Hanno Boblenz | 24.03.2026
Nach der Mercedes S-Klasse bekommt jetzt auch ihr Luxusableger von Maybach ein Update. Neue Technik spielt allerdings kaum eine Rolle. Vielmehr sollen edlere Materialien und mehr Handarbeit den Komfort auf ein noch höheres Level bringen.
Die Mercedes-Maybach S-Klasse war nie einfach nur die verlängerte Version einer S-Klasse. Mit dem Modelljahr 2026 positioniert sich die Marke nun nochmals ein Stück darüber.
Das Auto wirkt noch mächtiger, als es die 5.50 Meter Länge vermuten lassen. Das 2026er-Modell bekommt einen grösseren Kühlergrill mit auffälligeren vertikalen Chromstreben. Erstmals ist der Maybach-Schriftzug im Grill beleuchtet, ebenso der Stern auf der Haube, allerdings nur in den Ländern, die das erlauben. Auch die Umrandung des Grills leuchtet nun. Dazu kommen neue Lichtsignaturen mit Digital Light und roségoldenen Akzenten, die das Maybach-Emblem fein inszenieren. Am Heck tragen die Rückleuchten jetzt das Mercedes-Drei-Sterne-Motiv.
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Neu sind auch Details wie beleuchtete Maybach-Embleme an der C-Säule und ein überarbeiteter Lichtteppich beim Ein- und Aussteigen. Bei den Rädern gibt es erstmals Schmiederäder mit kugelgelagerter Nabenkappe, sodass der Stern immer korrekt steht, egal, wie das Rad gerade positioniert ist. Für ganz Extrovertierte hat die Manufaktur 21 Zoll grosse, goldene Schmiederäder aufgelegt.
Der grösste Unterschied zur bürgerlichen S-Klasse ist wie gewohnt im Innenraum zu sehen. Dort führt Maybach neue Farben ein, natürlich alle sehr dezent. Sie heissen Corn Yellow, Lake Green, Tobacco Brown und Karminrot und kleiden den Innenraum bis in den hintersten Winkel in feinstes Leder. Auffälligstes Novum ist das florale Sitzdesign, eine Weiterentwicklung des bekannten Maybach-Musters. Es ergänzt die bisherige Rautenoptik, die weiterhin im Serienmodell zu sehen ist.
Erstmals wird ein lederfreies Interieur angeboten. Es kombiniert das bekannte Kunstleder mit Textilien aus Leinen und recyceltem Polyester. Wer’s nicht weiss, spürt beim Darüberstreichen keinen Unterschied. Wer’s weiterhin traditionell möchte, kann im 2200 Quadratmeter grossen Center of Excellence in Sindelfingen aus einer Unmenge von Farben wählen und künftig Dachhimmel und nahezu aller Kontaktflächen auskleiden lassen.
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Überhaupt soll die Individualisierung noch stärker im Vordergrund stehen. Über 150 Aussenfarben und über 400 Interieurfarben stehen zur Wahl. Hinzu kommen neue Manufaktur-Lacke, etwa ein tiefes Schwarz mit Glaspartikeln im Klarlack oder ein grünlich schimmernder Mattton. Zweifarblackierungen mit handgezogener Zierlinie bleiben das Markenzeichen. Bis zu fünf Arbeitstage fliessen in diese Lackierungen, jeder Übergang entsteht in Handarbeit. Das neue Programm «Made to Measure geht nochmals über das reguläre Portfolio hinaus und ermöglicht historische Farben, Sondernähte oder spezielle Materialien.
Digital zieht das Maybach-Modell mit der überarbeiteten S-Klasse gleich, setzt jedoch eigene Akzente. Auch das Luxusmodell wird jetzt über das neue Betriebssystem MB.OS gesteuert, alle Anzeigen und Menüs sind aber im spezifischen Maybach-Design mit goldenen Elementen gestaltet. Hinzu kommen neue Fernbedienungen im Fond sowie eine Massagefunktion, die es in der normalen S-Klasse nicht gibt.
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Beim Antrieb verabschiedet sich der Maybach aus der Königsklasse, zumindest in Europa. Der V12 lässt sich nicht mehr an die geschärften Emissionsbestimmungen der Euro 7 anpassen und wird hier künftig von einem V8 ersetzt.
An der Leistung ändert das nichts: Auch der als Mildhybrid ausgelegte V8 des S680 kommt auf 450 kW (612 PS), wobei ihn sein Startergenerator beim Anfahren nochmals mit weiteren 17 kW unterstützt. Ganz weg ist der V12 allerdings nicht: Im Hochsicherheitsmodell Guard darf der edle Zwölfer weiter eingesetzt werden. Doch das ist nochmals eine andere Nummer.
Im Programm bleibt auch der Plug-in-Hybrid. Dank grösserer Batterie verwandelt er sich für bis zu 100 Kilometer in ein reines Elektrofahrzeug, um anschliessend den Akku in kurzer Zeit am Schnelllader wieder zu füllen.
Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich die Maybach S-Klasse 2026 klar zwischen den Welten. Er bleibt weniger formell als ein Rolls-Royce Ghost, etwas weniger fahraktiv als ein Bentley Flying Spur, dafür näher an moderner Luxusästhetik und maximaler Personalisierung.
Bislang lag der Einstiegspreis des Maybach bei rund 230‘000 Franken, der S680 als V12 startet bei 270‘000 Franken. Die Preise fürs neue Modell liegen noch nicht vor. Aber mit Gewissheit kann man sagen: Wer’s wirklich individuell will, muss viele Scheine auf die genannten Summen drauflegen. SP-X/AR