Automobil Revue | 15.01.2026
Noch in diesem Jahr kommt die erste Limousine auf Basis der Neuen Klasse auf den Markt, 2027 folgt dann die sportliche Variante. BMW kündigt den ersten elektrischen M an.
An hohe Leistungswerte und Drehmoment im Überfluss haben wir uns bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen schon gewöhnt. Deshalb heisst es für die sportliche BMW-Marke, dem M Neue Klasse ein besonderes Technikpaket mitzugeben. Franciscus van Meel, Geschäftsführer BMW M GmbH: «Mit der neuen Technologie aus dem Neue-Klasse-Baukasten heben wir das BMW M Fahrerlebnis auf ein komplett neues Level.»
Vier Elektromotoren versorgen die beiden Achsen des BMW M Neue Klasse. Sie sind in zwei Antriebseinheiten parallel angeordnet und geben ihre Leistung an je ein Getriebe pro Rad ab. Es handelt sich also nicht um Radnabenmotoren, aber jeder einzelne Motor ist für ein Rad zuständig – das erlaubt es, das Antriebsmoment über den «zentral gesteuerten Einzelradantrieb», wie BMW es nennt, punktgenau zu steuern und erschliesst nach Angaben des Herstellers «eine völlig neue Fahrdynamik-Dimension».
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Herzstück der neuen Architektur ist der BMW M eDrive, welcher auf der BMW Gen6-Technologie der Neuen Klasse basiert. Gesteuert wird das System von der BMW M Dynamic Performance Control. Die Verteilung von Drehmoment und Leistung pro Rad erlaubt unter anderem eine optimale Traktion, eine kontinuierliche Drehmoment-Verteilung zwischen dem elektrohydraulischen Bremssystem und den Elektromotoren sowie die Bremsenergie-Rekuperation bis in den Grenzbereich hinein.
Das Konzept vereine alle Vorteile des Heck- und Allradantriebs und steigere zugleich die Fahrdynamik während des Strassen- oder Rennstreckeneinsatzes. Darüber hinaus lässt sich die Vorderachse vollständig entkoppeln, was den Verbrauch im Alltagseinsatz niedrig hält.
Für den M-Effekt gibt es verschiedene vordefinierte Fahrmodi, emulierte Schaltvorgänge und eine BMW M typische Geräuschkulisse.
Die Antriebsbatterie des BMW M Neue Klasse soll mindestens 100 Kilowattstunden Speicherkapazität bereitstellen, die Zellchemie und das Kühlsystem der Rundzellen wurde an die höheren Leistungsströme angepasst. Die 800-Volt-Technik erlaubt hohe Ladeleistungen und kurze Ladezeiten.
Zu den Leistungswerten gibt es noch keine offiziellen Angaben, die Rede ist von mindestens 735 kW (1000 PS) bis 985 kW (1340 PS). Zu Ladeleistungen und Rekuperation nannte BMW ebenfalls noch keine exakten Werte, nur soviel: Sie liegen höher als bei der normalen Neuen Klasse von BMW.
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Das Hochvoltspeichergehäuse übernimmt zudem die Rolle eines Strukturbauteils im Fahrzeug und ist fest mit der Vorder- und Hinterachse verbunden. Die dadurch erreichte höhere Steifigkeit im Gesamtfahrzeug führt ebenfalls zu einer spürbar verbesserten Fahrdynamik.
BMW M verbaut in seinen vollelektrischen High-Performance-Modellen erstmals Naturfaser-Elemente. Die Marke hat nach eigenen Angaben seit 2019 umfangreiche Erfahrungen in der Dauerhaltbarkeit, Produktion und Integration von Naturfasern im Motorsport gesammelt. Dieses Material bietet ähnliche Eigenschaften wie Carbonfasern, kann jedoch mit rund 40 Prozent weniger CO₂-Emissionen produziert werden.