Automobil Revue | 04.11.2026
Cadillac führt seinen teilautomatisierten Fahrassistenten Super Cruise in Europa ein. Auf mehr als 180'000 Autobahn- und Schnellstrassenkilometern in 16 Ländern ermöglicht das System freihändiges Fahren bis 130 km/h.
Seine Europapremiere feiert Super Cruise an der Auto Zürich vom 5. bis 8. November 2026. Ab Mitte Dezember ist das System für den Optiq (Modelljahr 2025) sowie Lyriq und Vistiq (jeweils Modelljahr 2026) verfügbar. Bereits ausgelieferte Fahrzeuge können per Software-Update beim Cadillac-Servicepartner freigeschaltet werden.
In Nordamerika ist Super Cruise seit 2017 im Einsatz. Dort wurden bislang mehr als 1.5 Milliarden Kilometer mit dem System zurückgelegt. In Europa umfasst das freigegebene Streckennetz Autobahnen und Schnellstrassen in 16 Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und die Schweiz.
Super Cruise entspricht dem Automatisierungslevel 2. Das System übernimmt Lenken, Beschleunigen und Bremsen und hält das Fahrzeug in der Spur sowie den Abstand zum vorausfahrenden Verkehr. Die Hände dürfen vom Lenkrad genommen werden, der Blick muss jedoch stets auf die Strasse gerichtet bleiben. Eine Fahrerüberwachung stellt sicher, dass der Lenker aufmerksam bleibt. Eine grüne Lichtleiste am Lenkrad signalisiert den aktiven Betriebszustand.
Der Assistent funktioniert auf Autobahnen und Schnellstrassen zwischen 0 und 130 km/h, auch im Stop-and-go-Verkehr. Dank der Integration in Google Maps werden geeignete Strecken bereits bei der Routenplanung angezeigt. Die Navigation zeigt zudem, welcher Anteil der Fahrt mit Super Cruise zurückgelegt werden kann.
Spurwechsel lassen sich durch Betätigen des Blinkers einleiten. Ist die Nachbarspur frei, führt das Fahrzeug den Wechsel automatisch aus. Karten und Software werden per Over-the-Air-Update aktualisiert.
Bei kompatiblen Cadillac-Modellen ist Super Cruise ab Erstzulassung drei Jahre lang enthalten. Bei bereits ausgelieferten Fahrzeugen beginnt die Frist mit der Installation des Software-Updates. Danach sind ein kostenpflichtiges Super-Cruise-Abonnement und ein Tarif für vernetzte Dienste erforderlich.
Technisch kombiniert das System LiDAR-Kartendaten mit Kameras, Radarsensoren, GPS und adaptiver Geschwindigkeitsregelung. Für Europa hat General Motors die Technik mit regionalen Streckentests und Softwareanpassungen auf die hiesigen Strassenverhältnisse und gesetzlichen Anforderungen abgestimmt.