Automobil Revue | 19.02.2025
Wie weit kommt der neue Opel Grandland PHEV mit einer Tank- und Batteriefüllung? Der Hersteller machte an einem kalten Wintertag die Probe aufs Exempel.
Mit dem Plug-in-Hybriden ergänzt Opel die Grandland-Baureihe, die im Spätjahr mit zwei Elektrovarianten und einem Modell mit Mildhybrid-Antrieb in den Markt startete. 143 kW (195 PS) Systemleistung und 350 Newtonmeter maximales Drehmoment stehen beim Grandland PHEV zu Buche, die er aus einem 1.6 Liter grossen Vierzylinder sowie einem Elektromotor auf der Vorderachse erzeugt.
In 7.8 Sekunden beschleunigt er aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 220 km/h an. Für die Kraftübertragung sorgt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Der Tank für den Verbrennungsmotor fasst 55 Liter Benzin, die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Speicherkapazität von 17.9 Kilowattstunden.
In der Schweiz ist der Plug-in-Hybrid zu Preisen ab 45’190 Franken bestellbar.
Wie weit kommt man mit diesem Antriebskonzept im automobilen Alltag, ohne eine Tankstelle oder eine Ladesäule ansteuern zu müssen?
Die Probe aufs Exempel unternahmen Grandland-Chefingenieur Dirk Kaminski und sein Team während eines Testlaufs im Grossraum zwischen Frankfurt am Main und Mannheim.
«Die WLTP-Werte sind klar: Laut offiziellem Testzyklus bietet unser neuer Grandland Plug-in-Hybrid eine kombinierte Reichweite von bis zu 897 Kilometern, davon bis zu 87 Kilometer rein elektrisch», sagt Kaminski. «Doch wir dachten uns: Da muss noch mehr gehen!»
Jetzt den Newsletter der AUTOMOBIL REVUE abonnieren!
Dabei waren allerdings die Testbedingungen spürbar schlechter als die Laborbedingungen, unteren denen der WLTP-Wert ermittelt wird.
Während der offizielle Messzyklus bei Temperaturen um 23 Grad Celsius und auch bei relativ niedrigen Geschwindigkeiten ermittelt wird, fuhr der neue Grandland Plug-in-Hybrid an einem windigen und verregneten Januar-Vormittag bei 11 Grad Celsius los. Und das auf 19 Zoll grossen Winter- statt auf rollwiderstandsärmeren Sommerreifen. Die einzige Vorgabe lautete: Das SUV ist vollgetankt und der Akku vollgeladen. Dann wird so weit gefahren, bis Tank und Batterie leer sind.
Dazu absolvierte der Grandland typische Pendlerstrecken zwischen Rhein-Main-Gebiet (Rüsselsheim, Frankfurt) bis in den Rhein-Neckar-Raum (Mannheim, Heidelberg). Die Routen umfassten Autobahnstrecken bei freier Fahrt, mit Staus in Baustellen oder im Berufsverkehr sowie Landstrassen und Stadtverkehr.
Die Strecke, die der Grandland Plug-in-Hybrid GS mit nur einer Tankfüllung und Batterieladung erzielte, übertraf selbst die Erwartungen der Opel-Profis: Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h und einem Gesamtdurchschnittsverbrauch von 4.6 Litern Treibstoff auf 100 Kilometer legte das SUV auf vier Etappen insgesamt 1115 Kilometer zurück.
Davon fuhr der Plug-in-Hybrid dank Energierückgewinnung durch Rekuperation etwas mehr als ein Drittel rein batterie-elektrisch und damit lokal emissionsfrei – ganz genau waren es 380 Kilometer.