Ford-Produktoffensive: Fiesta, Bronco und mehr – die Marke setzt auf neue Modelle

Alexander Sellei | 19.05.2026

Die Pkw-Sparte von Ford Europe haben viele schon abgeschrieben. Jetzt meldet sich die Marke mit einem umfassenden Plan zurück – und einem Mann, der es persönlich nimmt.

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Der Europachef von Ford, Jim Baumbick

Kaum ein Garagenhof kam früher ohne einen Ford aus: Fiesta, Focus, Mondeo – unauffällige, aber robuste Alltagsautos, lange bevor die Welt von SUV und Elektroautos sprach. Ford war selten glamourös, aber verlässlich. Nicht teuer, aber solide.

Doch die Marke verliert an Boden. Nachdem Modelle wie Fiesta und Focus ersatzlos gestrichen wurden, mehrten sich Spekulationen, Ford habe das Interesse am europäischen Markt verloren. Diesen Eindruck will der neue Ford-Chef von Europa, Jim Baumbick, nicht gelten lassen.

Der US-Amerikaner, seit Ende 2025 an der Spitze der Region, setzt auf neue Modelle und gezielter Profilstärkung, um die Zweifler vom Gegenteil zu überzeugen. «Europa ist ein echter Fitnesstest für unser Unternehmen - allein schon wegen des Wettbewerbs und der zahlreichen Anforderungen an die Autos», sagt Baumbick. «Wir könnten abwarten und beobachten, wie sich chinesische Hersteller hier etablieren – oder wir gehen selbst in die Offensive.»

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Baumbick ist kein Quereinsteiger. Der US-Amerikaner hat seine gesamte berufliche Karriere bei Ford verbracht, kennt Europa aus einem früheren Aufenthalt und ist bewusst zurückgekehrt. «Ich bin zurückgekommen, weil ich das Gefühl habe, dass die Arbeit noch nicht getan ist», sagt er. In Anlehnung an den Motorsport nennt Baumbick seinen Plan «Ready, Set, Ford» mit dem er bis Ende des Jahrzehnts fünf neue Pkw in Europa einführen will – speziell auf den europäischen Markt zugeschnitten und alle hier produziert.

Das Spektrum reicht von der Rückkehr ins Kleinwagensegment bis zu SUV mit Elektro- und Hybridantrieb in Fahrzeuglängen zwischen 4.00 und 4.65 Metern. Die Neulinge sollen allesamt mit Motorsport- oder Offroad-Genen ausgestattet den Abwärtstrend der Marke stoppen.

Den Anfang macht ein rein elektrischer Fiesta-Nachfolger im B-Segment. Bereits Ende letzten Jahres hatte Ford hierfür die Zusammenarbeit mit Renault angekündigt – auf Basis der Kleinwagenarchitektur, auf der bereits der Renault 5 und der Nissan Micra aufbauen. Eine Verwässerung der Marke befürchtet Baumbick mit dieser Strategie indes nicht: «Wir lagern die Entwicklung unserer Fahrzeuge nicht aus – wir entwickeln diese auf der Basis einer sehr wettbewerbsfähigen Plattform selbst. Wir haben das letzte Wort darüber, was ein Fahrzeug unverwechselbar zu einem Ford macht.» Zwar ist der Name Fiesta offiziell noch nicht bestätigt. Doch Ford verspricht ein sportliches Fahrgefühl mit Verweis auf die eigene Motorsporttradition.

Neben dem elektrischen Kleinwagen ist im Rahmen der Renault-Kooperation ein kleiner SUV geplant, der in seinen Abmessungen dem aktuellen Puma ähnelt und auf der Plattform des Renault 4 basiert. Dazu kommen zwei weitere Crossover-Modelle mit geplantem Marktstart 2029. Sie sollen mit Elektro- und Hybridantrieb angeboten werden. Offen bleibt, ob Ford sie in Eigenregie oder ebenfalls mit einem Partner verwirklicht.

Sicher dagegen ist, dass im Werk Valencia ab 2028 ein eigens für Europa entwickelter Bronco vom Band laufen wird. Anders als das bereits erhältliche, viel zu große US-Importmodell, ist die neue Version auf europäische Kundenbedürfnisse zugeschnitten – mit Hybridantrieb und einer Positionierung im C-SUV-Segment. Das Fahrzeug greift dabei den charakteristischen Bronco-Style auf: Kastensilhouette, runde Tagfahrlichter, robuste Geländeoptik. Als Wettbewerber hat Ford Toyota RAV4, Nissan X-Trail und Opel Grandland im Visier. SP-X/AR

Fotos: Ford

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