Formel 1 Barcelona: Hamiltons Ferrari-Traum wird wahr

Elmar Brümmer | 15.06.2026

Endlich ist passiert, worauf nicht nur Lewis Hamilton so sehnsüchtig gewartet hat, sondern auch alle Ferraristi: der Rekord-Weltmeister der Formel 1 meldet sich beim Grossen Preis von Barcelona-Catalunya zurück – mit seinem ersten Sieg in Rot.

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Ein später Traum erfüllt sich für den Briten, und als erster Verfolger des diesmal unglücklichen Kimi Antonelli beginnt für den Briten das Rennjahr nochmal neu. Es könnte zu einem Duell der Generationen kommen: hier der 19-Jährige WM-Tabellenführer im Mercedes, dort der 41 Jahre alte Routinier im Ferrari. Zusätzlich stimuliert durch die Freigabe für zusätzliche Motoren-Upgrades für beide Teams.

Für Lewis Hamilton hat sich jetzt schon das Leidensjahr ausgezahlt, dass er 2025 durchstehen musste. Es hat ihm alles an Resilienz abverlangt, und dafür erfährt er jetzt eine weitere Krönung seiner Rennfahrer-Karriere.

An der gleichen Stelle, an der das vor 30 Jahren Michael Schumacher im strömenden Regen gelungen ist, schafft vor den Toren von Barcelona jetzt auch der andere siebenfache Weltmeister den Debüterfolg mit der Scuderia. Für ihn persönlich ist es der 106. Grand-Prix-Triumph, auf den er seit Herbst 2024 warten musste. Was für eine Geduldsprobe.

Es ist das dritte Podium Hamiltons in Folge, erstmals ist Dauer-Sieger Mercedes in dieser Saison nicht siegreich. George Russell kommt mit 19,5 Sekunden Rückstand vor Lando Norris im McLaren ins Ziel – ein rein britisches Podium. Auf das eigentlich Antonelli gehört hätte, doch dessen Silberpfeil fällt mit einem Elektronikproblem aus, als er in der Schlussphase endlich an Russell vorbei war.

Für einen Kampf um den Sieg wäre es da auch für ihn zu spät gewesen, aber er hätte mit Blick auf den Titel wichtige Punkte machen können. Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der seine beiden Schützlinge beim siebten WM-Lauf noch hatte frei fahren lassen, überdenkt bereits eine Stallorder. Denn wenn Hamilton erstmal Schwung aufgenommen hat, ist dieses Momentum schwer zu stoppen. Das hat dessen verzweifelter Teamkollege Charles Leclerc bereits zu spüren bekommen, der Monegasse ist in einer Sinnkrise, nachdem er zum zweiten Mal in Folge wegen eines technischen Defekts ausgefallen war. Hamilton will auch intern die Numero uno werden.

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Von den Emotionen her ist Lewis Hamilton längst Italiener, während sein Renningenieur Carlos Santi, der massgeblich an der Wende zum Guten beteiligt ist, eher sachlich blieb. Hamilton schickte nach der Zieldurchfahrt einen italienischen Gruss an seinen Rennstall: «Grazie tutti, ragazzi! Ich liebe Euch alle! Dieses Rennen erinnert mich daran, wer ich bin.»

Beim offiziellen Sieger-Interview, ausgerechnet von seinem alten Rivalen Nico Rosberg geführt, greift sich der Sieger ans Herz, als er den langen Weg dorthin im Schnelldurchlauf Revue passieren lässt: «Ich habe im letzten Jahr einen Traum verfolgt, und es sah nach einer unmöglichen Reise aus. Aber ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, und das Team hat mich immer aufgefangen. Dieser Erfolg ist etwas ganz, ganz Ausserordentliches. Forza Ferrari!»

So routiniert, wie er sich vor dem Start auf der reifenverschleissenden Strecke für die siegreiche Drei-Stopp-Strategie ausgesprochen hat, musste er in den vergangenen Monaten auch die Kritik ausblenden: «Es ist schwer, das überhaupt in Worte zu fassen. Ich kann es fast nicht glauben, nach all diesen Tagen, an denen ich es versucht habe und es doch nicht geklappt hat. So viele Leute haben an mir gezweifelt, privat und auch in der Öffentlichkeit. Das war hart. Aber ich habe mich kontinuierlich wieder nach vorn gekämpft, da ist im Hintergrund unglaublich viel Arbeit reingeflossen. Durchhalten ist wichtig. Im Kern wusste ich, wozu ich fähig bin.»

Ein Sieg, der vieles, wenn nicht alles verändern kann: «Ich freue mich darüber, wo ich jetzt bin – denn ich liebe das, was ich gerade tue.»

Fotos: Ferrari

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