Range Rover GT: exklusiver erster Blick auf die elektrische Limousine

Olivier Derard | 25.07.2026

Bis zur offiziellen Präsentation vergehen zwar noch einige Monate, doch der neue Range Rover GT zeigt sich bereits jetzt. Flacher, gestreckter und zum Marktstart ausschliesslich elektrisch angetrieben, führt er eine neue Plattform ein und eröffnet für die britische Marke ein neues Kapitel – nicht ohne dabei der ebenfalls neu positionierten Marke Jaguar gefährlich nahe zu kommen.

RR GT SIDE PROFILE

Da steht er – während eines Besuchs im Werk Wolverhampton, wo JLR sowohl die Ingenium-Motoren als auch die neuen Elektromotoren fertigt. Zwischen den Montagelinien für V8-Triebwerke und den Stationen, an denen die Hairpin-Wicklungen der E-Motoren entstehen, bitten uns die Ingenieure, ihnen zu folgen. Hinter einer unscheinbaren Garagentür am Ende der Produktionshalle ändert sich die Atmosphäre schlagartig. In einem abgeschirmten, nur spärlich beleuchteten Bereich, steht ein vollständig verhülltes Fahrzeug – verborgen vor neugierigen Blicken.

Als die Abdeckung fällt, ist die Überraschung gross. Vor uns steht ein Range Rover, wie es ihn bislang nicht gab: mit langer Front, stark abfallender Dachlinie und einer deutlich flacheren Silhouette als alle bisherigen Modelle der Marke. Die typischen Proportionen bleiben erhalten, doch der Auftritt wirkt gestreckter und dynamischer. Wir blicken auf den streng geheimen Range Rover GT – mehrere Monate vor seiner offiziellen Weltpremiere. Er soll künftig als fünftes Mitglied der Baureihe neben Evoque, Velar, Sport und Range Rover positioniert sein.

EMA-Plattform (Electrified Modular Architecture)

Mit dem GT entfernt sich Range Rover ein Stück weit von seinem traditionellen Konzept. Zwar bleiben die grosszügige Bodenfreiheit und die für die Marke typischen Geländeeigenschaften erhalten, doch die flache, gestreckte Silhouette orientiert sich deutlich stärker am Gran Turismo als am klassischen SUV.

Die stark abfallende Dachlinie, die kurzen Überhänge und die eleganten Proportionen verfolgen ein klares Ziel: Der GT soll der dynamischste und fahraktivste Range Rover aller Zeiten werden.

Technisch markiert der GT ebenfalls einen Wendepunkt. Als erstes Modell des Konzerns basiert er auf der neuen EMA-Plattform (Electrified Modular Architecture), die von Beginn an für Elektroantriebe entwickelt wurde.

Die 800-Volt-Architektur ermöglicht kurze Ladezeiten und soll künftig auch als Basis für weitere kompaktere JLR-Modelle dienen, darunter einen kleineren Defender. Zum Marktstart wird der GT ausschliesslich mit elektrischem Antrieb angeboten, später sollen Hybridvarianten folgen. Angaben zu Leistung, Batteriekapazität oder Reichweite hält der Hersteller derzeit noch zurück.

So puristisch wie ein Polestar

Auch im Innenraum bricht der GT mit bisherigen Range-Rover-Traditionen. Zwar hatten bereits die jüngsten Modelle auf ein reduziertes Design gesetzt, doch der GT treibt diesen Ansatz weiter. Das Cockpit wirkt nahezu frei von klassischen Bedienelementen und setzt konsequent auf einen zentralen Bildschirm. Lüftungsdüsen, Lautsprecher und zahlreiche technische Komponenten sind weitgehend unsichtbar integriert und schaffen eine betont aufgeräumte Atmosphäre.

Der Minimalismus setzt sich bei der Materialwahl fort. Das für Range Rover lange charakteristische Leder wird durch einen synthetischen Bezug ersetzt, den Land Rover als vegane Alternative bezeichnet. Der Schritt folgt laut Hersteller ökologischen Überlegungen und veränderten Kundenerwartungen – dürfte bei traditionellen Range-Rover-Kunden jedoch nicht unumstritten sein.

Trotz der flacheren Dachlinie soll der GT den gewohnten Reisekomfort bieten. Besonders im Fond verspricht die grosszügige Beinfreiheit weiterhin ein hohes Mass an Langstreckentauglichkeit.

Gefertigt wird der Range Rover GT im britischen Werk Halewood. Die Weltpremiere ist noch vor Ende des Jahres vorgesehen, die Markteinführung soll 2027 erfolgen.

Der GT ist damit mehr als eine weitere Modellvariante: Er steht für einen grundlegenden Wandel der Marke. Gleichzeitig bringt seine Positionierung Range Rover in ein neues Spannungsfeld.

Mit seiner gestreckten Karosserie und dem klaren Fokus auf die Strasse rückt er näher an jenes Terrain, in dem Jaguar künftig mit einer ebenfalls flach gezeichneten Elektro-Limousine antreten will.

Fotos: Land Rover

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