Mazda CX-6e: Der japanische Hersteller setzt bei seinem E-SUV auf Komfort statt Leistung

Hanno Boblenz | 12.01.2026

An der Brüssel Motor Show feiert das erste elektrische SUV von Mazda seine Weltpremiere. Auf den Markt kommt der Mazda CX-6e im Sommer 2026 und wird in der Schweiz ab 49‘000 Franken kosten.

Mazda CX 6e

Mainstream war noch nie das Ding von Mazda. Die Ingenieure in Hiroshima wählen gerne pragmatische, oft unkonventionelle Lösungen, vom Wankelmotor über grossvolumige Saugbenziner mit extrem hoher Verdichtung bis zum Range-Extender fürs E-Auto. In diese Tradition ordnet sich nun auch der neue CX-6e ein. Er ist Mazdas dritter Stromer und die elektrische, etwas grössere Alternative zum beliebten Mittelklasse-SUV CX-60.

Im Design unterscheidet sich der 4.85 Meter lange CX-6e deutlich von den bisherigen SUV der Marke. Er wirkt fast schon futuristisch, flacher, breiter und glatter, mit schmalen, technisch anmutenden Lichtbändern. Wie bei E-Autos üblich verzichtet die bündige Front weitgehend auf klassische Kühlergrill-Elemente. Zur Serienausstattung gehört ein 1.05 Quadratmeter grosses Panoramadach.

Da die eigene Elektro-Plattform erst 2027 fertig wird, basiert der CX-6e – wie schon die Limousine 6e – auf der Architektur der chinesischen Marke Changan. Die Plattform liefert das Grundlayout, während Fahrwerk, Software, Assistenzlogik und ein grosser Teil der Bedienstruktur im europäischen Entwicklungszentrum in Oberursel (Deutschland) neu abgestimmt werden.

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Auch beim CX-6e schlägt Mazda wieder einen eigenen Weg ein. Der Wagen kommt ohne den in dieser Klasse üblichen Allradantrieb sowie nur mit einer 190 kW (258 PS) starken Antriebsversion. Christian Schulze, Vizechef des Entwicklungszentrums in Oberursel, verteidigt das Konzept. «Stärkere Aggregate, ein Allradkonzept oder eine grössere Batterie kosten Platz, treiben den Preis und gingen letztendlich am Anspruch der Mazda-Käufer vorbei», sagt der Ingenieur. «Unsere Kunden legen mehr Wert auf Design und Komfort, die wollen nicht in Formel-1-Manier über die Landstrasse hetzen.»

Also beschränkt sich Mazda auf eine kostengünstige Lithium-Eisenphospat-Batterie (LFP) mit 78 Kilowattstunden Kapazität, die nach WLTP bis zu 484 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Geladen wird mit maximal 195 Kilowatt Ladeleistung am DC-Schnelllader, an der Wallbox verarbeitet der Mazda CX-6e bis zu 11 kw.

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Im Innenraum setzt Mazda wie üblich auf Ruhe und Übersicht. Matte Oberflächen dominieren, alles wirkt geschmeidig und glatt wie eine moderne Designerwohnung. Das Cockpit verzichtet auf ein klassisches Instrumentendisplay.

Stattdessen erscheinen Geschwindigkeit, Navigationshinweise, Assistenzmeldungen und Warnsymbole ausschließlich im grossen, neu gestalteten Head-up-Display.

In der Mitte dominiert ein extrem breiter 26-Zoll-Touchscreen, dessen Fläche sich in zwei Funktionsbereiche teilen lässt – für Fahrer und Beifahrer getrennt, allerdings ohne echten Split-Screen. Das System arbeitet mit hoher 5K-Auflösung und kurzen Reaktionszeiten und orientiert sich in der Bedienlogik eher an Tablets als an traditionellen Fahrzeugmenüs.

Ergänzt wird es durch Sprach- und Gestensteuerung sowie mechanische Tasten am Lenkrad, die Mazda aus Gründen der Bedienbarkeit beibehalten hat.

Als Bestandteil des Takumi-Plus-Pakets (lila-weisser Innenraum, 21- statt 19-Zoll-Räder) bietet Mazda erstmals digitale Aussenspiegel mit Kameras an, die ein Videobild der Sicht nach hinten auf kleine Monitore rechts und links im Sichtfeld des Fahrers spielen. Zusätzlich gibt es einen mit 9 Zoll extra breiten digitalen Rückspiegel.

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Beim Fahren beschränkt sich der Wagen auf die beiden Einstellungen «Normal» und «Sport». Zusätzlich sollen diverse Komfortmodi den Alltag erleichtern. Das Waschstrassenprogramm etwa klappt auf einen Touch alle Spiegel ein, schliesst die Fenster und bereitet den Wagen auf die Wasserflut vor. Das Tierprogramm wiederum sorgt für prima Klima, wenn Hund oder Katze im parkierten Auto warten müssen.

Auch ein 3.5-kW-Stromanschluss für externe Geräte ist an Bord. Zu den weiteren praktischen Fähigkeiten gehört eine Anhängelast von 1500 Kilogramm sowie ein digitaler Schlüssel, über den sich drei Nutzer den Wagen teilen können.

Für ein Mittelklasse-SUV ist der CX-6e auffällig geräumig, auch dank des langen Radstands von 2.90 Metern und dem durchgehend flachen Boden. Ausserdem sind die Rücklehnen der Vordersitze so geformt, dass sie viel Platz für die Knie und Beine der hinten Sitzenden lassen. Über bluetoothfähige Lautsprecher in den Kopfstützen können Fahrer und Beifahrer individuell Musik hören, ohne gleich den ganzen Innenraum zu beschallen.

Die Fondpassagiere steuern Temperatur, Lüftung, Sitzfunktionen und Sonnenschutz über ein eigenes Touchpanel hinten. Der Gepäckraum fällt mit 484 Litern nicht übermäßig gross aus, dafür bietet der 83 Liter grosse Frunk unter der Fronthaube Platz für eine grössere Tasche und das Ladekabel.

Besonders viel Entwicklungsarbeit steckte man in Oberursel in die Anpassung der Assistenzsysteme und der Fahrwerksabstimmung, sagt Schulze. Zwar nutzt der CX-6e weitgehend die gleichen Sensoren und Funktionsumfänge wie der 6e, doch aus der Kritik an den viel zu nervösen Systemen habe man gelernt.

Lenkkräfte, Spurführungslogik, Tempomat-Parameter und das Zusammenwirken der Kameras und Radar-Module werden für europäische Geschwindigkeiten und Verkehrsbedingungen neu abgestimmt. Parallel passen die Entwickler Federn, Dämpfung und Bremsabstimmung an. SP-X/AR

Fotos: Mazda

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