Mercedes-AMG GLE/GLS 63 S 4Matic+: Rundum-Verjüngungskur für die Edel-SUV
Rudolph Huber | 16.06.2026
Mercedes GLE und GLS haben in der aktuellen Baureihe schon sieben Jahre auf dem Buckel und wurden deshalb schon zweimal aufgefrischt. Nun erhalten auch die leistungsstarken AMG-Versionen ihr zweites Facelift. Hauptziel: Trotz immer weiter verschärfter Verbrauchs- und Abgasvorgaben den Fortbestand des V8-Antriebs zu sichern. Markteinführung ist im zweiten Halbjahr.
Mercedes-AMG GLE 63
Diese Aufgabe erforderte einigen Aufwand am guten alten Bekannten namens AMG M177, der deswegen jetzt den Beinamen Evo tragen darf.
Der Vierliter-V8-Biturbo verkörpere die DNA der AMG-Motorenschmiede «in ihrer reinsten Form», heisst aus dem Schwabenland. Der Antrieb leistet wie sein Vorgänger 450 kW (612 PS) und liefert von 2500 bis 4500 U/min ein maximales Drehmoment von 850 Nm.
Zart elektrisch unterstützt wird der Verbrenner bei seiner Arbeit wie gehabt von einem integrierten Starter-Generator. Das Gesamtpaket sorgt für rasante Beschleunigungswerte: 3.9 und 4.2 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h sind angesichts des Formats der beiden AMG-Modelle eine klare Ansage, die 280 km/h Spitze ebenso.
Mercedes-AMG GLE 63 und GLS 63
Um auch künftig mit dem V8 auf Kurs zu bleiben, wurden etwa eine neue Kurbelwelle installiert, die Einlassnockenwelle optimiert, das Einspritzsystem und die Abgasnachbehandlung verbessert.
So erfüllt der M177 Evo weltweit die aktuellen Emissionsnormen. Ein ausgemachter Spritsparer ist er nicht. Die WLTP-Verbrauchswerte liegen je nach Rädergrösse (GLE bis 22, GLS bis 23 Zoll) zwischen 13.1 und 13.7 Liter Benzin je 100 Kilometer.
Eine Fülle von Modifikationen an GLE 63 S 4Matic+ und GLS 63 S 4Matic+ soll sicherstellen, dass die Boliden mit einer breiteren Spreizung zwischen maximalem Komfort und dynamischen Talenten anrollen.
Bildergalerie: Mercedes-AMG GLE
Mercedes-AMG GLE 63. Zum Vergrössern anklicken!
Dafür sorgen unter anderem eine automatische Luftfeder-Regulierung, die aktive Wankstabilisierung und das AMG Hinterachs-Sperrdifferenzial. Die Dynamic Select-Fahrprogramme Comfort, Sport und Sport+, Trail, Glätte und Individual sollen dafür sorgen, dass wirklich für jede Situation und jeden Menschen am Steuer das passende Setting bereitsteht.
Das gilt auch für die Akustik: Der Klang der neuen Abgasanlage lässt sich mittels der serienmässigen Klappensteuerung per Tastendruck an die aktuelle Fahrsituation anpassen.
Auch die Optik wurde modifiziert und modernisiert, die Frontpartie neu gestaltet mit Kühlergrill, grösseren Lufteinlässen und LED-Licht, am Heck kräftig dimensionierte Doppel-Endrohre und Heckschürzen in Diffusor-Optik.
Mercedes-AMG GLS 63
Die erste Sitzprobe in den beiden Neuzugängen zeigt, dass Raumangebot, Verarbeitungsqualität und Haptik auch hochgesteckte Erwartungen erfüllen. Logischerweise mit kleinen Unterschieden – im GLS ist beispielsweise das Platzangebot in Reihe drei erkennbar grösser und der Zustieg komfortabler.
Das Rücksitz-Entertainment mit zwei grossen Bildschirmen und diversen Einstellmöglichkeiten ermöglicht Konzert-Atmosphäre oder ganz grosses Kino. Und in Reihe eins sorgt der sogenannte MBUX-Superscreen für eine weitgehend intuitive Bedienung. Auch das in Eigenregie entwickelte MB.OS (Mercedes-Benz Operating System) hat Einzug in die Luxus-SUV mit Stern gehalten.
Zu den Preisen hat sich Mercedes-AMG noch nicht geäussert. Zur Orientierung: Für die Vorgänger GLE 63 und GLS 63 wurden zuletzt Preise in der Region um 200‘000 Franken in Rechnung gestellt. SP-X/AR