Thierry Guye-Vuillème | 04.04.2025
Heute Abend startet im Jura die Schweizer Rallyemeisterschaft 2025. Beim ersten Lauf, dem Critérium Jurassien, sind die Alpine-Piloten favorisiert.
Viele Fahrer, die wir in in der Vergangenheit um Siege haben kämpfen sehen, sind dieses Wochenende jeoch nicht im Jura. Nach ihren Unfällen bei der Rallye du Valais 2024 verzichten beispielsweise der amtierende Schweizer Meister Michaël Burri und Thibault Maret, der Gesamtdritte des vergangenen Jahres, auf den Start. «Der Unfall hat mich zum Nachdenken gebracht», sagt Burri. «Ich schliesse ein Comeback nicht aus, aber im Moment ist der Wunsch, zurückzukehren, nicht stark genug.» Burri denkt für den Fall eines Comebacks an ein kleineres Auto: «Warum nicht mit meinem Citroën Saxo, den ich in jungen Jahren aufgebaut hatte? So würde sich der Kreis meiner Rallye-Karriere schliessen.»
Beruf und Familie
Ebenfalls nicht dabei ist der zweifache Schweizer Meister und Sieger der Rallye du Valais 2024, Jonathan Hirschi. 2024 hatte er an einigen Läufen zur französischen Rallye-Meisterschaft teilgenommen, aber dieses Jahr steht er auf keiner Startliste. Er habe verufliche Verpflichtungen, und er habe auch eine Familie: «Im Moment ist es ziemlich kompliziert. Das Ziel bleibt, einige Rallyes zu fahren, aber es wird von den Möglichkeiten und meinem Terminkalender abhängen. Im Moment ist nichts sicher.» Hirschi geht davon aus, dass er an der Rallye Rhône-Charbonnières Ende April teilnehmen wird. Sicher ist, dass er seinen Sieg bei der Rallye du Valais im Herbst verteidigen wird.
Als Favorit auf den Schweizer Meistertitel wird deshalb zu Saisonbeginn das Team von Mike Coppens und Christophe Roux, Gesamtzweite 2024, in einem Skoda Fabia Rally2 gehandelt. Einen Skoda Fabia Rally2 fährt auch der letztejährige Critérium-Sieger Sacha Althaus sowie Nicolas Lathion und Pascal Perroud, die bei der Rallye du Valais 2024 Zweiter und Dritter waren, lenken.
Die Kategorie RGT+ wird vier Teams mit Alpine A110 umfassen, darunter den ehemaligen Schweizer Meister Olivier Gillet, die Teams Pinto-Greppin und Godard-Gilliot. Nach einer Teilsaison widmet sich Joël Rappaz nun ganz der Rallye und wird sich ans Steuer seiner neuen A110 setzen. Ludovic Godard (gr. Foto oben) hat die Rallye Franche-Comté gewonnen, die ähnliche Streckenabschnitte wie das Critérium Jurassien umfasst. Wenn also das Wetter wie zu erwarten sonnig bleibt, könnten die Alpine durchaus den Sieg auf dieser Art von Strecke anstreben
Rally2-Fahrzeuge im Nachteil
Daniel Lenglet, der OK-Präsident des Critérium Jurassien: «Das Critérium ist eine sehr schnelle Strecke mit langen Geraden. Die Fahrer müssen daher mit viel Engagement ans Werk gehen. Ausserdem werden wir an diesem Wochenende Alpine-Fahrzeuge haben, die ein besseres Leistungsgewicht und eine höhere Höchstgeschwindigkeit als die Rally2-Fahrzeuge haben. Bleibt das Wetter schön, werden diese Autos eindeutig im Vorteil sein.»
In der Kategorie Rally4 werden sechs Teams mit Peugeot 208 und Opel Corsa gegeneinander antreten. Es wird jedoch betont, dass die Juniorenmeister Gauthier Hotz und Michaël Volluz fehlen werden. Das Publikum wird auch das Vergnügen haben, dem 306-Maxi-Team Betschen-Bori zuzuhören.
Nicht weniger als 81 Teilnehmer starten am Critérium Jurassien. Auf sie warten acht Wertungsprüfungen (WP). Die erste WP am Freitagabend findet heute Nacht statt morgen werden drei WPs zweimal gefahren, bevor die Superstage in Saignelégier den Abschluss bildet. Die Fahrzeuge teilen sich in drei Kategorien ein: 19 historische Autos (VHC), 52 moderne Fahrzeuge und zehn in der Gleichmässigkeitsmeisterschaft.
Bei den historischen Fahrzeuge ist das Duo Bérard-Bérard mit dem BMW M3 E30 Titelverteidiger. Es wird gegen die Ford Sierra der Teams Nicolas-Praplan und Gonon-Peralta antreten. Andere sind ebenfalls zu beachten, wie Jolidon-Von Kaenel und Brosy-Erismann im BMW M3 sowie die Porsche 911 der Tapparels und von Servais-Sandoz. In Abwesenheit der Champions von 2024, dem Team Pernet-Pernet, meldet das Team Udriot-Udriot in der Kategorie VHRS Ambitionen an.
Hier geht es zum Liveticker (Sportity), Code: CRITJU25
Fotos: Cornevaux, Kaufmann, Hänggi, myrally.ch