Im Furttal fahren die ersten selbstfahrenden Autos mit Passagieren

Automobil Revue | 24.09.2026

Was vor knapp zwei Jahren noch nach Zukunftsmusik klang, wird jetzt zum Alltag: Im Furttal im Kanton Zürich startet am 28. September der öffentliche Passagierbetrieb mit selbstfahrenden Autos. Im Pilotprojekt «iamo» sollen drei Fahrzeuge zeigen, wie automatisierte Mobilität den öffentlichen Verkehr ergänzen kann.

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Die Fahrzeuge verkehren im selbstfahrenden Modus im regulären Strassenverkehr und bedienen knapp 100 vordefinierte Haltepunkte in Boppelsen, Dänikon, Hüttikon und Otelfingen. Gebucht wird die Fahrt über die iamo-App. Pro Auto können bis zu drei Personen mitfahren.

Der Preis setzt sich aus einer Grundpauschale von 4.70 Franken und 0.38 Franken pro Kilometer zusammen. Vorerst ist das Angebot täglich von 13 bis 17 Uhr verfügbar und nicht in das reguläre ÖV-System integriert – auch GA und andere ÖV-Abos gelten deshalb nicht.

Ganz ohne Mensch am Steuer geht es allerdings noch nicht. Auf dem Fahrersitz sitzt weiterhin eine Sicherheitsperson, während der Beifahrersitz aus Sicherheitsgründen frei bleibt. Die Fahrzeuge wurden seit November 2025 mit einer Bewilligung des Bundesamts für Strassen (ASTRA) im automatisierten Modus im regulären Verkehr erprobt.

Dabei wurden unterschiedliche Tageszeiten, Wetterlagen und Verkehrssituationen berücksichtigt. Eine zuvor erstellte hochpräzise digitale Karte des Einsatzgebiets bildet zusammen mit Echtzeitdaten die Grundlage für die Navigation.

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Die Idee dahinter ist weniger das autonome Auto als Selbstzweck, sondern dessen mögliche Rolle als Ergänzung zur Bahn. «Die Bahn bleibt das Rückgrat für mittlere und längere Strecken, wenn Angebote wie selbstfahrende Fahrzeuge auf kurzen Distanzen Reisende einfach und flexibel zum Bahnhof oder nach Hause bringen», sagt Matthias Bütler, Mitglied der Konzernleitung der SBB und Leiter Markt Personenverkehr.

Damit knüpft «iamo» direkt an den 2025 angekündigten Modellversuch an. Damals war vorgesehen, mit selbstfahrenden Fahrzeugen das ÖV-Angebot vor allem auf der ersten und letzten Meile zu ergänzen. Zum damaligen Modellversuch im Furttal. Nun wird das Konzept erstmals mit Fahrgästen im regulären Strassenverkehr erprobt. Die aktuelle Betriebszone umfasst die vier Gemeinden Boppelsen, Dänikon, Hüttikon und Otelfingen.

Gerade in ländlicheren Gebieten könnte ein solches Angebot Lücken im bestehenden Verkehrsnetz schliessen. «Automatisierte Mobilität verbessert die Erreichbarkeit in den ländlichen Regionen, sie stärkt den öffentlichen Verkehr und eröffnet gerade älteren Menschen oder jenen ohne Führerausweis neue Möglichkeiten», sagt Carmen Walker Späh, Regierungspräsidentin des Kantons Zürich und Vorsteherin der Volkswirtschaftsdirektion.

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Der nächste Schritt ist bereits vorgesehen: Die Flotte soll um Kleinbusse erweitert werden, die später auch ohne Sicherheitsperson an Bord verkehren könnten. Überwacht würden diese Fahrzeuge aus einer zentralen Leitstelle von Eurobus. Dafür ist allerdings erneut eine entsprechende Freigabe des ASTRA nötig.

Das Projekt «iamo» wird vom Swiss Transit Lab, den Kantonen Zürich und Aargau sowie der SBB getragen. Ende 2024 gestartet, ist es auf bis zu fünf Jahre ausgelegt. Ziel ist es, Erfahrungen mit selbstfahrenden Fahrzeugen im Alltag zu sammeln und Erkenntnisse für künftige Mobilitätsangebote zu gewinnen.

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Fotos: iamo

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