Mit Startnummer 1 auf Platz 1: Auftaktsieg für Hirschi in der Schweizer Rallye-Meisterschaft

Christian Eichenberger | 30.03.2026

Jonathan Hirschi/Michaël Volluz haben die 47. Ausgabe des Critérium Jurassien gewonnen. Der zweimalige Schweizer Rallye-Meister führte von der ersten Prüfung an und fuhr sieben von acht Bestzeiten.

Hirschi myrally ch

Die Sieger: Jonathan Hirschi mit Beifahrer Michaël Volluz

Damit knüpfte Jonathan Hirschi im Jura dort an, wo er zuletzt bei der Rallye du Valais 2025 aufgehört hatte. Der schnelle Neuenburger diktierte bei der 47. Ausgabe des Critérium Jurassien trotz schwieriger Bedingungen von Anfang an das Tempo und legte sich schon in der ersten, 29 Kilometer langen WP am Freitagabend, ein Polster von 15,6 Sekunden auf seinen ersten Verfolger Sacha Althaus zu.

Am Samstag ging es dann im selben Stil weiter. Zwar liess sich Althaus, Crité-Sieger von 2024 und 2025, nie abschütteln, aber Hirschi baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Nach drei Wertungsprüfungen hatte er schon mehr als 30 Sekunden Vorsprung, nach sechs WP betrug der Abstand nach hinten schon mehr als eine Minute. Erst in der letzten Prüfung, der SuperSpécial in Moutier, nahm Hirschi den Fuss etwas vom Gas und liess sich mit 15 Sekunden Rückstand die viertschnellste Zeit notieren. Das reichte bei Weitem, um am Ende mit 1:04,8 min Vorsprung auf Althaus zu triumphieren.

«Ganz zum Schluss wollte ich kein Risiko mehr nehmen», sagte Hirschi, der das Critérium bereits 2023 gewonnen hatte – und danach auch Schweizer Rallye-Meister wurde. «Der Rest der Rallye verlief aber sehr gut. Die Bedingungen waren zwar recht unterschiedlich und es war nicht immer einfach, aber wir haben immer die richtige Reifenwahl getroffen und konnten schon in der ersten Prüfung im Dunkeln einen soliden Vorsprung herausfahren.»

Hirschi wird sicher auch bei der nächsten Rallye, der Rallye du Chablais, am Start stehen. «Und ich werde auch bei der Rallye du Valais fahren. Ob ich auch die restlichen Rallyes, die zur Schweizer Meisterschaft zählen, bestreite, werde ich spontan entscheiden.»

S Althaus Cornevaux

Verpassten den Hattrick: Sacha Althaus und Beifahrerin Lisiane Zbinden wurden Zweite

Für Althaus und Beifahrerin Lisiane Zbinden war die Heimrallye im Skoda Fabia RS Rally2 dennoch ein Erfolg. Nach zwei aufeinanderfolgenden Siegen 2024 und 2025 war der zweite Platz nicht nur zu keiner Zeit in Gefahr, er war unter den gegebenen Umständen auch – so Althaus – «das Maximum. Ich habe am Anfang etwas Zeit verloren, weil ich den RS noch nicht so gut kenne wie das alte Modell», sagte der Lokalmatador mit der #6.

«Ausserdem waren die Bedingungen nicht ganz ungefährlich. Deshalb kann ich gut mit Rang 2 leben, auch wenn ich den Hattrick, der noch nie einem Fahrer beim Critérium gelungen ist, verpasst habe. Aber Jonathan hat einfach etwas mehr riskiert und verdient gewonnen.»

Die Top 3 stand im Übrigen schon nach der ersten WP fest. Das drittschnellste Duo am Freitagabend, Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz (auf Skoda Fabia RS Rally2), liess sich den dritten Rang nicht mehr abjagen und sicherte sich mit 13,9 Sekunden Vorsprung auf Ex-Meister Michaël Burri (Skoda Fabia Rally2 Evo) seinen Podestplatz.

Wie Althaus musste sich auch Lathion im Jura an seinen Fabia RS gewöhnen. «Das Auto ist in vielen Bereichen besser, viel stabiler und verhält sich auch beim Einlenken weniger brüsk. Aber an all das muss man sich zuerst gewöhnen. Uns ist das recht gut gelungen.»

Wie Hirschi wird auch Lathion bei der Rallye du Chablais am Start stehen. «Wenn dort alles gut läuft, wollen wir auch bei der Rallye Bourgogne fahren. Der Rest hängt dann vom Budget ab. Aber klar wäre es das Ziel, die komplette Meisterschaft zu bestreiten.»

Lathion Cornevaux

Auf Platz 3: Nicolas Lathion und Morgane Apothéloz

Nur 5,4 Sekunden dahinter belegten Thibault Maret und sein belgischer Co-Pilot Louis Louka in ihrem neuen Citroën C3 Rally2 Platz 5. Auf dem sechsten Schlussrang landete Rückkehrer Pascal Perroud mit Beifahrerin Charlène Greppin. Der im Vorjahr bei der Rallye de Bourgogne schwer verunfallte Waadtländer liess es am Anfang noch «gemächlich» angehen, schaffte es aber ins Ziel.

Abgerundet wurde die Top 10 mit: 7. Nicolas Althaus/Coline Althaus (Skoda Fabia Rally2 Evo), 8. Olivier Burri/Jules Escartefigue (Toyota GR Yaris Rally2), 9. David Erard/Quentin Marchand (Skoda Fabia RS Rally2), 10. Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny (Citroën C3 Rally2).

Gillet Cornevaux

Schnellstes zweiradangetriebene Duo: Olivier Gillet und Patrick Spart

Das schnellste zweiradangetriebene Duo war Olivier Gillet und Patrick Spart. Der ehemalige Schweizer Meister belegte mit seinem Porsche 911 991 GT3 den 13. Platz. Mathieu Zurkinden und Stéphane Pury, im Vorjahr sensationell Gesamtdritte der Schweizer Rallye-Meisterschaft, setzten sich im Schweizer Rallye-Pokal durch und gewannen als Gesamt-16. die RC4-Wertung.

In der historischen Klasse sicherte sich Erwin Keller (mit Dominique Juple) seinen ersten VHC-Sieg am Steuer seines Mitsubishi Galant VR-4. Keller knüpfte damit an seine Siege bei den modernen Autos in den Jahren 1991 und 1992 an. Schon damals war er mit dem Mitsubishi im Jura erfolgreich. 20,7 Sekunden hinter Keller sicherten sich Eddy und Florence Bérard Rang 2. Auch Platz 3 ging an einen BMW M3 E30 – und zwar jenem von Clovis Brosy und Frédéric Erismann. Vorjahresmeister Eddy Tapparel (mit Beifahrerin Marion Tapparel) war auf seinem Porsche 911 SC als Gesamtsechster Schnellster der Klasse I.

Keller VHC Cornevaux

VHC-Klasse: Sieger Erwin Keller (mit Dominique Juple)

Nachdem sie 2025 beim Critérium Jurassien pausiert hatten, siegten Laurent und Florence Pernet dieses Jahr in der VHRS vor Stéphane Viglino und Anne Dupraz (Classic). Gaston und Guillaume Pujos belegten den dritten Platz im Gleichmässigkeits-Wettbewerb der historischen Fahrzeuge. In der VMRS, also bei den modernen Fahrzeugen, siegten Michel Randin und François Allenbach auf Toyota Yaris GR konkurrenzlos.

Die weiteren Termine der Schweizer Rallye-Meisterschaft

28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais

Fotos: Cornevaux, myrally.ch

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