BMW 3er mit Verbrenner: Wieder mit sechs Zylindern!

Moritz Doka | 30.09.2026

Es ist 2026 und BMW stellt eine Limousine mit turboaufgeladenem Reihensechszylinder-Benziner und 443 PS vor. Ja, geht’s denn noch? Sehr gut sogar, denn der M350 und seine vierzylindrigen Geschwister sind die Verbrennerversionen des vollelektrischen i3. Technologieoffenheit ist das Stichwort. Den Kunden soll die freie Wahl gelassen werden, und BMW fährt gut mit dieser Strategie.

Nach all den SUV ist es mehr als erfrischend, mal wieder eine Limousine von BMW vorstellen zu dürfen – und dann auch noch eine mit Verbrennungsmotor! Nachdem der vollelektrische i3 in den Verkauf gestartet ist, folgen jetzt die Versionen mit Vorliebe für Benzin statt Elektronen. Die nutzen nicht die Neue-Klasse-Plattform des i3, sondern eine Weiterentwicklung des Unterbaus der Vorgängergeneration, sind von den Elektroversionen aber kaum zu unterscheiden. Schliesslich sollen die Kunden nur den Antrieb, nicht das Design wählen müssen.

Änderungen im Millimeterbereich

Technikbedingt sind die Verbrenner etwas kompakter: 4752 Millimeter lang (- acht Millimeter), 1852 Millimeter breit (- 13 Millimeter) und 1457 Millimeter hoch (- 23 Millimeter). Der Radstand schrumpft um 37 auf 2860 Millimeter. Auch die Spur ist vorne 11 und hinten 15 Millimeter schmaler und misst beim M350 1595 Millimeter vorne und 1599 Millimeter hinten. All das ist jedoch selbst im direkten Vergleich kaum zu erkennen.

BMW M350 x Drive Studio 003

Die Verbrennerversionen unterscheiden sich vom i3 nur durch einen offenen Kühlergrill, kleinere Raddurchmesser (18 bis 20 Zoll anstatt 19 bis 21 Zoll) und vier Auspuffendrohre im Fall des vorläufigen Topmodells M350. Dieser trägt darüber hinaus gelbe Tagfahrleuchten und sportlichere Schürzen.

Neue-Klasse-Cockpit

Das Cockpit entsprich exakt dem i3 und dem Neue-Klasse-Bedienkonzept. Ein diagonales 17.9-Zoll-Cockpit wird ergänzt durch das quer über die Frontscheibe verlaufende «Panoramic Vision Display» und gegen Aufpreis ein Head-up-Display. Bedient wird über Spracheingabe, Tasten und den zentralen Bildschirm.

BMW M350 x Drive Studio 049

Vorne sitzt es sich sehr bequem, Fahrer und Beifahrer fühlen sich durch das umlaufende Cockpitdesign angenehm ins Auto integriert. Im Fond ist das Platzangebot deutlich knapper, auch wegen des Kardantunnels. Bleibt abzuwarten, ob die noch folgende Touring-Version hier mehr bietet; in Sachen Kofferraumvolumen bestimmt.

BMW 320 027

In Sachen Ausstattung lässt sich BMW nicht lumpen und verpasst dem 3er Annehmlichkeiten wie ein Harman-Kardon-Soundsystem oder eine Dreizonen-Klimaanlage, vermutlich gegen Aufpreis.

Der M350 zeichnet sich durch Sportsitze, ein Sportlenkrad mit 12-Uhr-Markierung sowie spezifische Anzeigen in der Instrumentierung aus. Zudem ergänzen "Sport" und "Sport Plus" die Fahrmodi.

Schneller als der i3 – vorerst

Vorerst werden ein Dreiliter-Reihensechszylinder im M350 und ein Vierzylinder in zwei Leistungsstufen (318, 320) angeboten, alle mildhybridisiert, turboaufgeladen, längs verbaut und an eine Achtgang-Automatik gekoppelt.

Der allradangetriebene M350 hat eine Systemleistung von 326 kW (443 PS) und liefert 580 Nm Drehmoment, aufgeteilt in 313 kW (426 PS) sowie 580 Nm vom Verbrenner und 13 kW (18 PS) sowie 200 Nm vom E-Motor. Damit ist der M350 deutlich stärker als bisher, beschleunigt in 4.2 Sekunden von null auf 100 km/h und wird bei 250 km/h abgeregelt. Der vorerst stärkste i3 mit 345 kW (469 PS) und 645 Nm braucht 4.7 Sekunden und schafft 200 km/h.

BMW 320 028

Der M350 verfügt über ein adaptives Sportfahrwerk und ein Sportdifferenzial an der Hinterachse. Doppelquerlenker vorne und eine Fünflenker-Konfiguration hinten sind in allen 3er-BMW Standard.

Kein «Heart of Joy»

Der 320 mit Hinterradantrieb hat 155 kW (210 PS) und 330 Nm, beschleunigt in 7.6 Sekunden von null auf 100 km/h und schafft 235 km/h. Werte für den 318 wurden noch nicht veröffentlicht. Später wird noch ein Plug-in-Hybridantrieb folgen, eine Handschaltung wird es nicht mehr geben.

BMW M350 x Drive Studio 012

Das «Heart of Joy», sprich die vernetzten Fahrdynamik-, Komfort- und Sicherheitssysteme des i3, besitzen die Verbrennerversionen naturgemäss nicht. Quell der Freude ist bei ihnen der Motor, zumindest beim M350. Dafür wurde das integrierte Bremssystem weiterentwickelt, die Lenkübersetzung angepasst und die Karosserie versteift. Zudem profitiert er von den gleichen Assistenzsystemen wie der i3.

Preis ab ca. 65'000 Franken

Marktstart für den neuen BMW 3er ist Ende 2026. Die Preise wurden noch nicht kommuniziert, dürften aber gegenüber dem Vorgänger leicht steigen und bei etwa 65'000 Franken losgehen.

Bildergalerie BMW M350 (2027)

Bildergalerie BMW 320 (2027)

Bilder: BMW

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