Formel-1-Check nach dem Sieg von Antonelli in Suzuka: Neue Regeln, neue Helden, neue Problemchen

Elmar Brümmer | 30.03.2026

Mit dem Erfolg in Suzuka liess Mercedes-Pilot Kimi Antonelli seinem Premierensieg gleich einen zweiten folgen. Nach drei Rennen geht die Formel 1 nun in eine vierwöchige Zwangspause. Gelegenheit für eine erste Bilanz, wie sich die Königsklasse nach der grössten technischen Regelreform ihrer Geschichte entwickelt.

Suzuka GP2026

Die Gastspiele in Australien, China und Japan haben Lust auf mehr gemacht, die positiven Eindrücke überwiegen Hier kommt die Checkliste der AR.

PLUSPUNKT SOUVERÄNITÄT Das erste Rennen war noch nicht mal gestartet, da formierten sich schon die Kritiker am technischen Reglement, die Hybridmotoren würden das Überholen zu künstlich machen. Das kann man so sehen, aber der Grossteil der Fans sieht es anders – von hinten bis vorn gibt es mehr Duelle denn je, auch auf bislang überholunfreundlichen Pisten wie Suzuka. Der Automobilweltverband und das Formel-1-Management liessen daher den Ruf nach einer radikalen Regelreform verhallen.

MINUSPUNKT TRADITION Die britischen Rennställe mit den klangvollen Namen haben einen Fehlstart hingelegt: Aston Martin muss trotz des Design-Genies Adrian Newey froh sein, wenn überhaupt mal ein Auto ins Ziel kommt, Titelverteidiger McLaren hadert mit der Mercedes-Motortechnik, bei Williams fehlt es an allem. Für das Trio bietet die vierwöchige Zwangspause nach der Absage der Rennen im Nahen Osten eine erste Gelegenheit für eine Aufholjagd.

PLUSPUNKT FRISCHES BLUT Ein Teenager mischt die Königsklasse auf, Mercedes-Pilot Kimi Antonelli hat seinem ersten Sieg gleich einen zweiten Folgen lassen und ist jetzt mit 19 der jüngste WM-Spitzenreiter der Grand-Prix-Historie. Bei den Silberpfeilen könnte es zu einem Stallduell mit George Russell um den Titel kommen, die epische Auseinandersetzung zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg lässt grüssen. Aber Mercedes hat nicht nur bei der Technik seine Hausaufgaben bislang am besten gemacht.

MINUSPUNKT SICHERHEIT Mit dem Elektroschub umzugehen ist nicht ganz so einfach wie gedacht. Auch die komplizierte Startphase, wo der Turbomotor erst auf Leistung gebracht werden muss, sorgt immer wieder für Probleme. Gefährlich aber wird es, wenn mitten in einem Hochgeschwindigkeitszweikampf ein Pilot einen gewaltigen Überschuss und der andere keine Power mehr hat. Der spektakuläre Unfall von Oliver Bearman in Japan ist eine Warnung.

PLUSPUNKT FRISCHES BLUT 2 Das von Sauber zu Audi gewordene Schweizer Team etabliert sich, wenn die Zuverlässigkeit noch besser wird, im Mittelfeld. Das Auto ist leicht, der Motor muss noch zulegen, der Gesamtauftritt ist offensiv und auffällig.

Zur Ruhe kommt Hinwil allerdings nicht, nachdem Teamchef Jonathan Wheatley nach nicht mal einem Jahr wieder zurück auf die britische Insel geht. Projektleiter Mattia Binotto hat jetzt das alleinige Sagen – was den Druck nicht kleiner macht.

MINUSPUNKT MIESMACHEN Max Verstappen, der Fast-Weltmeister des letzten Jahres, ist nur noch Champion, was den Sarkasmus angeht. Der Niederländer als radikaler Vertreter der alten Rennfahrerschule verspürt wenig Vergnügen, sich an die neuen Sitten anzupassen. Der Frust wird noch dadurch verstärkt, dass Red Bull Racing auch sportlich wieder hinterherhinkt. Da braucht es dringend eine Trotzreaktion.

PLUSPUNKT EMOTION Die neuen Regeln wurden in Maranello mit am besten interpretiert, und plötzlich ist Ferrari wieder ein richtig rotes Tuch für alle Gegner. Gerade noch rechtzeitig, bevor Charles Leclerc die Lust verliert. Den grössten Schub aber hat – endlich, endlich – Rekordweltmeister Lewis Hamilton bekommen.

Antonelli Japan

Sieger in Suzuka: Kimi Antonelli im Mercedes

Grand Prix von Japan, Suzuka
Die Ergebnisse

1. Kimi Antonelli, Mercedes, 53 Runden, 1:28:03.403
2. Oscar Piastri, McLaren, +13.722s
3. Charles Leclerc, Ferrari, +15.270s
4. George Russell, Mercedes, +15.754s
5. Lando Norris, McLaren, +23.479s
6. Lewis Hamilton, Ferrari, +25.037s
7. Pierre Gasly, Alpine, +32.340s
8. Max Verstappen, Red Bull Racing, +32.677s
9. Liam Lawson, Racing Bulls, +50.180s
10. Esteban Ocon, Haas F1 Team, +51.216s
11. Nico Hulkenberg, Audi, +52.280s
12. Isack Hadjar, Red Bull Racing, +56.154s
13. Gabriel Bortoleto, Audi, +59.078s
14. Arvid Lindblad, Racing Bulls, +59.848s
15. Carlos Sainz, Williams, +65.008s
16. Franco Colapinto, Alpine, +65.773s
17. Sergio Perez, Cadillac, +92.453s
18. Fernando Alonso, Aston Martin, 1 Runde zurück
19. Valtteri Bottas, Cadillac , 1 Runde zurück
20. Alexander Albon, Williams, 2 Runden zurück
Nicht platziert Lance Stroll, Aston Martin
Nicht platziert Oliver Bearman, Haas F1 Team

Top 5 Fahrerwertung

Stand nach drei Rennen

1.Kimi Antonelli, ITA, Mercedes, 72 Punkte

2. George Russell, GB, Mercedes, 63 Punkte

3. Charles Leclerc, MC, Ferrari, 49 Punkte

4. Lewis Hamilton, GB, Ferrari, 41 Punkte

5. Lando Norris, GB, McLaren, 25 Punkte

Top 5 Teamwertung

Stand nach drei Rennen

1. Mercedes, 135 Punkte
2. Ferrari, 90 Punkte
3. McLaren, 46 Punkte
4. Haas F1 Team, 18 Punkte
5. Alpine, 16 Punkte
5. Red Bull Racing, 16 Punkte

Fotos: Mercedes

Kommentare

Keine Kommentare