Nvidia Hyperion: Neues Betriebssystem für autonomes Fahren

Mario Hommen | 07.01.2026

An der CES in Las Vegas öffnet Nvidia seine Drive-Hyperion-Plattform für grosse Zulieferer und kombiniert Superrechner, Sensorik und KI zu einem offenen Ökosystem.

Drive hyperion ecosystem

Der Chiphersteller Nvidia baut sein Ökosystem für autonomes Fahren weiter aus. An der Elektronikmesse CES in Las Vegas kündigte das US-Unternehmen an, seine Plattform Drive Hyperion für weitere Tier-1-Zulieferer, Systemintegratoren und Sensorpartner zu öffnen. Zu den neu eingebundenen oder vertieft kooperierenden Unternehmen zählen unter anderem Bosch, ZF, Magna und Sony.

Ziel ist es, eine einheitliche Kombination aus Hochleistungsrechnern, Sensorik und sicherheitszertifizierter Software bereitzustellen, die Entwicklungsaufwand und Testzeiten reduzieren und zugleich die Integration unterschiedlicher Hard- und Softwarelösungen erleichtern soll.

Mehrere Zulieferer wollen elektronische Steuergeräte auf Basis von Drive Hyperion entwickeln. Parallel dazu machen Sensorhersteller ihre Kamera-, Radar-, Lidar- und Ultraschallsysteme für die offene Architektur integrationsfähig. Das Sicherheits- und Cybersecurity-Framework Halos soll Zulieferer und Fahrzeughersteller bei Validierung, Zertifizierung und kontinuierlichen Tests auf Basis von Simulationen und realen Fahrdaten unterstützen.

Technisch basiert Drive Hyperion auf zwei Drive-AGX-Thor-Systemen mit Blackwell-Architektur. Nvidia beziffert die Rechenleistung auf mehr als 2000 FP4-Teraflops, ausgelegt für eine 360-Grad-Sensorfusion und KI-gestützte Echtzeit-Wahrnehmung.

Flankiert wird der Plattformausbau durch das neue KI-Portfolio Alpamayo, das Nvidia ebenfalls auf der CES vorstellte. Das offene Bündel aus KI-Modellen, Simulationsframeworks und physischen KI-Datensätzen ist speziell für autonomes Fahren der Stufe 4 ausgelegt.

Alpamayo soll Fahrzeuge befähigen, komplexe Verkehrssituationen zu erfassen und interpretieren und mit menschenähnlichem Urteilsvermögen zu handeln. Nvidia betont dabei Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen, um die Sicherheitsvalidierung zu erleichtern und die Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden zu unterstützen.

Das Alpamayo-Portfolio lässt sich laut Nvidia nahtlos in den bestehenden Autonomie-Stack integrieren. Entwickler und Hersteller sollen so autonome Funktionen schneller realisieren können, ohne eine vollständige Autonomie-Infrastruktur neu aufbauen zu müssen.

Branchenbeobachter werten Alpamayo daher als strategischen Schritt hin zu einem offenen Plattformmodell für autonomes Fahren, das sich flexibel an unterschiedliche Fahrzeugkonzepte anpassen lässt.

Mit dem Ausbau seiner Software-Bausteine und dem wachsenden Partnernetzwerk will Nvidia die Entwicklung seriennaher, hochautomatisierter Fahrfunktionen für Personenwagen und Nutzfahrzeuge beschleunigen und den Weg zu autonomem Fahren im grossen Massstab ebnen. SP-X/AR

Foto: Nvidia

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