Polestar-Chef Michael Lohscheller: «Der Nachfolger des Polestar 2 kommt nahtlos im nächsten Jahr»

Automobil Revue | 26.02.2026

Der schwedische Elektroautohersteller Polestar hat eine Produktoffensive angekündigt. Zu den Neuerungen gehören ein Kombiableger des Polestar 4 und ein Nachfolger des Volumenmodells Polestar 2.

Polestar 5 Polestar 4 Polestar 2 Polestar 7

In einem Gespräch mit der Automobil Revue wollte sich Lohscheller noch nicht ganz die Karten schauen lassen und mauerte der Form halber bei der Frage, ob mit dem neuen Modell des Polestar 2 die 800-Volt-Technik auch in diesem Bestseller Einzug halten wird.

Fast 200‘000 Einheiten des Polestar 2 hat die schwedische Tochter des chinesischen Geely-Konzerns seit Markteinführung verkauft – «ein Eckpfeiler des Business» heisst es dazu in Göteborg. Der soll nach rund sechs Jahren Bauzeit fit gemacht werden für die Zukunft.

Dazu wird er wachsen, und das nicht zu knapp um 30 Zentimeter auf dann 4.80 Meter Gesamtlänge. «Unsere Kunden haben uns Feedback gegeben, dass sie mit dem Auto sehr zufrieden sind, aber ein bisschen mehr Platz auf den Rücksitzen nicht schaden würde», sagt Lohscheller.

Die an der Ladesäule sehr schnelle 800-Volt-Technik darf man für die neue Generation einplanen. Ein klares Dementi ist die Aussage von Lohscheller, man wolle noch nicht alles verraten, auf jeden Fall nicht. Viel wichtiger für den CEO: Beim Modellwechsel darf es keinen Unterbruch geben, es dürfe auf keinen Fall passieren, dass das Modell ein Jahr oder länger nicht lieferbar sei.

Michael Lohscheller CEO Polestar

Michael Lohscheller

Zwei weitere Neuheiten von Polestar stehen quasi schon vor der Tür – als erster der Grand Tourer Polestar 5, der schon zu Preisen ab rund 115‘000 Franken bestellbar ist und im Sommer zu den Kunden rollen soll. Auf den viertürigen GT habe man «exzellente Resonanz erhalten», so Lohscheller, ein Volumenmodell wird der 5 damit aber nicht – er sei ein technisches Leuchtturmprojekt.

Zweites Modell ist der Polestar 7. Der wird 2028 auf den Markt kommen und hat das Potenzial für hohe Absatzzahlen. Der Polestar 7 ist im Segment der kompakten SUV angesiedelt, also im Bereich um 4.50 Meter Länge, und im vergangenen Jahr haben Fahrzeuge dieser Klasse in Europa rund ein Drittel der Elektro-Verkäufe ausgemacht. «Wir werden den Polestar 7 als performanceorientiertes Fahrzeug zu einem sehr wettbewerbsfähigen Preis anbieten», betont Lohscheller. Gebaut wird der Polestar 7 in Europa, in Kosice in der Slowakei.

Deutlich früher wird sich das Angebot im Segment der grossen SUV erweitern. Dort bieten die Schweden den Polestar 3 an, der im vergangenen Jahr schon ein grosses technisches Update und damit nicht einmal zwei Jahre nach Markteinführung einen neuen Antriebsstrang mit 800-Volt-Technik erhielt.

Weiteres Modell ist der Polestar 4, der vor allem wegen seiner nicht vorhandenen Heckscheibe polarisiert. Von ihm wird es noch Ende 2026 ein Derivat geben. Polestar geht dabei den umgekehrten Weg: Während gemeinhin nach dem Marktstart eines SUV diesem später ein coupéförmig geschnittenes Modell zur Seite gestellt wird, bekommt der sportliche Polestar 4 nun eine alltagstauglichere Variante.

Sie erhält nicht nur das Heckfenster zurück, sondern «wird ein bisschen grösser hinten, da passt dann auch eine Hundebox rein, es gibt ein bisschen mehr Praktikabilität», schmunzelt Lohscheller. Ist das ein SUV, ist das ein Kombi? «Es erinnert an einen Kombi oder Estate, oder wie die Amerikaner sagen Waggon, es hat ein bisschen SUV-Charakter», sagt Lohscheller, und ergänzt: « Es ist sehr progressiv und so ein Auto gibt es, glaube ich, in der Form nicht.»

Bleibt noch eine letzte Frage: Polestar nummeriert seine Modelle bekanntlich chronologisch durch. Was ist mit der Nummer 6?

Die bleibt dem bereits vor vier Jahren vorgestellten Cabrio auf Basis des Polestar 5 vorbehalten.

Wann es allerdings gebaut wird, das steht in den Sternen. «Ich möchte dieses Modell natürlich auf den Markt bringen, aber ich muss auch mal ein bisschen Geld verdienen», lacht Lohscheller. Offene Autos sind derzeit in der Tat alles andere als Bestseller auf den Märkten.

Polestar, dessen Bilanzen in den vergangenen Jahren rotgefärbt waren, schrieb im vergangenen Jahr deutlich positive Absatzzahlen und erwartet in diesem Jahr ein «niedriges zweistelliges Wachstum des Absatzvolumens».

Dennoch hat das Unternehmen noch ein gutes Stück Wegstrecke vor sich, bis Geld verdient wird. «Wichtig für uns ist aber, dass der Trend in die richtige Richtung zeigt», ist Lohscheller optimistisch.

Fotos: Polestar

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