Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026: Schafft Althaus Historisches?

Christian Eichenberger | 25.03.2026

An diesem Wochenende beginnt im Jura mit der 47. Ausgabe des Critérium Jurassien die Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026. Laut Wetterbericht könnte es eine nasskalte Angelegenheit werden.

S Althaus S Cornevaux

Sacha Althaus und Copilotin Lisiane Zbinden: Gelingt der Hattrick?

Die Vorbereitung auf seine Heimrallye ist Sacha Althaus (29) gelungen. Zusammen mit Beifahrerin Lisiane Zbinden hat der Skoda-Pilot aus Moutier die Rallye Régional de Franche-Comté als Dritter beendet. Nur die beiden Franzosen Ludovic Godard und Denis Millet waren schneller als der Mann, der 2024 und 2025 das Critérium Jurassien gewann.

Im Idealfall könnte Althaus am Wochenende also einen Hattrick aufstellen. Drei Siege beim Crité – das haben schon andere geschafft. Grégoire Hotz gewann den Klassiker im Jura fünf Mal; Olivier Burri, der auch 2026 mit seinem Toyota Yaris Rally2 wieder am Start steht, hat sogar sechs Siege auf seinem Konto. Doch keiner hat bisher drei Mal hintereinander gewinnen können.

Ob Althaus, der mit der #6 ins Rennen geht, ein drittes Mal in Serie triumphieren kann, wird in erster Linie am Abschneiden von Jonathan Hirschi (mit Beifahrer Michaël Volluz) liegen. Der Schweizer Rallye-Meister von 2022 und 2023 weiss, wie man im Jura gewinnt. 2023 war der Neuenburger beim Saisonauftakt nicht zu bremsen. Und auch zuletzt bei der Rallye du Valais 2025 war der Citroën-Pilot die klare Nummer 1.

Hirschi Eichenberger

Jonathan Hirschi

Gegenwind wird Althaus auch von einem anderen Ex-Meister zu spüren bekommen. Michaël Burri (Skoda Fabia RS) hat nach einer eher ruhigen Saison 2025, was nach seinem Horror-Unfall bei der Rallye du Valais 2024 auch verständlich war, wieder Lust zum Angreifen. Zuletzt bei der Rallye Franche-Comté fehlten Burri mit Beifahrer Gaëtan Aubry nur zwölf Sekunden auf seinen Kantonskollegen Althaus. Und auch der Schweizer Rallye-Meister von 2024 hat das Critérium Jurassien schon zwei Mal gewonnen: 2018 und 2022.

Auf seinen ersten Sieg wartet dafür Thibault Maret. Der junge Walliser ist seit drei Jahren in der «Top-Liga» unterwegs und hat in dieser Zeit schon fünf Podestplätze im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft herausgefahren. Sein zweiter Platz bei der Rallye du Chablais 2025 war sein bisher bestes Ergebnis.

Im Vergleich zum Vorjahr hat Maret den Hersteller gewechselt. Bis 2025 fuhr er einen Skoda Fabia, nun setzt der 25-Jährige, der neu auf die Navigationskünste des Belgiers Louis Louka zählt, wie Hirschi auf einen Citroën C3 Rally2. Wie Althaus & Co. hat sich auch Maret auf das Crité vorbereitet. Allerdings nicht bei der Rallye Franche-Comté, sondern bei der Rallye des Vignes de Régnié. Dort war er als Fünfter bester Rally2-Pilot.

Zu den weiteren heissen Eisen gehören beim Crité 2026 Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz (Skoda Fabia RS), Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny (Citroën C3 Rally2) sowie Jéremie Toedtli/Alexandre Chioso (Skoda Fabia RS).

Michaël Burri, Thibault Maret, Gwen Lagrue (von links). Zum Vergrössern anklicken!

Und dann ist da noch Rückkehrer Pascal Perroud, der mit Charlène Greppin sein Comeback auf einem Skoda Fabia RS gibt. Perroud war im Vorjahr bis zur Rallye Bourgogne erster Verfolger des späteren Meisters Mike Coppens. Ein Unfall, bei dem sich der Waadtländer Rückenverletzungen zugezogen hatte, beendete seine Saison jedoch frühzeitig.

Apropos Coppens: Der Vorjahresmeister wird im Jura fehlen. Coppens/Roux werden erst bei der Rallye du Chablais wieder dabei sein.

Perroud Eichenberger

Pascal Perroud

Insgesamt stehen beim Critérium 17 Rally2-Autos am Start (darunter übrigens auch der dreimalige Sieger Nicolas Althaus).

Der Alpine GT+ von Joël Rappaz sowie die beiden Porsche von Ex-Meister Olivier Gillet und Sébastien Biondina runden die Top 20 ab. Insgesamt nehmen 44 moderne Fahrzeuge am diesjährigen Saisonauftakt teil. Einer von ihnen ist auch der Dritte der Vorjahres-Meisterschaft: Mathieu Zurkinden. Der Fribourger setzt weiterhin auf seinen Peugeot 208 Rally4. Ob ihm 2026 ein ähnlicher Exploit gelingt?

Rappaz J P Cornevaux

Joël Rappaz

In der historischen Klasse, der VHC, stehen 20 Teams am Start. Darunter natürlich auch die Cup-Sieger von 2025 Eddy und Marion Tapparel auf ihrem Porsche 911 SC. Mit Eddy Bérard und seiner Beifahrerin Florence Bérard (BMW M3) sind auch die Jura-Vorjahressieger eingeschrieben.

Überhaupt dürfte der Gesamtsieg in der historischen Klasse an ein BMW-Duo gehen. Mit Nicolas Jolidon/Eric von Kaenel, Clovis Brosy/Frédéric Erismann und Julien Camandona/Mélanie Crettaz sind drei weitere M3er-Teams am Start, die sich Hoffnungen auf ein Spitzenergebnis machen dürfen.

Brosy VHC J P Cornevaux

Clovis Brosy

In den beiden Gleichmässigkeitsklassen stehen insgesamt acht Teams am Start – sieben davon in der VHRS, der historischen, eines in der VMRS, der modernen Wertung. Zu den insgesamt 81 Teams gesellen sich im Jura auch wieder die Fahrzeuge der «Slowly Sideways» mit einem Feld von 22 Teilnehmenden, wobei die Hälfte davon aus der Schweiz stammen.

Los geht die 47. Ausgabe des Critérium Jurassien am Freitagabend mit der ersten Prüfung von Courtemautruy nach Les Enfers um 18.45 Uhr.

Insgesamt stehen acht Wertungsprüfungen über 133,63 Kilometer auf dem Programm – die eine am Freitag und sieben am Samstag (ab 9.52 Uhr). Die letzte Prüfung (Moutier SuperSpécial) wird von allen Teilnehmenden absolviert – bis auf VHRS und VMRS.

Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026

27./28. März, Critérium Jurassien

28.-30. Mai, Rallye du Chablais

10.-11. Juli, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)

18./19. September, Rally del Ticino

29.-31. Oktober, Rallye International du Valais

Fotos: J.P. Cornevaux, Eichenberger, S. Cornevaux, Archiv Maret/Guibal

Kommentare

Keine Kommentare