Schweizer Berg-Meisterschaft: Auch ohne Berguerand ein Rennen der Superlative
Automobil Revue | 23.07.2026
Am Wochenende steht mit dem Bergrennen Ayent-Anzère ein Klassiker auf dem Programm. Leider ohne Eric Berguerand. Der Lokalmatador muss sein Comeback ein weiteres Mal verschieben.
Andreas Helm, VW Polo
Die grosse Frage vor der 48. Ausgabe des Bergrennens von Ayent nach Anzère und dem vierten Wertungslauf der Saison war: Gibt Eric Berguerand (47) sein Comeback oder muss er es ein weiteres Mal verschieben? Die Antwort lautet: Das Rennen findet leider ohne Eric statt.
«Der Motor läuft – das ist nicht das Problem. Aber ich konnte das geplante Roll-Out in Frankreich nicht absolvieren. Und ohne diesen Test macht es keinen Sinn. Ich bin seit dem Gurnigel 2023 nicht mehr gefahren. Das wäre zu riskant gewesen. Anzère ist keine Strecke, die man auf die leichte Schulter nehmen kann.»
Auf die Frage, ob die Fans Berguerand noch dieses Jahr in Action sehen, meint der siebenmalige Schweizer Berg-Meister: «Ich denke eher nächstes Jahr.»
Robin Faustini, Nova-Empa NP01
Einer, der die Absage von Berguerand bedauert, ist Robin Faustini. Der Leader im Gesamtklassement kann seine Entscheidung aber vollumfänglich nachvollziehen: «Ohne zu testen, ist das zu gefährlich. Der Entscheid, nicht zu fahren, ist vernünftig.»
Der 28-jährige Aargauer und sein Nova-Empa NP01 sind zu einer schier unschlagbaren Kombination geworden. Faustini hat (saisonübergreifend) die letzten 18 Rennen gewonnen.
Roger Schnellmann, Mitsubishi Evo 8
Die Zweiliter-Piloten Darbellay und Zemp waren bei der letzten Ausgabe in Anzère chancenlos, sollten aber dieses Jahr deutlich näher an der Dreiliter-Konkurrenz sein. «Damit rechne ich auch», sagt Faustini. «Michel und Victor haben in den vergangenen Rennen immer wieder gezeigt, dass man auch mit einem Zweiliter-Motor vorne mitfahren kann. Das sollte eigentlich auch in Anzère möglich sein.»
Die Ausgangslage bei den Tourenwagen ist auf dem Papier eindeutiger. Ohne «Speedmaster», der am Wochenende beim Bergrennen Hauenstein in Deutschland im Einsatz steht, ist Roger Schnellmann mit seinem Mitsubishi Evo 8 mit Helftec-Power klarer Favorit auf den Tourenwagen-Tagessieg.
Bruno Sawatzki, Porsche 911
Wenn ihn sein «Bergmonster» nicht wie zuletzt in Reitnau respektive La Roche im Stich lässt. Denn dann werden die Karten neu gemischt und ein anderer Fahrer mit Dach überm Kopf kommt zum Zug.
Einer von ihnen könnte Bruno Sawatzki sein. Der Porsche-Pilot aus dem Rheintal führt die Tourenwagen-Wertung nach drei von acht Rennen an und ist 2023 bei seiner letzten Teilnahme eine 1:40er-Zeit gefahren. Auch Hermann Bollhalder und sein Opel Speedster gehören zu den Kandidaten auf ein Spitzenergebnis.
Ludovic Monnier, VW Golf
Und dann ist da noch Ludovic Monnier. Der gebürtige Waadtländer, der in Monthey (VS) lebt, kommt mit seinem von Danny Krieg übernommenen VW Golf Rally immer besser in Fahrt. Krieg fuhr im Vorjahr eine persönliche Bestzeit von 1:41.2 min.
Diese Zeit würde Monnier gerne unterbieten. Gelingt ihm das, ist auch er ein heisser Anwärter auf einen Spitzenplatz. Ob’s ganz nach vorne reicht, wird sich zeigen.
Stephan Burri (VW Scirocco), Andreas Helm (VW Polo) und Thomas Zürcher (Renault Clio). Zum Vergrössern anklicken!
Spannend ist auch die Ausgangslage im Schweizer Berg-Pokal. Auch dort liegt Monnier vorne – allerdings punktgleich mit Stephan Burri (VW Scirocco), Andreas Helm (VW Polo) und Thomas Zürcher (Renault Clio).
Auch bei den Junioren ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Beim vorletzten Lauf (nach Anzère zählt nur noch Oberhallau zur Junioren-Meisterschaft) führt Alessandro Grispino (Renault Clio) fünf respektive 20 Punkte vor den beiden BMW-E30-Piloten Steven Chiquita und Hugo Mascaro.
Bester Formelpilot ist zurzeit Anthony Gurba – dicht gefolgt von Ursanne Salomon, der in Anzère (unabhängig vom Junioren-Championat) nicht nur Lokalmatador Lionel Ryter im Formel Renault, sondern auch seinen Mentor Roland Bossy im Formel-3-Tatuus herausfordern möchte.
Text: Auto Sport Schweiz
Strecke und Zeitplan beim Bergrennen von Ayent nach Anzère
Die Strecke von Ayent nach Anzère misst 3,5 Kilometer und ist damit gleich lang wie die von La Roche nach La Berra. Nur die Strecken am Gurnigel und in Les Rangiers sind im aktuellen Kalender länger. Insgesamt müssen 319 Höhenmeter zurückgelegt werden, die durchschnittliche Steigung beträgt 9.1 Prozent.
Die Bestmarke in Anzère stammt aus dem Vorjahr und wurde von Robin Faustini in 1:22.61 min (= 152.524 km/h) mit seinem Nova-Emap NP01 aufgestellt. Die schnellste je gefahrene Tourenwagenzeit geht auf das Konto von Reto Meisel mit seinem Mercedes SLK 340 in 1:34.86 min.
Der Auftakt in Anzère erfolgt am Samstag, 25. Juli, ab 7.15 Uhr mit den ersten Trainings. Insgesamt stehen drei Trainingsläufe auf der Agenda; der letzte startet um 17 Uhr. Auch am Sonntag stehen drei Läufe (ab 7.15 Uhr) auf dem Programm. Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert.