Digital Light genannt) ergibt sich so eine neue, markantere Lichtsignatur der S-Klasse.

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Die S-Klasse wird weiterhin in zwei Karosserievarianten angeboten. Das Standardmodell hat eine Länge von 5.19 Meter (Radstand 3.10 m), die Langversion misst stolze 5.30 Meter mit gut elf Zentimeter mehr Radstand.

Die grössere Länge kommt den Fondspassagieren zu Gute, denn das Kofferraumvolumen bei beiden Versionen liegt bei 510 Litern, bei den Plug-in-Hybriden schrumpft der Kofferraum auf 345 Liter. Ein Leichtgewicht war und ist die S-Klasse nicht, unter 2165 Kilogramm wiegt keine der insgesamt 14 möglichen Kombinationen aus Antriebsvariante und Karosserielänge.

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Neue Mercedes S-Klasse mit beheizbaren Sicherheitsgurten

Das Thema Komfort spielt bei der S-Klasse traditionell eine grosse Rolle. So bietet Mercedes in der neuen S-Klasse beheizbare Sicherheitsgurte, das über MBUX steuerbare Lüftungssystem (Digital Vent Control) oder einen neuen elektrischen Innenluftfilter (Energizing Air Control).

Der MBUX Superscreen ist serienmässig, die neueste Generation der Software ermöglicht den KI-basierten Assistenten «Hey Mercedes» mit natürlicher Dialogführung, die MBUX Surround Navigation arbeitet auf Basis von Google Maps. Mit zwei 33.3-Zentimeter-Displays und integrierter Videokonferenztechnik lässt sich der Fond als vernetzter Arbeitsplatz nutzen.

Für Fahrkomfort sorgt die serienmässige Airmatic, optional ist die E-Active Body Control. Die Hinterradlenkung mit 4.5 Grad Einschlagwinkel ist serienmässig, optional lässt sich mit der 10-Grad-Hinterachsslenkung die Agilität des Fahrzeugs steigern. In der Langversion reduziert die 10-Grad-Lenkung den Wendekreis um zwei Meter.

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Wassergekühlte Supercomputer und neues Operating System

Für die Steuerung aller Fahrzeugsysteme hat der Hersteller das Mercedes-Benz Operating System (MB.OS) entwickelt, das sämtliche Domänen im Fahrzeug vernetzt und via Cloud Over-the-Air-Updates ermöglicht.

Beim Thema Sicherheit setzt Mercedes auf sein weiterentwickeltes adaptives Rückhaltesystem mit Pre-Safe Impuls-Gurtstraffern und bis zu 15 Airbags. Für die Fahrerassistenzsysteme wurden Sensorik und Rechnerarchitektur weiterentwickelt. Der im Vorgänger noch angebotene Drive Pilot mit Funktionen nach Level 3 ist in der neuen S-Klasse nicht im Programm. Mercedes setzt auf den MB.DRIVE ASSIST PRO, der aber zum Marktstart nur in China verfügbar ist. Danach werden die USA folgen – später erst weitere Märkte, sobald es die Vorschriften erlauben, heisst es seitens des Herstellers.

Für die Steuerung aller Assistenz- und Einparksysteme setzt Mercedes einen neuen, wassergekühlten Supercomputer ein, der auch noch Reserven für künftige Assistenzsysteme habe. Zur Sensorikausstattung jedes Fahrzeugs gehören zehn Aussenkameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren

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Sechs oder Achtzylinder: Die Motoren in der neuen S-Klasse

Als Motorisierungen stehen für die neue S-Klasse Sechszylinder mit drei Litern Hubraum zur Wahl, entweder als Diesel oder Ottomotor. Ein Integrierter Starter-Generator mit 17 kW Leistung unterstützt die Verbrenner vor allem im unteren Drehzahlbereich. Darüber positioniert Mercedes die beiden Antriebsversionen mit V8.

Der überarbeitete Ottomotor (M177 Evo) hat in seiner Einstiegsversion im S450 eine Leistung von 280 kW (381 PS). Der Diesel leistet 230 kW (313 PS) und 660 Nm Drehmoment im S350d, als S450d sind es 270 kW (367 PS). Bei diesen Versionen der S-Klasse werden alle vier Räder angetrieben (4Matic).

Mit Hinteradantrieb gibt es die leistungsstärkere Variante mit Ottomotor und Plug-in-Hybrid als S450e. Der Verbrennenpart hat eine Nennleistung von 240 kW (326 PS), er wird unterstützt von einem 120 kW (163 PS) starken Elektromotor. Die Systemleistung beläuft sich auf 320 kW (435 PS), das Drehmoment auf 680 Nm. Die Batterie fasst rund 22 kWh, die elektrische Reichtweite gibt Mercedes mit 95 bis 117 Kilometern an.

Top-Version des Dreiliter-R6 ist der S500 4Matic mit 330 kW (449 PS) und 600 Nm Drehmoment.

Wer mehr Leistung und Zylinder will, für den bietet Mercedes den S580 4Matic an. Der V8-Motor bringt 395 kW (537 PS) mit, auch er ist mild-hybridisiert und wird elektrisch unterstützt.

Den gleichen Achtzylinder, allerdings mit weniger Leistung der Verbrennungsmaschine (330 kW/449 PS) setzt Mercedes im S580 4Matic mit EQ Hybrid Technologie ein. Durch den Elektromotor des Plug-in-Systems ergibt sich eine Systemleistung von 430 kW (585 PS). Bei diesem Modell liegt die elektrische Reichweite bei 93 bis 103 Kilometern.

In Deutschland startet die Preisliste bei 121'356 Euro

In Deutschland kann die neue Mercedes S-Klasse ab 30. Januar bestellt werden, in der Schweiz ist der Verkaufsstart erst im Februar. Deshalb gibt es für die Schweiz auch noch keine Preise, in Deutschland ist die Mercedes S 350 d 4MATIC Limousine zu einem Listenpreis ab 121‘356 Euro im Programm.

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Fotos: Mercedes-Benz

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