Leapmotor B10 Hybrid EV: Stromer mit Sicherheitsnetz
Peter Maahn | 27.03.2026
Als Alternative zum Vollstromer lanciert die chinesische Stellantis-Marke den Leapmotor B10 nun auch als Range-Extender-Variante. Die fährt elektrisch, hat aber nur eine kleine Batterie mit gut 80 Kilometer Reichweite – und produziert sich ihren Strom unterwegs über einen 1.5 Liter grossen Verbrenner, der als Generator arbeitet.
Leapmotor möchte mit dem ab ab knapp 30‘000 Franken erhältlichen erhältlichen Reichweiten-Verlängerer Kunden locken, die ohne Sorge vor dem Liegenbleiben elektrisch fahren wollen.
Tatsächlich bleibt der B10 auch als Hybrid im Kern ein E-Auto. Den Antrieb der Hinterräder übernimmt allein ein 160 kW (218 PS) starker Elektromotor. Der Benziner arbeitet lediglich als Generator, der bei Bedarf Strom für die Batterie mit 18.8 kWh Speicherkapazität erzeugt.
Leapmotor verspricht auf dieser Basis bis zu 86 Kilometer elektrische Reichweite sowie bis zu 900 Kilometer insgesamt. Das soll jene Kunden beruhigen, die den Umstieg auf den Stromer wollen, der Ladesäule auf langen Strecken aber noch nicht ganz trauen. Ist doch eine externe Stromquelle verfügbar, lädt der Crossover im besten Fall (DC) in 30 Minuten auf 80 Prozent.
Im Alltag fährt sich der rund 4.52 Meter lange Crossover überwiegend wie ein Elektroauto: leise, spontan und ohne Schaltvorgänge. Der Fahrer muss sich um das Zusammenspiel der Antriebskomponenten kaum kümmern.
Vier Fahrprogramme namens EV+, EV, Fuel und Power+ regeln, ob der B10 möglichst lange rein elektrisch unterwegs ist oder den Generator früher zur Unterstützung anwirft. Gerade auf Landstrassen und im Stadtverkehr passt das gut zum entspannten Charakter des Wagens.
Zur Gelassenheit trägt auch die eher komfortable Abstimmung bei. Der Leapmotor ist kein Kurvenräuber, sondern ein Gleiter. Zwar setzt der E-Motor spontan um, was der rechte Fuss verlangt, doch Lenkung und Fahrwerk wollen weniger sportlich wirken als souverän.
Genau das dürfte zur Zielgruppe passen: Familien und Umsteiger, die ein unkompliziertes, geräumiges Auto suchen und beim Thema Elektrifizierung lieber einen Zwischenschritt gehen.
Verpackt ist die Technik in ein zurückhaltend gestaltetes SUV der Kompaktklasse. Die Linienführung bleibt glatt und schnörkellos, mit durchgehenden LED-Lichtbändern vorn und hinten.
Im Innenraum setzt sich diese Nüchternheit fort: viel Bildschirm, wenig Knöpfe. Zentrale Schaltstelle ist ein 14,6-Zoll-Touchscreen, über den zahlreiche Funktionen gesteuert werden. Klassische Bedienelemente sind dagegen rar, stattdessen dominieren Wischgesten.
Das Platzangebot fällt grosszügig aus, der Kofferraum fasst 330 bis 1600 Liter. Unterstützt wird das gute Raumempfinden durch ein grosses Glasdach. Die Sitze sind elektrisch verstellbar, beheizt und belüftet, auch an Assistenzsystemen mangelt es nicht. Apple- und Google-Dienste sind integriert und führen zuverlässig durch den Verkehr – im Test etwa durch das dichte Strassennetz Roms.
So wird aus dem B10 Hybrid EV kein halber Verbrenner, sondern eher ein Stromer mit eingebautem Sicherheitsnetz. In der Schweiz startet das Modell zu Preisen ab 29‘900 Franken. SP-X/AR
Technische Daten Leapmotor B10 Hybrid EV
Karosserie Fünftüriges SUV der Kompaktklasse mit fünf Sitzen. Länge 4.52 m, Breite 1.89 m, Höhe 1.66 m, Radstand 2.74 m. Kofferraum 330 bis 1600 Liter.
Antrieb Heckantrieb, Elektromotor hinten mit 160 kW (218 PS) und 240 Nm, 1.5-Liter-Benziner als Generator mit 50 kW Leistung, Batterie 18.8 kWh.
Fahrleistungen 0 bis 100 km/h 8.5 s, Höchstgeschwindigkeit 169 km/h, elektrische Reichweite bis zu 86 km, Gesamtreichweite bis zu 900 km