Bugatti Destrier: Wenn aus einem Rennwagen eine Skulptur wird

Automobil Revue | 06.08.2026

Der Bolide gilt als die radikalste Fahrmaschine, die Bugatti je entwickelt hat. Mit dem Destrier beweist die Marke nun, dass dieselbe Technik auch ganz anders interpretiert werden kann. Das dritte Einzelstück des Programms «Solitaire» verzichtet auf den kompromisslosen Aerodynamikapparat des Rennstreckenmodells und rückt stattdessen Proportionen, Eleganz und Handwerkskunst in den Mittelpunkt. Weltpremiere ist in Pebble Beach.

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Der Name «Destrier» stammt von den mächtigen Streitrossen des Mittelalters. Entsprechend präsentiert sich das Unikat als skulpturale Interpretation des Bolide.

Flügel, Luftleitbleche und andere aerodynamische Anbauteile wurden weitgehend weggelassen, wodurch die nur einen Meter hohe Silhouette eindrucksvoll zur Geltung kommt. Grössere Räder im Format 20 Zoll vorne und 21 Zoll hinten verstärken den kraftvollen Auftritt.

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Bereits in den 1930er-Jahren nutzte Bugatti das Chassis des Type 57 sowohl für erfolgreiche Rennwagen wie den Le-Mans-Sieger Type 57G Tank als auch für den legendären Type 57SC Atlantic.

Der Destrier führt diese Tradition fort: eine gemeinsame technische Basis, zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Eine gravierte Plakette oberhalb der Frontscheibe erinnert an diese historische Verbindung.

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Das Carbon-Monocoque stammt unverändert vom Bolide, die Karosserie wurde dagegen vollständig neu gestaltet. Auffällig sind die neu interpretierte Bugatti-C-Linie, der breitere Hufeisen-Kühlergrill und die fliessend modellierte Heckpartie.

Hinter den Türen zieht sich die Karosserie stark ein, bevor sie sich muskulös über den Hinterrädern spannt – eine Linienführung, wie man sie sonst eher von Designstudien kennt.

Lackiert ist das Einzelstück in der eigens entwickelten Farbe «Sapphire Celeste», deren feine Glanzpartikel die plastische Wirkung der Flächen betonen. Sichtbares Carbon bleibt auf Frontsplitter und Diffusor beschränkt. Gehämmert ausgeführte Aluminiumteile im Motorraum zitieren die Oberfläche mittelalterlicher Rüstungen.

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Auch im Innenraum entfernt sich der Destrier deutlich vom motorsportlich geprägten Bolide. Leder und Nubuk in warmem Braun treffen auf ein dreidimensional gestricktes Hightech-Textil mit eingearbeiteten Kupferfäden.

Gehämmertes Aluminium an Türöffnern, Lüftungsdüsen, Lenkradnabe und Einstiegsleisten greift das Gestaltungsthema des Exterieurs auf. Das gesamte Interieur wurde speziell für den einzigen Besitzer angefertigt.

Unter der neu gezeichneten Karosserie arbeitet unverändert der bekannte Achtliter-W16 mit vier Turboladern. Seine 1600 PS machen den Destrier zu einem der leistungsstärksten Einzelstücke der Automobilgeschichte.

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Seine Weltpremiere feiert der Bugatti Destrier während der Monterey Car Week. Der erste öffentliche Auftritt erfolgt am 16. August beim Pebble Beach Concours d'Elegance.

Fotos: Bugatti

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