BMW X5: Meisterstück der Ingenieursleistung

Moritz Doka | 30.06.2026

BMWs Versprechen von Technologieoffenheit nimmt mit der fünften X5-Generation eine neue Dimension an. Ganze fünf verschiedene Antriebstechnologien stehen für das grosse SUV zur Wahl – ein technologisches Meisterstück.

BMW nimmt die namensgebende Zahl des X5 bei dessen fünfter Generation besonders ernst, wenn es um die Antriebsauswahl geht. Ganze fünf verschiedene Antriebstechnologien stehen für das grosse SUV nämlich zur Wahl: mild elektrifizierte Benziner und Diesel, Plug-in-Hybride, Elektroversionen und sogar ein Wasserstoffantrieb. Eine derartige Bandbreite auf ein und derselben Plattform ist nicht weniger als revolutionär, das Packaging eine Meisterleistung. Gleichzeitig nimmt BMWs Versprechen von Technologieoffenheit nimmt mit der fünften X5-Generation eine neue Dimension an.

Welcher Antrieb darf’s denn sein?

Die beiden 48-Volt-Mildhybrid-Reihensechszylinder waren vermutlich noch einfach unterzubringen. 400 PS und 580 Nm leistet der Benziner im X5 40 xDrive, 313 PS und 670 Nm der Diesel im X5 40d xDrive. Beide nutzen einen Elektromotor mit 18 PS und 200 Nm Drehmoment zur Unterstützung. Fahrleistungen: 5.4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 250 km/h Vmax beim Benziner, 6.2 Sekunden und 230 km/h beim Diesel. Allradantrieb ist Serie, weitere Leistungsstufen dürften zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Studio BMW i X5 60 x Drive 003

Schon schwieriger wird es bei den Plug-in-Hybriden, die ab 2027 zunächst in zwei Leistungsstufen mit 490 PS und 700 Nm (X5 50e xDrive) respektive 612 PS und 800 Nm (X5 M60e xDrive) erhältlich sein werden. Den Verbrenner-Part übernimmt jeweils ein Dreiliter-Reihensechszylinder-Benziner.

Die Stromreserven des Akkus mit ca. 20 kWh Kapazität ermöglichen zwischen 80 und rund 100 Kilometer Reichweite, aufgeladen werden können sie mit 11 kW bei Wechselstrom. Aufladen am DC-Schnelllader ist nicht möglich. Apropos schnell: der 50e erledigt den Sprint auf 100 km/h in fünf Sekunden und schafft 242 km/h, der M60e braucht nur 4.5 Sekunden und erreicht 250 km/h.

Studio BMW i X5 60 x Drive 009

Ebenfalls 2027 wird der elektrische iX5 erhältlich sein, zunächst als iX5 60 xDrive mit 578 PS und 805 Nm Drehmoment. Er nutzt einen Asynchronmotor vorne (249 PS, 305 Nm) und einen stromerregten Synchronmotor hinten (329 PS, 500 Nm). Die Akkukapazität beträgt gigantische 140 kWh (netto), was mehr als 800 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Dank 800-Volt-Technologie kann die Batterie mit mehr als 450 kW geladen werden. Mit 2.9 Tonnen ist der iX5 kein Leichtgewicht und beschleunigt dennoch in 4.7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 km/h.

Studio BMW i X5 60 x Drive 045

Der iX5 hat einen Frunk als zusätzlichen Stauraum.

2028 wird das Angebot durch den Brennstoffzellenantrieb komplettiert, der gemeinsam mit Toyota entwickelt wurde und rund 750 Kilometer Reichweite bieten soll. Informationen zur Technik sind noch rar. BMW verrät nur, dass die parallel geschalteten Hochdruckbehälter den Bauraum der Hochvoltbatterie des iX5 nutzen. Parallel investiert BMW in ein Projekt, das den Aufbau eines Wasserstofftankstellennetzes in Metropolregionen fördert.

Je nach Antriebsvariante kann der X5 bis zu 3.3 Tonnen Anhängelast an den Haken nehmen.

X5M? Bestimmt

Von einem X5 M war bei der Präsentation im Studio noch keine Rede. Ein solcher dürfte aber mit Sicherheit wieder angeboten werden und vermutlich den V8-Plug-in-Hybrid des M5 nutzen.

Gelbe Leuchten für die M-Modelle

Beim Design offenbart der 4.99 Meter lange, zwei Meter breite und 1.74 Meter hohe X5 eigentlich keine Überraschung, sieht er doch bei flüchtigem Hinsehen aus wie ein vergrösserter iX3. Der Radstand beträgt satte 3.04 Meter, die Felgen messen bis zu 23 Zoll im Durchmesser. Unterschiede gibt es aber doch. Die Lichtsignatur ist neu als X ausgeführt, und ab sofort bekommen alle BMW-M-Modelle gelbe Tagfahrleuchten.

Studio BMW i X5 60 x Drive 012

Hinten besteht die Leuchtengrafik aus je zwei Bögen pro Seite anstelle von diagonalen Streifen. Im Gegensatz zum iX3 hat der X5 keine Türgriffe mehr, sondern elektronische Taster. Sie öffnen die Pforten ein Stück weit, ehe man sie an kleinen Flügelchen selbst aufzieht. Optische Unterschiede zwischen den Antriebsvarianten muss man mit der Lupe suchen, womit die Wahl des Designs nicht die Wahl des Antriebs beeinflusst.

Mehr Bildschirme und Noblesse als im iX3

Das Cockpit ist grundsätzlich ebenfalls vom iX3 bekannt. Auch der X5 hat das neue BMW-Bedienkonzept mit Infotainment, optionalem Head-up-Display und dem Panoramic-Vision-Display, das für alle Insassen einsehbar ist. Im Unterschied zum iX3 gibt es im X5 optional auch noch ein Beifahrerdisplay. Bedient werden die Inhalte über Spracheingabe, direkt via das Infotainment und Tasten. Jene am Lenkrad sind nur dann beleuchtet, wenn die entsprechende Funktion auch verfügbar ist.

Studio BMW i X5 60 x Drive 025

Den gestiegenen Luxusanspruch macht die Machart des Innenraums deutlich. Sowohl die Materialauswahl – Leder, Mikrofaser, Glas, Holz und erstmals sogar Schiefersteindekore – als auch die Verarbeitung genügen höchsten Ansprüchen.

Studio BMW i X5 60 x Drive 038

Das Platzangebot entspricht sowohl für die Passagiere auf allen Sitzen – ausser vielleicht dem mittleren Platz auf der Rückbank – und für das Gepäck den Erwartungen an ein so grosses SUV. Das Ladeabteil misst zwischen 650 und 1850 Liter, bei den Plug-in-Hybriden sind es jeweils etwa 150 Liter weniger.

Natürliche Fahrassistenten

Wie der iX3 hat auch der X5 eine riesige Armada an Fahrassistenten an Bord, einiges davon optional. Zum Beispiel einen Autobahnpiloten, mit dem man auf der Autobahn bis 130 km/h permanent die Hände vom Lenkrad nehmen kann, wenn man aufmerksam bleibt. Das haben wir beim iX3 bereits getestet und waren von der Funktionsweise mehr als angetan.

Studio BMW i X5 60 x Drive 046

Genauso vom «Heart of Joy», dem Computer, das die fahrdynamisch relevanten Systeme steuert. Es kommt auch im X5 zum Einsatz und sorgt für ein involvierendes, spassbereitendes Fahrgefühl selbst in Modellen ohne M-Label. Zudem greifen die Fahrassistenten sanft und nur dann ein, wenn es auch wirklich nötig ist. Kurz gesagt: Von der ganzen Assistenz und Technik im Hintergrund bekommt man als Fahrer nichts mit. Genauso müssen solche Systeme funktionieren. So tun sie das zumindest im iX3. Wie der X5 fährt, werden wir noch testen.

Preis ab ca. 110'000 Franken

Zum Marktstart im November 2026 wird es den X5 zunächst mit Benzin- und Dieselmotoren geben. Die Preise nennt BMW noch nicht, aktuell startet der X5 in der Schweiz noch bei 105'700 Franken. Günstiger wird die neue Generation sicher nicht werden, wir vermuten einen Einstiegspreis im Bereich von knapp unter 110'000 Franken.

Bildergalerie BMW X5 (2026)

Bilder: BMW

Kommentare

Keine Kommentare